Schwacher Auftaktdurchgang: Iserlohn diesmal keine Reise wert

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Im zweiten Derby – diesmal dem ganz kleinen – binnen drei Tagen unterlagen die Krefeld Pinguine am heutigen Mittwochabend bei den Iserlohn Roosters mit 2:5 (0:4, 0:0, 2:1). Die Gäste fuhren durchaus mit reichlich Selbstvertrauen an den Seilersee, hatten sie doch unter Interimscoach Boris Blank den ersten Saisonsieg an gleicher Stelle gefeiert und außerdem am Sonntag gegen die DEG den ersten Heimsieg der Saison gefeiert. Coach Clark Donatelli vertraute fast dem identnischen Team wie am Sonntag. Lediglich Luca Hauf sammelte am Dienstag Spielpraxis in der Oberliga. Im Tor stand damit erneut der junge Nikita Quapp, der bei der Hälfte der Krefelder Saisonsiege zwischen den Pfosten gestanden hatte und damit den etablierten Goalies mehr und mehr den Rang abläuft.

Die Partie begann allerdings denkbar schlecht für die Pinguine, denn praktisch vom Auftaktbully weg kamen die Roosters, nach erstem Angriff der Pinguine, in Scheibenbesitz und schickten nach 13 Sekunden mit einem langen Pass Brody Sutter auf die Reise, der ganz allein vor Quapp auftauchte und diesem mit einer schnellen Körpertäuschung keine Chance ließ. Zwar war der junge Goalie mit dem Schoner im Eck, doch die Scheibe passte zu genau neben den Pfosten. Den Schock steckte das Team zunächst gut weg und gestaltete das Spiel trotz fehlender Abschlüsse einigermaßen ausgeglichen, musste aber in der siebten Minute die erste Strafzeit hinnehmen. Mehrfach stand Quapp im Blickpunkt, wehrte aber gegen Casey Bailey und Brent Aubin zunächst stark ab. Doch der Puck lief hervorragend durch die blauen Reihen und schließlich zog erneut Aubin ab. Quapp war die Sicht versperrt und so schlug die Scheibe zum 2:0 ein. Iserlohn wirkte deutlich zielstrebiger und brachte den Puck immer wieder auf das Tor, während die Pinguine nicht wirklich in offensive Aktionen kamen. Und so war es in der 12. Minute ausgerechnet Ex-Pinguin Philipp Riefers, der an die Scheibe kam und von der blauen Linie abzog. Erneut hatte Quapp keinerlei Sicht und so schlug das Hartgummi bereits zum dritten Mal an diesem Abend ein. Wenig später dann auch noch die zweite Strafe. Joel Lowry tauchte dabei mutterseelenallein vor Quapp auf, doch der junge Goalie behielt mit einer starken Reaktion die Oberhand. So überstanden die Pinguine die Situation. Wenig später dann die erste Überzahl für die Gäste und ein Abpraller sprang Alex Blank auf die Kelle, doch Andreas Jenike war mit einer überragenden Parade zur Stelle und verhinderte einen sicher geglaubten Einschlag. So blieb die Gelegenheit ungenutzt und knapp zwei Minuten vor der Pause dann noch einmal eine Strafzeit für die Gäste. Griffin Reinhart fasste sich ein Herz, marschierte allein durch drei Krefelder und stocherte den Puck dann am verdutzten Quapp vorbei zum 4:0 und damit einem vollkommen verkorksten ersten Durchgang aus Krefelder Sicht in die Maschen. Dabei blieb es immerhin, da wenig später Martin Schymainski auf der Gegenseite scheiterte.
Zum zweiten Durchgang kam Sergej Belov für den frustrierten Quapp auf das Eis. Zweimal klärte der Russe, blieb dann aber zunächst auf dem Eis liegen, nachdem er einen Schuss gegen den Hals bekommen hatte. Doch nach kurzer Behandlung konnte er weiter machen. Wenig später dann die große Chance zum Anschluss, doch bei einem Zwei-auf-Eins scheiterte zunächst Leon Niederberger, den Nachschuss setzte Martins Karsums neben das Tor. Die Pinguine waren jetzt endlich im Spiel und überstanden ein weiteres Unterzahlspiel unbeschadet und kamen zur Hälfte des Spiels ihrerseits einmal mehr in Überzahl. Zunächst hatte Lucas Lessio die Chance, setzte den Puck aber knapp neben das Tor. Dann passte Brett Olson perfekt in den Slot, wo gleich zwei Krefelder verpassten – sie hätten ein leeres Tor gehabt. Als auch Schymainski verpasste, blieb es beim 0:4 aus Gästesicht. In der 35. Minute verpasste dann zunächst Lessio aus aussichtsreiche Position. Im direkten Gegenzug traf Bailey zunächst den Pfosten und scheiterte Augenblicke später am stark reagierenden Belov. So blieb es auch nach 40 Minuten beim karen 4:0 für Iserlohn.
Der Schlussdurchgang sah dann, auch unterstützt durch eine Überzahl, eine Druckphase der Pinguine, in der Karsums völlig frei vor Jenike auftauchte, doch der Goalie hielt. Insgesamt zeigten die Krefelder jetzt Charakter und hatten serienweise Chancen. Die bis dato vielleicht beste des Spiels hatte in der 48. Minute Artur Tyanulin, der völlig frei und in perfekter Scheibenkontrolle vor Jenike auftauchte, diesen aber nicht zu überwinden vermochte. Weiter machten die Pinguine Druck und für Iserlohn wurde es schmerzhaft, als ein abgefälschter Buncis-Schuss Ryan O’Connor voll im Gesicht traf. Der Defender musste blutend vom Eis. Weiter dominierten jetzt die Gäste das Geschehen, doch immer wieder hieß die Endstation Jenike. Und so kam es, wie es kommen musste: In der 55. Minute kamen die Gastgeber zu einem Vier-auf-Zwei-Konter und Sutter traf mit seinem zweiten Tor an diesem Abend zum 5:0. Wenigstens der Ehrentreffer aber gelang noch. In Überzahl spielte Blank den perfekten Querpass auf Olson und der traf humorlos zum verdienten Treffer (57.). Und nur Sekunden später gar noch das zweite Tor: Ivan Petrakov nahm Jenike hinter dem Tor die Scheibe ab und legte auf Filips Buncis und der verwandelte zum 2:5. Und beinahe wäre es sogar noch einmal eng geworden: Donatelli nahm den Torwart vom Eis und Olson traf freistehend beim fast leeren Tor nur die Querlatte. Die Gäste versuchte es weiter, doch am Ende blieb es beim aufgrund der großen Effizienz im ersten Durchgang verdienten Sieg für die Roosters.
Dennoch: Die Pinguine zeigten ab dem zweiten Durchgang eine gute Leistung und vor allem viel Charakter in den letzten 20 Minuten. Zum Abschluss der Nord-Runde geht es nun nach Bremerhaven, ehe die ersten Südvergleiche, ebenfalls auswärts, auf dem Plan stehen.

Strafen:
Iserlohn: 10
Krefeld: 10

Tore:
1:0 1. Sutter (Reinhart)
2:0 8. Aubin (Grenier, O’Connor) PP
3:0 12. Riefers (S. Whitney, J. Whitney)
4:0 20. Reinhart (Jenike)
5:0 55. Sutter (J. Whitney, S. Whitney)
5:1 57. Olson (Blank, Sacher) PP
5:2 58. Buncis (Petrakov)