Zwei-Minuten-Aussetzer kostet Punkte gegen Wolfsburg

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Über lange Zeit sah es nach Punkten gegen Topteam Wolfsburg aus, doch eine zwei Minuten andauernde Schwächephase zu Beginn des Schlussdrittels sorgte dafür, dass die Krefeld Pinguine im Dienstagspiel am Ende mit 2:2 (0:0, 1:1, 1:4) unterlagen. Sein Debüt für die Pinguine gab vor 2.033 Zuschauern gegen die Grizzlys der Pinguine-Neuzugang Thomas Olsen. Er spielte in einer Reihe mit Alexander Blank und Robert Sabolic. Dafür musste Maciek Rutkowski diesmal auf der Tribüne Platz nehmen. Lizenzspieler mussten nicht zusätzlich aussetzen, da die beiden Russen Sergey Belov und Anton Berlyov weiter verletzt sind. Auch Leon Niederberger war weiterhin nicht einsatzbereit. Im Tor der Pinguine startete nach einer erneut überragenden Leistung in Köln erneut Oleg Shilin. Sein Gegenüber im Gästeteam, bei dem Pinguine-Meisterkapitän Gary Shuchuk als Co-Trainer an der Bande steht, war Chet Pickard.
Die favorisierten Gäste waren die aktivere Mannschaft und traten durchaus offensiv auf, die Pinguine setzten wie gewohnt auf schnelle Konter und hatten in der sechsten Minute eine gute Chance, doch ein Querpass von Niclas Lucenius auf Topscorer Jeremy Bracco nach tollem Lessio-Solo kam hauchdünn nicht an. Wenig später scheiterten Robert Sabolic und Alex Bergström mit gefährlichen Schüssen aus der Distanz an Pickard. In der siebten Minute klatschte dann ein abgefälschter Schuss von Maxi Gläßl an die Querlatte. Danach aber stand wieder vermehrt Shilin im Mittelpunkt, gab sich aber keine Blöße, wobei die Pinguine einmal mehr zwar Schüsse zuließen, echte Hochkaräter waren aber wenig bis gar nicht darunter. Die nächste richtig gute Chance der Hausherren hatte in der 17. Lucas Lessio bei einem Drei-auf-eins, doch seinen Schuss hielt Pickard ebenso, wie einen Schymainski-Abschluss direkt vom folgenden Bully. Die Pinguine waren jetzt am Drücker. Einen Schlagschuss von Arturs Kulda blockte Spencer Machacek mit dem Fuß. Er musste verletzt vom Eis und ging sofort in die Kabine, Augenblicke später scheiterte erneut Martin Schymainski aus kurzer Distanz. Ein Broken Play Sekunden vor der Pause verwandelte Alex Weiß mit tollem Einsatz in eine große Chance für Bergström. Der wurde mit einem Stockschlag gestoppt und es gab die erste Überzahl. Sabolic und Lessio fanden bei starken Abschlüssen ihren Meister jeweils in Pickard und so ging es in einem insgesamt ausgeglichenen Spiel – das belegt auch die Statistik mit 13:12 Torschüssen – mit einem leistungsgerechten 0:0 und rund eineinhalb Minuten Überzahl in die erste Pause.
Die Reststrafe brachte vor allem eine Topchance für Bracco, der nach tollem Solo frei vor Pickard auftauchte, doch der Gäste-Keeper war überragend mit dem Schoner zur Stelle. Wolfsburg war gerade wieder komplett, da setzte Olsen einen Schuss vom rechten Bullykreis hauchdünn über die Torlatte. Die erste Unterzahl ab der 24. überstanden die Pinguine sicher, zumal nach rund einer Minute Machacek, der nach Behandlung zurück war, seinerseits ein Break durch Lessio nur per Foul zu verhindern wusste. So kamen die Pinguine erneut in Überzahl und hatten gleich drei gute Gelegenheiten, doch Pickard parierte jeweils stark. Danach übernahm erneut der Gast die Initiative, brachte auch einige Scheiben zum Tor, doch erneut ließen die Pinguine aus der gefährlichen Zone nichts zu und konnten sich