Tommy Kristiansen: „Wenn ein Gegner schmutzig spielt wird er merken, dass ich da bin“

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Hallo Tommy! Willkommen in Krefeld. Du hast kürzlich einen Vertrag bei den Pinguinen unterschrieben. Was waren für Dich die Gründe, in die DEL im Allgemeinen und nach Krefeld im Besonderen zu wechseln?

Ich freue mich wirklich sehr darauf, nach Krefeld zu kommen. Ich habe viel über das Team und die Fans gehört und kann es wirklich kaum abwarten. Ich freue mich sehr darauf, für Krefeld und in der DEL zu spielen. Es wird sicher eine tolle Saison und ich denke, ich werde mit viel Spaß dabei sein. Ich freue mich darauf, meine Mannschaftskameraden und die Fans kennenzulernen!

Hast Du schon viel über die Fans in Deutschland gehört? Gerade Spieler aus Skandinavien sind ja meistens ziemlich begeistert…

Ja, ich habe sehr viel über die Fans gehört und ich habe einige Freunde, die in der DEL spielen. Die sind alle total begeistert. Sie haben mir auch über die Fans in Krefeld viel erzählt und haben gesagt, dass es der absolute Wahnsinn dort ist. Also, ja, ich freue mich sehr darauf. Und ich liebe es, zu spielen wenn die Halle voll ist und eine tolle Atmosphäre herrscht. Ich bin davon überzeugt, dass ich in Deutschland viel Spaß haben werde.

Du hast bislang in Norwegen und Schweden gespielt und Dich sicher auch über die DEL informiert. Wo ordnest du die Liga leistungsmäßig im Vergleich zu den beiden anderen ein?

Ich habe gehört, dass es eine sehr gute, sehr enge und intensive Liga ist. Das ist in Schweden ohne Frage auch der Fall. In Norwegen habe ich jetzt vier Jahre gespielt und in dieser Zeit viermal die Meisterschaft gewonnen, weshalb ich für die nächste Spielzeit eine neue Herausforderung gesucht habe. Ich freue mich sehr darauf, nach Krefeld zu kommen und dort etwas zu gewinnen. Es ist, nach allem was ich gehört habe, ein gutes Team, eine gute Organisation und eine gute Liga und ich denke, ich werde viel Spaß haben und will meine Sache sehr gut machen!

Wie ist denn der Kontakt nach Krefeld zustande gekommen und wie lange bestand er?

Während der Playoffs haben mich die Pinguine kontaktiert. Wir haben dann gesprochen, ich habe mit dem Manager und dem Trainer gesprochen und hatte wirklich gute Gespräche mit beiden. Es fühlt sich sehr gut an und wir haben rund einen Monat gesprochen, bevor ich unterschrieben habe. Ich hatte vor allem wirklich gute Gespräche mit dem Trainer, Rick Adduono. Es war gleich eine gute Chemie zwischen uns. Ich kann es nicht erwarten, für Krefeld aufs Eis zu gehen.

Dir eilt der Ruf eines Spielers voraus, der sich voll für sein Team einsetzt und sehr physisch spielt. Das belegen auch Deine Strafzeiten über die Jahre. Einige Fans haben da sicher Sorge, dass das Team oft in Unterzahl spielen wird. Was antwortest Du darauf?

Nun, ich bin ein physischer Spieler. Wenn ich auf dem Eis bin, dann gebe ich immer 100%. Natürlich gehört es aber auch zu meinem Stil, viele Checks zu fahren und das gegnerische Team dadurch zu verunsichern und so Energie in mein Team zu bringen. Wenn jemand kämpfen will, dann stehe ich bereit und stehe für meine Mannschaftskameraden ein. Aber ich nehme nicht viele dumme Strafen. Das ist sicher hier und da passiert, als ich jünger war, aber heute sind es eigentlich schon zumeist Strafen, bei denen ich den Gegner oft mit heraus nehme oder etwas für das Team bewirke. Die Fans können sich auf einen Spieler einstellen, der alles für die Mannschaft gibt und immer da ist, aber auch immer alles auf dem Eis lässt. Wenn ein Gegner also schmutzig spielt und meine Teamkameraden verletzt dann wird er merken, dass ich da bin!

In den letzten Jahren hattest Du meist mehr Tore als Vorlagen und warst zuletzt ein zuverlässiger 20-Tore-Scorer. Du suchst also stets den schnellen Abschluss?

Ja, ich bin ein ganz guter Torjäger, denke ich. Ich spiele gern und auch ganz gut, wie ich glaube, sagen zu können, im Slot, vor dem Tor. Speziell im Powerplay. Ich nehme dem Torwart die Sicht, gehe aber auch auf Rebounds und versuche, die Scheibe abzufälschen. Es ist mein Stil, ich bin ein Power-Forward und schieße schon einige Tore. Ich denke schon, dass das eine meiner Stärken ist.

