Von Köln nach Krefeld: Kai Hospelt

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Ein weiterer Neuzugang stellt sich im Interview vor: Kai Hospelt!

Hallo Kai, was hat Dich von einem Wechsel aus deiner Heimat Köln zu den Pinguinen in Krefeld überzeugt?

Ich habe mit Torsten Ankert gesprochen und muss sagen, er hat nur geschwärmt. Sowohl vom Trainerteam als auch von den Jungs. Und auch in dem 1:1-Gespräch, das ich damals mit Matthias [Roos] hatte, war alles so, wie ich es mir vorgestellt habe. Klar, ich hatte natürlich eigentlich geplant, dass ich in Köln bleibe. Aber als sich dann abgezeichnet hat, dass daraus nichts wird, wollte ich in der Nähe bleiben. Das hat natürlich auch für Krefeld gesprochen. 

Wie lange hast Du denn mit den Verantwortlichen in Kontakt gestanden? Waren es lange Verhandlungen?

Ich bin irgendwann auf die Haie zugegangen und hab gefragt, wie es aussieht, wie ich planen kann. Das ist in der Saison nicht immer so einfach, weil viele Vereine Angst haben, in der Saison zu kommunizieren, dass sie einen nicht behalten wollen. Aber ich habe dann aus dem Gespräch meine eigenen Schlüsse gezogen und dann erst über meinen Agenten Kontakt aufgenommen. Dann ging es eigentlich relativ schnell. Matthias und ich waren uns schnell einig. Er hat dann zügig angeboten, dass wir uns persönlich treffen. Danach war eigentlich ziemlich schnell alles klar und das Thema war durch.

Du hast mit Krefeld eine persönliche Historie. 2003 standest Du als junger Spieler gegen die Pinguine im Finale. Was sind Deine Erinnerungen an damals?

Naja, das ist natürlich gemischt. Auf der einen Seite mit 17 Jahren im Finale zu stehen war natürlich toll. Auf der anderen Seite. . . wir haben halt verloren gegen Krefeld. Und auch wenn Krefeld damals überragende Playoffs gespielt hat, waren wir, denke ich, als Titelverteidiger Favorit. Aber mit 17 Jahren war das noch gar nicht so enttäuschend, denn man hat die Größe der Sache gar nicht so sehr ermessen können. Man denkt halt: Klar, jetzt war ich mit 17 in meinem ersten Jahr im Finale. So schwer kann das ja nicht sein. Versuchen wir es halt nächstes Jahr wieder. Man versteht das noch nicht so, dass das fünf, sechs oder noch mehr Jahre dauern kann, bis man mal wieder in einem Finale steht und die Chance hat, dieses Ding dann doch noch zu gewinnen.

Gibt es sonst einen besonderen Moment oder eine Erfahrung, die Du mit Krefeld verbindest?

Ja, damals in der Halbfinalserie mit Wolfsburg. Ich meine, das war 2011. Da sind wir ins Finale eingezogen und ich habe in der Verlängerung das entscheidende Tor geschossen. Das war dann in dem Sinne für Krefeld nicht so schön, aber für mich natürlich.

Gibt es denn Spieler im Kader, die Du wirklich gut kennst, also mehr, als nur mal vor oder nach einem Spiel mit ihnen zu reden?

Ja, mit Phil Riefers habe ich in Mannheim schon ein Jahr zusammen gespielt. Und Daniel Pietta, dadurch dass wir in einem ähnlichen Alter sind und beide aus dem Westen kommen, kenne ich natürlich schon ewig. Wir spielen seit wir Kinder sind schon ständig gegeneinander. Er ist ja nur ein Jahr jünger als ich. Und wir haben ja auch zusammen in der Nationalmannschaft gespielt. Bei Martin Schymainski ist es ähnlich. Gut, er war jetzt bei der Nationalmannschaft nicht ganz so oft dabei, aber auch er war schon immer ein Gegner und wir sind auch nur ein Jahr auseinander. Und wenn man dann bei irgendwelchen Turnieren spielt oder so, dann kommt man natürlich auch ins Gespräch. Also die Jungs kenn ich schon ganz gut.

Kommen wir ein bisschen zu Dir persönlich. Welches war als Kind Dein Lieblingsteam?

Klar, die Haie und die deutsche Nationalmannschaft fand ich immer toll. Und sonst. . . So mit neun, zehn Jahren, als ich angefangen habe, nach Amerika zu gucken, da war drüben Colorado gut und da hat ja auch Uwe Krupp gespielt, der nicht nur Deutscher sondern auch Kölner ist. Das war dann das erste Mal, dass ich ein NHL-Spiel geschaut habe, als die 1996 im Finale waren. Da war dann auch Peter Forsberg, den fand ich auch richtig klasse. Und sonst muss ich sagen: In der NHL war ich eigentlich immer Erfolgsfan und hab immer die verfolgt, die gut waren und gutes Hockey gespielt haben. [lacht]

Hattest Du denn auch einen Lieblingsspieler, nach dem Du vielleicht auch dein Spiel ein bisschen ausrichtest? Du hast gerade Peter Forsberg angesprochen. . .

