Schwaches zweites Drittel bringt Iserlohn zum Sieg

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Auch im achten Heimspiel der Saison bleiben die Krefeld Pinguine ohne Punkt und müssen zum zweiten Mal hintereinander sieben Gegentore vor dem heimischen „Papplikum“ hinnehmen. Alleine fünf davon im zweiten Drittel. Vor dem neuen Cheftrainer Clark Donatelli und dem Team liegt ein weiter Weg, möchte man konstant und über 60 Minuten eine gute Leistung zeigen.

Das erste Drittel sollte den Jungs hierfür als Vorbild dienen. Hohe Laufbereitschaft und intensiver Körpereinsatz, gepaart mit Spielwitz und der ein oder anderen guten Einzelaktion. Sergey Belov, der heute von Beginn an das Tor hütete stand dabei bereits nach 29 Sekunden im Mittelpunkt. Erneut drohte ein Fehlstart, als der Puck leichtfertig hinter dem Tor vertändelt wurde und auf dem Schläger Brent Raedekes landete. Der Russe blieb lange genug stehen und konnte das frühe Gegentor mit der Fanghand verhindern.
Nicht nur das: Auf der anderen Seite des Eises gelang im Gegenzug sogar der frühe Führungstreffer! Tief in der Angriffszone kombinierten sich Laurin Braun und Brett Olson in Richtung Tor. Die Roosters waren in der Rückwärtsbewegung zu sehr auf die beiden Stürmer fokussiert, sodass sie nicht merkten, dass sich Pinguine-Verteidiger Alex Trivellato von der blauen Linie vor das Tor wagte, um sich in Schussposition zu bringen. Olsons Pass verwertete der Italiener zu seinem ersten Saisontor.
Die Schwarz-Gelben hatten danach Blut geleckt und erhöhten in der achten Minute auf 2:0. Niklas Postel spielte den Puck über die Bande aus dem eigenen Drittel heraus und fand Patrick Klöpper an der zweiten blauen Linie, der den springenden Puck geschickt unter Kontrolle brachte und Artur Tyanulin beim 2-auf-1 in den Angriff einbezog. Der junge Rotschopf ließ Andreas Jenike im Gehäuse der Sauerländer keine Chance und setzt damit seine starke Saison fort. 12 Punkte in 10 Spielen lassen aufhorchen!

Aufhorchen ließen in der 20. Minute des körperlich harten geführten Spiels auch die Iserlohner. Robert Raymond setzte sich in der Ecke gegen Philipp Mass durch und brachte die Scheibe fünf Sekunden vor Ende des Drittels vor das Tor Belovs. Dort hatte sich Brody Sutter von Mass Verteidigungspartner Kris Bindulis gelöst und so in Position gebracht, dass er den Puck in die lange Ecke des Tores abfälschen konnte. Ärgerlich, aber kein Grund zu Panik.
Diese machte sich erst im zweiten Drittel breit. Fünf Gegentore und ein Torwartwechsel später, war das Spiel nach dem Mittelabschnitt entschieden. Sutter in der 21. Minute nach starker Einzelaktion mit dem 2:2, Marko Friedrich bei angezeigter Strafe in der 23. Minute mit dem 2:3, Joel Lowry im Powerplay in der 31. Minute zum 2:4. Marvin Cüpper ersetzte anschließend den glücklosen Belov. Ein Torwartwechsel ist häufig eine gute Gelegenheit, um eine Mannschaft nochmal wachzurütteln. Heute brachte dieser Schachzug leider nichts. Gerade einmal zwei Minuten stand Cüpper im Tor, da erhöhte Raedeke in der 33. Minute auf 2:5, Joseph Whitney in der 38. Minute sogar auf 2:6 – erneut im Powerplay, welches gerade einmal 12 Sekunden dauerte.

Insbesondere nach dem hoffnungsvollen ersten Drittel, offenbarte das zweite Drittel, dass unsere junge Mannschaft durchaus das Potenzial hat auf Augenhöhe mitzuspielen, sich aber durch Gegentore oder andere Nackenschläge zu sehr einschüchtern und unterkriegen lässt. Das letzte Drittel sollte also mehr zum Charaktertest werden.
Diesen sollte die Mannschaft jedoch bestehen. Zumindest beruhigten sich die Defensivarbeit und auch ein paar Chancen spielten sich die Seidenstädter heraus. Im ausgeglichenen Schlussdrittel sollten zwei Youngster beider Teams noch je ein Tor erzielen. Iserlohns Tim Fleischer in der 50. Minute und Alex Blank auf Seiten der Krefelder in der 59. Minute mit Ergebnis- und Statistik-Kosmetik im Powerplay.
Am Ende überwiegt aber die Enttäuschung darüber erneut nicht 60 Minuten lang das Gaspedal runter gedrückt zu haben und das Spiel durch einen desolaten Mittelabschnitt hergeschenkt zu haben.

Strafen
KEV 4
IEC 4

Tore
1:0 2. Trivellato (Olson, L. Braun)
2:0 8. Tyanulin (Klöpper, Postel)
2:1 20. Sutter (Raymond, Bailey)
2:2 22. Sutter (Aubin, Raymond)
2:3 23. Friedrich (Riefers, Weidner)
2:4 31. Lowry (Jentzsch, Aubin)
2:5 33. Raedeke (Aubin, Lowry)
2:6 38. Whitney (Raymond, Bailey)
2:7 50. Fleischer (Buschmann, Friedrich)
3:7 59. Blank (Tyanulin, L. Braun)