Starke Pinguine verlangen Spitzenreiter Mannheim alles ab

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Zum zweiten Mal in dieser Saison verlangten die Krefeld Pinguine Tabellenführer Adler Mannheim im Sonntagmittagspiel alles ab, zum zweiten Mal aber blieb am Ende nichts Zählbares. Im Jubiläumsspiel nach 85 Jahren Eishockey in Krefeld unterlagen die Pinguine den Adlern mit 2:3 (0:1, 1:1, 1:1). Trotzdem aber zeigte das Team, das in Retro-Trikots aufgelaufen war, eine starke Leistung. Zu der gehörte auch ein einmal mehr starker Oleg Shilin, der bei allen Gegentoren chancenlos war und nahtlos an die Leistungen vor seiner Verletzung anknüpfte, nachdem ihn Nikita Quapp zuletzt überragend vertreten hatte. Verzichten mussten die Coaches dabei weiterhin auf Kapitän Marin Schymainski, Leon Niederberger und Anton Berlyov. Für den souveränen Klassenprimus Mannheim startete Nationalgoalie Felix Brückmann im Tor.
Der Gast aus der Quadratestadt begann sehr aktiv und schnürte die Pinguine von Beginn an über weite Strecken im eigenen Drittel ein, ohne, dass allerdings zunächst klare Chancen herausgesprungen wären. Die erste klare Gelegenheit hatte in der fünften Minute ex-Pinguin Sinan Akdag, der als später Mann bei einem Angriff den Rückpass bekam und von Höhe der Bullypunkte völlig frei zum Schuss kam. Doch Shilin war sicher zur Stelle. Eine Minute später war es eine ganz ähnliche Situation. Diesmal kam Thomas Larkin zum Schuss und setzte das Hartgummi an den Pfosten. Die Pinguine selbst setzten, ähnlich wie im Hinspiel in der SAP-Arena, auf Konter und hatten zwei Gelegenheiten durch die Blank-Reihe. Doch sowohl Alexander selbst, als auch Maciek Rutkowski fanden ihren Meister in Brückmann. Die nächste Topchance hatte dann in der neunten Minute Alex Weiß, der völlig frei durch war und ebenfalls nur das Torgestänge traf. Zwei Minuten später war Jason Bast nach einem Krefelder Wechselfehler frei durch, doch Shilin hielt stark. In der 15. Minute dann die erste Unterzahl der Pinguine. Diese arbeiteten gut, mussten aber mit noch sechs Sekunden auf der Uhr gleich die nächste Strafe hinnehmen. Von dieser war noch gut eine Minute auf der Uhr, da ließ Shilin einen Schuss prallen, die Adler setzten nach, stocherten den Puck frei und Tim Wohlgemuth drückte ihn über die Linie. Nach Videobeweis erkannten die Schiedsrichter den Treffer an. Kurz vor der Pause dann noch eine weitere Strafe für die Hausherren. So ging es mit 0:1 und gut einer Minute Unterzahl in die erste Pause.
Die Unterzahl zu Beginn des zweiten Durchgangs aber brachte zunächst keinen Schaden, im Gegenteil! Die Pinguine eroberten den Puck und fuhren den Konter. Niclas Lucenius fuhr über Rechts ins Drittel, Lucas Lessio zog zum Tor, doch der Finne zog selbst ab und traf mit seinem ersten DEL-Tor für Krefeld zum frühen Ausgleich. Eine erste eigene Überzahl blieb dann erfolglos. In der 33. Minute dann die goldene Chance für die Adler. Einen Schuss musste Shilin prallen lassen. Den Abpraller jagte David Wolf durch den Torraum und am langen Eck verpasste Matthias Plachta die Scheibe und damit das leere Tor hauchdünn. Im Gegenzug jagte Jesper Jensen-Aabo einen Schlagschuss Zentimeter am Tor vorbei. Die erneute Gästeführung erzielte dann in der 36. Minute Joonas Lehtivuori, der nach Traumpass von Nigel Dawes am langen Eck nur einschießen musste. Gleich vom Bully weg war dann Jeremy Bracco durch, visierte das hohe kurze Eck an, doch sein Schuss ging nur ans Außennetz. Die Adler blieben jetzt dran und knapp zwei Minuten vor der Pause zog Ilari Melart von der blauen Linie ab. Vor dem Tor war viel Verkehr, Shilin hatte keine Sicht und so rutschte ihm der Puck durch und kullerte über die Linie. Zum zweiten Mal bemühten die Schiedsrichter den Videobeweis, entschieden aber auf Torwartbehinderung und gaben den Treffer darum nicht. So blieb es nach 40 Minuten beim 1:2.
Eine frühe Überzahl zu Beginn des Schlussabschnitts blieb ungenutzt, da Alex Bergström und Lessio jeweils aus kurzer Distanz knapp das Tor verfehlten. Es folgte eine weitere Unterzahl überstanden die Pinguine sicher und von der Strafbank kommend hatte dann Laurin Braun die große Chance zum Ausgleich, schoss aber bei einem 2-auf-1 knapp über das Tor. Der Spitzenreiter drängte jetzt auf die Entscheidung, die Pinguine aber hielt mit aufopferungsvollem Kampf dagegen und hielten die Begegnung offen. Im Konter sorgten sie außerdem führ Gefahr, so wie in der 52. Minute Mirko Sacher, der freistehend nur das Außennetz traf. Endgültig zogen sich die Schiedsrichter sechs Minuten vor dem Ende den Zorn der Zuschauer zu, als sie einen Kniecheck gegen Bergström nicht ahndeten. Der Schwede musste nach Behandlung auf dem Eis zunächst gestützt vom Spielfeld gebracht werden, konnte im nächsten Wechsel aber weiter spielen. Die Pinguine drängten jetzt nochmal auf den Ausgleich, doch 2:30 Minuten vor dem Ende ein Konter der Gäste. Einen Pass von Nico Krämmer in die Mitte nahm Jason Bast zunächst mit dem Schlittschuh an. Von da sprang der Puck an das Knie von Dominik Tiffels und ins Tor – ein ganz unglücklicher Gegentreffer. Noch immer gab sich das Team aber nicht geschlagen! Eine Minute vor dem Ende zog Jensen-Aabo von der blauen Linie ab, Brückmann ließ prallen und Lessio nahm den Abpraller auf und drückte ihn über die Linie. Sofort nahm Igor Zakharkin seine Auszeit und Shilin aus dem Tor, doch es reichte nicht mehr. Nach großem Kampf mussten sich die Pinguine mit 2:3 geschlagen geben.
Damit treten die Pinguine in der Tabelle weiter auf der Stelle, halten aber mit erneut zwei Punkten am Wochenende immer noch den Anschluss an Rang 10. Weiter geht es bereits am Freitag (19.30 Uhr) mit dem nächsten Heimspiel, diesmal gegen die Augsburger Panther, ehe die kurze Reise am Sonntag zu den Kölner Haien geht.

Strafen:
Krefeld: 10
Mannheim: 4

Tore
0:1 18. Wohlgemuth (Szwarz, Melart) PP
1:1 21. Lucenius SHG
1:2 36. Lehtivuori (Dawes, Larkin)
1:3 58. Bast (Krämmer, Szwarz)
2:3 60. Lessio (Bracco, Jensen Aabo)