Wieder an der Spitze

Krefeld-Pinguine

Eine starke Zeit mit bösem Ende

Neuer Eishockeyboom in Krefeld

Mit Beginn der Saison 1974/75 schaffte der KEV die Trendwende. Der Vorstand „zauberte“ quasi aus dem Nichts ein Topteam hervor. Neben einem neuen Trainer – Jiri Pokorny – wurden hervorragende Spieler nach Krefeld geholt: Der tschechische Torhüter Jan Marek – ein wahrer „Hexenmeister“, die pfeilschnellen Stürmer Miro Slezak und Günther Kaczmarek, sowie die erstklassigen Abwehrstrategen Frank Neupert, Harald Kadow und F. X. Müller. Außerdem kam der bis dahin unbekannte Holland-Kanadier Dick Decloe nach Krefeld, was sich schon bald als echter Glücksgriff für den KEV erweisen sollte. Decloe wurde in den folgenden Jahren mit Hilfe seines wichtigsten Zuspielers Lothar Kremershof zum unumstrittenen Torschützenkönig in der Bundesliga und schoß für den KEV Tore wie am Fließband. Später stießen weitere Topleute wie Wolfgang Hellwig und der Schwede Stefan Karlsson hinzu. Besonders spektakulär war der Wechsel des Düsseldorfer Eishockey-Idols Otto Schneitberger von der DEG zum KEV. Am Ende sprang ein beachtlicher 3. Platz heraus, in der darauffolgenden Saison 1975/76 wurde man Vierter – der KEV war wieder wer!

Vizemeister 1977

Einen weiteren Aufschwung gab es mit der Spielzeit 1976/77. Mit dem Supermarkt-Großhändler Heinz Holtschneider als neuen Vorsitzenden hatte man jetzt einen finanzkräftigen Mann im Boot. Die Mannschaft konnte noch weiter verstärkt werden – nun wurde die Meisterschaft als Ziel ins Visier genommen. Trainer wurde Otto Schneitberger, der mit der letzten Saison seine aktive Laufbahn beim KEV beendete. Petr Hejma und die Gebrüder Guggemos wurden verpflichtet und Dick Decloe brachte aus Kanada einen Verteidiger mit: Vic Stanfield. Ähnlich wie zuvor Decloe wurde auch der etwas dicklich wirkende Stanfield zunächst belächelt. Doch Stanfield entpuppte sich als einer der stärksten Verteidiger der Liga und wurde später zu einem Krefelder Idol. Seine Rückennummer – die 4 – wird heute in Krefeld nicht mehr vergeben. Mit dieser starken Mannschaft konnte sich der KEV im Laufe der Saison mehrfach an die Tabellenspitze setzen. Die Rheinlandhalle war fast immer ausverkauft und draußen vor den Toren blühte der Schwarzhandel um die begehrten Tickets. Zum Titelgewinn reichte es letztlich dann doch nicht ganz. Am Saisonende durfte der KEV aber immerhin die Vizemeisterschaft 1977 feiern.

Der Konkurs 1978

Auch in der Saison 1977/78 befand sich Krefeld im Eishockeyfieber. Das nahezu unveränderte Team spielte weiterhin wie aus einem Guß und lag zum Jahreswechsel an der Tabellenspitze. Nichts deutete darauf hin, daß diese Saison für viele Jahre die letzte Bundesligasaison in Krefeld sein würde. Am Ende der Saison lag der KEV – etwas enttäuschend – auf dem vierten Platz. Es wurde eine neue Mannschaft formiert und mit Danny Malone ein neuer Trainer engagiert. Doch dieses neue Team sollte nie ein Spiel austragen. Im Juli 1978 mußte beim Amtsgericht Krefeld der Konkurs beantragt werden. Man hatte sich in den Vorjahren finanziell übernommen und Schulden in den Bilanzen nicht richtig ausgewiesen. Alle Rettungsversuche scheiterten als am 4. August 1978 der DEB dem KEV die Lizenz endgültig entzog.

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