Naja, orientieren kam später erst. Aber klar, Peter Forsberg fand ich schon super. In Deutschland dann auch Thomas Brandl. Das war ein super Kämpfer und den hab ich in Köln immer gesehen und fand ihn ganz toll als Kind. Und später, als man dann wirklich besser verstanden hat, was da so auf dem Eis passiert, würde ich auch sagen: Pavel Datsyuk. Das ist auch einer, der als Mittelstürmer natürlich immer genannt wird, weil er ein unglaublich kompletter Spieler war. Und sonst, auch wenn er genauso alt ist, wie ich: Patrice Bergeron. Das ist ein überragender Spieler, der immer macht, was von ihm verlangt wird. Wenn er nicht so stolz auf seine Defensive wäre und so sehr darauf achten würde, könnte er wahrscheinlich auch noch viel mehr Punkte machen. Aber er sagt eben, dass er das macht, was das Team braucht.

In Deiner Wolfsburger Zeit warst Du ein dominanter Scorer, 2012 sogar Ligatoptorjäger. In Mannheim und Köln hast Du eine andere Rolle gespielt. Wo siehst Du Dich in dieser Hinsicht im Krefelder Team?

Ach, das müssen wir erstmal schauen. Wenn die Mannschaft komplett ist und wie die Trainer dann im Trainingslager aufstellen. Das wird man einfach sehen. Aber ich denke schon, dass ich noch sehr viel mehr Offensive bringen kann, als ich im Vorjahr in der Rolle in Köln anzubieten in der Lage war, oder anbieten durfte. Aber ich bin jetzt sicher auch nicht mehr der, der ich mit Mitte 20 war. Ich bin jetzt auch schon Anfang, Mitte 30. Aber klar, es kommt auch immer auf die Rolle an. Wie viel Überzahl spielt man? Mit welchen Mitspielern? Wie ist die Chemie? Also da lass ich mich einfach überraschen. Aber da muss ich auch ehrlich sagen: Ich setze mir keine Ziele mehr, sondern versuche, das Bestmögliche rauszuholen.

Wo siehst Du selbst Deine Stärken auf dem Eis?

Ich denke, ich bin defensiv wie offensiv ziemlich gut und kann das Spiel gut lesen. Ich glaube, man muss nicht immer mit 100 Stundenkilometern rumrasen, wenn man manche Sachen auch durch Auge lösen kann und vorher erkennt. Dann reicht vielleicht einfach der richtige Schritt und zu wissen, wann man so sein muss. Dann sieht das Ganze plötzlich trotzdem schnell aus, auch wenn man vielleicht nicht rumrennt wie ein Verrückter.

Und abseits des Eises? Was bist Du für ein Typ? Was sind Deine Hobbys?

Das würde am liebsten meine Frau beantworten. [lacht] Nein, ich denke, ich bin ein offener Typ, habe eigentlich keine Probleme, mit anderen Leuten umzugehen und bin auch gern im Team und mach Dinge mit meinen Teamkameraden. Ich denke, sonst ist es in einem Mannschaftssport auch auf Dauer schwierig, wenn man immer nur Eigenbrödler ist. Und ich denke, ich kann keinem lange böse sein. Das ist eine meiner Stärken, manchmal auch Schwächen. Manchmal wäre ich gern ein bisschen länger böse, aber ich kann es eigentlich nicht. Und Hobbys: Also ich schau unheimlich gern Sport an. Alle möglichen Sachen. Ob Fußball, Tennis oder was auch immer. Jetzt spielt mein Sohn auch Fußball. Da schau ich unheimlich gern zu. Und ansonsten einfach Dinge mit der Familie machen.

Was sind denn Deine Pläne für den Sommer?

Ich bin jetzt seit gut zweieinhalb Wochen wieder im Training. Ich habe dieses Jahr nicht so lange Pause gemacht und freue mich, wenn es dann, ich denke mal etwa Ende Juni langsam aber sicher wieder aufs Eis geht. Ich werde zwischendurch mal mit der Familie in Urlaub fahren. Das ist im Juli. Und dann geht es ja auch schon wieder richtig los.

Wirst Du mit Deiner Familie in Köln wohnen bleiben, oder ziehst Du nach Krefeld?

Nee wir werden in Köln wohnen bleiben. Mein Sohn geht jetzt im Sommer in die Schule. Wir haben ein Eigenheim. Das war auch ein Grund, der für Krefeld gesprochen hat. Die drei bleiben hier wohnen und ich mit ihnen und werde dann gemeinsam mit Torsten Ankert pendeln. Und wenn es dann nötig ist werde ich mal ne Nacht im Hotel oder bei nem Teamkameraden schlafen, wenn es nicht lohnt, hin und her zu fahren. Und ansonsten werde ich zu Hause wohnen bleiben.

Kai, vielen Dank für Deine Zeit und hab einen schönen Sommer. Wir sehen uns im Juli.