auf Shilin verlassen, der eine schier unglaubliche Ruhe und Sicherheit ausstrahlte. Beide Teams drängten jetzt auf den ersten Treffer, wobei die Pinguine die Zielgenauigkeit vermissen ließen. Viele gefährliche Abschlüsse strichen knapp am Ziel vorbei. Auf der Gegenseite reagierte Shilin in der 34. überragend, als er einen Abpraller aus dem Gewühl am Boden liegend mit ausgestreckter Schiene noch abwehrte. Das veredelte Lessio eine Minute später. Nach einem langen Pass ging er allein auf Pickard zu und ließ diesem mit einem tollen Vorhand-Rückhand-Move nebst Schlenzer unter die Latte keine Chance. Die Hausherren wirkten jetzt noch zusätzlich selbstbewusst und hatten weitere Gelegenheiten, doch in der 38. die kalte Dusche: Eine Scheibe sprang Jesper Jensen-Aabo über den Schläger, der Verteidiger und Shilin gingen zum Puck und waren sich nicht einig. So spritzte ein Wolfsburger dazwischen und legte den Puck quer. Damit musste Christopher DeSousa nur ins leere Tor einschießen. Nur Augenblicke später aber die große Chance zur erneuten Führung, doch Lessio traf nach tollem Querpass von Lucenius die Scheibe nicht richtig. Folglich ging es mit 1:1 in die zweite Pause.
Der Schlussdurchgang sah dann aktive Pinguine, die gleich auf die Führung drängten, nach gut zwei Minuten aber die nächste kalte Dusche bekamen. Einen Schuss von der blauen Linie fälschte Darren Archibald unmittelbar vor Shilin unhaltbar ab. Und nur Sekunden später der nächste Schock, als Gerrit Fauser zum 1:3 einschoss. Und nur zwei weitere Minuten später sogar das vierte Gegentor. Diesmal hieß der Torschütze Dominik Bittner, der Shilin mit einem harten Schlagschuss in den Winkel keine Chance ließ. Die Pinguine aber kämpften und kamen nur eine Minute später zu einem Break durch Bergström, der nur per Foul gestoppt wurde und einen Penalty zugesprochen bekam. Diesen verwandelte der schwedische Torjäger sicher und gab seinem Team neue Hoffnung. Wolfsburg aber reagierte im Stile einer Spitzenmannschaft. Eine unmittelbar folgende Überzahl brachte den fünften Treffer. Nach schneller Passstafette zog Liga-Topscorer DeSousa knallhart ab und traf zum 2:5. Das Tor war ein Wirkungstreffer und die Pinguine fanden in der Folge kaum noch zu ihrem zuvor guten Offensivspiel, während Wolfsburg jetzt den Vorsprung verwaltete. In der 56. Minute knallte Archibald die Scheibe aus kurzer Distanz an den kurzen Pfosten. So plätscherte die restliche Spielzeit jetzt vergleichsweise ereignislos herunter.
Damit vergeben die Pinguine die durchaus mögliche Chance zur Überraschung gegen den Vierten. Spielentscheidend war am Ende wohl das Abstimmungsproblem, das zum 1:1 führte. Danach wirkte die ganze Mannschaft nicht mehr ganz so fokussiert wie zuvor und Scheiben, die Shilin zuvor wohl irgendwie abgewehrt hätte, fanden – ohne, dass der erneut insgesamt starke Russe an einem der Treffer auch nur eine Mitschuld getragen hätte – doch den Weg in die Maschen. Nun heißt es, sich neu zu konzentrieren und am Donnerstag beim nächsten Topspiel bei Meister Eisbären Berlin ein besseres Ergebnis anzustreben. Da das Team am Sonntag spielfrei ist geht es danach in die zweiwöchige Deutschlandcup-Pause.

Strafen:
Krefeld: 4
Wolfsburg: 4

Tore:
1:0 35. Lessio (Lucenius, Tiffels)
1:1 38. DeSousa (Pfohl, Enlund)
1:2 43. Archibald (Möser)
1:3 43. Fauser (Mingoia, Bittner)
1:4 45. Bittner (Pfohl)
2:4 46. Bergström PS
2:5 47. DeSousa (Murray, Mingoia) PP