Zwei Doppelschläge bringen die Pinguine auf die Verliererstraße

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Spielberichte

Es gibt Spielberichte, die fließen recht einfach aus der Feder. Entweder, weil die Mannschaft extrem gut oder extrem schwach spielt. Dann ist die Ausgangslage klar und die Art des Berichts meistens ebenfalls. Nach dem heutigen 0:7 gegen die Kölner Haie ist der Autor etwas ratlos. Denn gute Ansätze waren wieder durchaus erkennbar und wurden selbst vom Gegner und den anwesenden Experten bescheinigt. Leider blieb es lediglich bei diesen Ansätzen und Fehler, die gegen Iserlohn weitestgehend vermieden wurden, kehrten auf unerklärliche Weise wieder zurück. Die Partie wurde dabei von gleich zwei Doppelschlägen maßgeblich beeinflusst.

Die erste große Chance des Spiels und damit die Möglichkeit das Spiel in eine ganz andere Richtung zu lenken, hatten jedoch die Pinguine gleich in der zweiten Spielminute durch Martin Schymainski, der frei vor Haie-Schlussmann Justin Pogge auftauchte, den Puck aber nicht an der rechten Schiene des Kanadiers vorbeibringen konnte. Anschließend fanden sich die Schwarz-Gelben jedoch zumeist in der Defensivzone gefordert und schienen vom Körperspiel der Domstädter überrascht. Köln fuhr extrem viele harte Checks zu Ende, suchte stets den Kontakt zu den Gegenspielern. Diese Spielweise zahlte sich dann Mitte des Drittels aus. Zuerst war es James Sheppard, der an diesem Abend sein erstes von gleich drei Toren erzielen sollte. Nach einem Scheibenverlust in der Vorwärtsbewegung, schaltete er am schnellsten und wurde von Marcel Müller zum Break geschickt. Sergey Belov, der heute trotz der hohen Belastung der letzten Spiele den Vorzug vor Nikita Quapp erhielt, hatte auf der Stockhandseite keine Chance.
Die Scheibe war kaum wieder eingeworfen, da rappelte es wieder im Karton. Ein verunglückter Schuss Dominik Tiffels von der blauen Linie fand den Weg genau auf den Schläger James Akesons, der zuerst an Belovs in Verzweiflung nach hinten geworfenen Schläger scheiterte, das Hartgummi-Spielgerät dann aber genau im Torraum liegen blieb, sodass Marcel Barinka einschieben konnte, bevor die Verteidiger klären konnten – 0:2 und Auszeit Krefeld.
Diese Auszeit tat der Mannschaft auch gut und man sah in der Folge, dass sich die Verteidigung wieder etwas besser sortieren konnte. Auch offensiv gab es einzelne Nadelstiche und sogar die Möglichkeit auf ein Tor zu verkürzen. Leider fehlte es in letzter Instanz wieder an der Chancenverwertung vor dem Tor, sodass es mit einem 0:2 in die Pause ging.

Im zweiten Drittel dann wenig Licht und viel, viel Schatten. Köln kam wacher und spritziger aus der Kabine und überrannte die Krefelder mit einem weiteren Doppelschlag innerhalb etwas mehr als einer Minute. Lucas Lessios Beinstellen in der 21. Minute sorgte für das Überzahltor James Sheppards wenige Sekunden später. Jonathan Matsumoto erhöhte 69 Sekunden später mit einem trockenen Schuss über die Fanghand Belovs auf 0:4 – Auszeit nicht mehr möglich.
Das glücklose Spiel Sergey Belovs fand fast genau zehn Minuten später ein Ende. Über Punkte-Maschine Sheppard gelang die Scheibe an die blaue Linie zu Pascal Zerressen, der irgendwie einen Weg durch das Gedränge vor dem Tor fand und auf 0:5 erhöhte. Youngster Nikita Quapp löste den Russen im Tor ab.

Am Spielverlauf oder gar dem Ausgang der Partie sollte dieser Wechsel jedoch nichts mehr ändern. Vielmehr gab es mehr Eiszeit für die jüngeren Spieler, damit diese Erfahrung sammeln können. Zu einem eigenen Tor und dem Verhindern des Shutouts Justin Pogges reichte es jedoch nicht mehr. Neuzugang Justin Volek hatte in der 51. Minute hierzu die beste Möglichkeit, als er freistehend vor dem Tor angespielt wurde, jedoch seinen Schläger nicht an den Puck brachte. Köln hingegen war auch im letzten Abschnitt zwei Mal erfolgreich. In der 48. Minute durch Dominik Tiffels, der nach Zuspiel Michael Zalewskis einen weiteren verdeckten Schuss zum Tor brachte und in der 58. Minute durch Sheppard, der seinen Dreierpack schnürte und damit den 0:7-Schlusspunkt setzte.
Nach dem Spiel gegen Köln ist klar: Es liegt ein hartes Stück Arbeit vor den Jungs, wenn sie wollen, dass eine Leistung wie in Iserlohn nicht die Ausnahme bleibt, sondern zur Regel wird.

Strafen
KEV 8
KEC 6

Tore
0:1 9. Sheppard (Ma. Müller, Gagné)
0:2 9. Barinka (Akeson, D. Tiffels)
0:3 21. Sheppard (Akeson, Matsumoto)
0:4 22. Matsumoto (Akeson, Barinka)
0:5 32. Zerressen (Sheppard, F. Tiffels)
0:6 48. D. Tiffels (Zalewski, Gagné)
0:7 58. Sheppard (Ma. Müller, F. Tiffels)