Du bist also ein physischer Spieler, der vor dem Tor arbeitet und Tore schießen kann. Wie würdest Du Deine Spielweise ansonsten beschreiben? Mit welchem bekannten Spieler würdest du deine Spielweise vergleichen?

Oh, einen Vergleich mit anderen Spielern möchte ich nicht anstellen. Aber ich mag einfach das physische Spiel. Ich mag den nordamerikanischen Spielstil, alles für das Team zu tun, vor das Tor zugehen, Schüsse aufs Tor zu bringen, Tore zu schießen und ich bin auch ziemlich gut in Überzahl. Ich schieße viele Tore im Powerplay, wo ich vor dem Tor arbeiten und die berühmten „schmutzigen Tore“ schießen kann. Einfach, was immer es kostet, zu gewinnen.

Du hast es gesagt, Du hast in den letzten Jahren viermal die Meisterschaft in Norwegen gewonnen, insgesamt fünf Titel geholt. Und Rick hofft auch, dass Du diesen berühmten „Winning Spirt“ in die Kabine bringst. Wie können wir uns das vorstellen?

Das ist eine interessante Frage und ja, es ist eine wichtige Sache für mich. Ich komme nach Krefeld, weil ich gewöhnt bin, die Liga zu gewinnen und jetzt eben die Herausforderung suche. Aber ich hasse es, zu verlieren. Ich denke, ich bin ein Leader, der voran geht, der die Jungs mitreißt und ja, ich denke ich kann die Jungs animieren, alles zu geben, immer 100% zu geben, hart zu arbeiten und Spiele zu gewinnen. Das ist etwas, das mir sehr wichtig ist. Also ich will in die Playoffs kommen und dort dann den ganzen Weg gehen, das letzte Spiel gewinnen. Das ist immer mein Ziel!

Und abseits des Eises? Was bist Du da für ein Typ, was sind zum Beispiel Deine Hobbys?

Ich bin ein ziemlich entspannter Typ. Ich nehme die Ding leicht. Ich bin gern mit meinen Freunden und Mannschaftskameraden zusammen, ich gehe gern raus, trinke mit Freunden Kaffee. Ich bin ein sehr umgänglicher Typ, der gern mit seinen Freunden zusammen ist. Ich lerne gern Leute kennen und im Sommer geh ich sehr gern angeln!

Mit 27 Jahren bist Du im besten Eishockeyalter und warst bislang stets längere Zeit bei Deinen Teams. Ist es ein Ziel für Dich, Dich in Krefeld zu etablieren und auch längere Zeit zu bleiben?

Ja, auf jeden Fall! Ich nehme natürlich jedes Jahr für sich und muss immer meine Leistung bringen und mich für neue Verträge empfehlen. Aber wenn ich mich gut mache und sie mich behalten wollen, dann würde ich sehr gern länger bleiben! Ich freue mich wirklich sehr darauf, für Krefeld zu spielen. Ich will eine schöne Zeit haben und die kann sehr gern lange dauern.

Was sind für Dich denn Deine sportlichen Ziele für die kommende Saison – individuell wie fürs Team?

Ich rede jetzt nicht so viel darüber, wie viele Tore ich schießen will oder etwas in der Art. Das ist mir nicht so wichtig. Das wichtigste für mich ist, dem Team zu helfen. Ich will jeden Shift 100% geben, hart arbeiten und wenn Du das machst, dann kommen die Tore von ganz allein. Mein Ziel ist es, 100% zu geben. Und für das Team und die Fans will ich natürlich in die Playoffs kommen. Das ist das wichtigste. Ich bin überzeugt, dass Krefeld dieses Jahr viel besser sein wird und ich will in die Playoffs!

Nun steht zunächst einmal der Sommer an. Wie wirst Du diesen verbringen und weißt Du schon, wann Du nach Krefeld kommen wirst?

Ich werde die meiste Zeit daheim in meiner Heimatstadt verbringen. Ich habe noch einen Junggesellenabschied mit meinem besten Freund. Da fliegen wir dann nach Las Vegas. Darauf freue ich mich natürlich. Sonst werde ich aber die Zeit hier verbringen. Mit meinen Freunden und meiner Familie, werde trainieren und einen guten Sommer haben und für die nächste Saison bereit sein. Das ist für mich das wichtigste. Vielleicht fliege ich noch für eine Woche nach Spanien, um vor der Saison noch einmal auszuspannen und die Akkus voll aufzuladen. Das ist aber noch nicht sicher. Sonst werde ich noch mit einem Personal-Trainer trainieren, um in der bestmöglichen Form nach Krefeld zu kommen.

Tommy, vielen Dank für Deine Zeit!

(Das Gespräch haben wir vor seiner Verletzung während der WM-Vorbereitung geführt).