Saison 2016/17: Eine Mannschaft im Wandel

Die neue Saison 2016/17 stellt für die Pinguine in vieler Hinsicht einen Neuanfang dar. Nach einem Jahr, in dem man auf dem Eis die Ziele verfehlte, wurde der sportliche Bereich fast komplett umgekrempelt. Und auch in der Geschäftsstelle gab es maßgebliche Änderungen. Hier zieht jetzt der neue Geschäftsführer Karsten Krippner die Fäden, der im Januar seine Arbeit antrat. Unterstützt wird er dabei unter anderem von Katharina Schneider-Bodien als neuer Pressesprecherin. Die größten Änderungen jedoch fanden auf dem Eis und an der Bande statt. Schon während der letzten Spielzeit hatte Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Schulz die vergangene zur Übergangs- und die aktuelle zur „Angriffssaison“ erklärt. Und diesen großen Ankündigungen ließ man im Schwarz-Gelben Lager Taten folgen. Und wie!

Nachdem die insgesamt so erfolgreiche Zeit unter Rick Adduono im Herbst geendet hatte, übernahm in Franz-David Fritzmeier der jüngste Coach der Liga. Und vom Start weg bewies der ehemalige Pinguine-Spieler, dass er mit viel Energie und neuen Ideen für neue Impulse sorgt. Trotzdem brachte das zunächst keine Ergebnisse auf dem Spielbericht. Spielerisch war man zwar zumeist überzeugend und erspielte sich viele Möglichkeiten, doch was fehlte, waren die notwendigen Tore. Martin Schymainski traf regelmäßig und auch Daniel Pietta oder Herberts Vasiljevs zeichneten sich als Scorer aus. Doch ansonsten fehlten einfach die nötigen Treffer, um Spiele zu gewinnen. Defensiv jedoch verbesserte man sich immer mehr und als zum Ende der Saison ein Spieler wie Henrik Eriksson endlich seinen Torinstinkt wiederfand, da kamen defensive Stabilität und notwendige Treffer zusammen. Mit einer überzeugenden Siegesserie konnte sich das Team noch vom letzten Tabellenplatz verabschieden. Das war eine Andeutung dessen, was nun kommen soll.

Die Analyse der Saison belegte, dass vor allem Tore fehlten. Und besonders in dieser Hinsicht verbesserte man den Kader für 2016/17! Früh wurde aus Augsburg Mark Mancari verpflichtet. Der Stürmer war in seiner Zeit in Nordamerika fast immer Topscorer und/oder Toptorjäger seiner jeweiligen Teams. Mit 31 Jahren ist er auch noch keineswegs über den Zenit hinaus und konnte sich nach seinem Jahr in der Fuggerstadt auch an die DEL gewöhnen. Ihm zur Seite stellte man in Marco Rosa einen erprobten DEL-Stürmer, der sich in Jahren in Wolfsburg als starker Spielmacher beweisen konnte und Mancari mit den nötigen Pässen füttern soll. In der Defensive wollen die erfahrenen Tim Hambly und Kyle Klubertanz für Stabilität und einen starken ersten Pass im Umschaltspiel gleichermaßen sorgen. Dazu kam auch noch der offensivstarke Mike Little, der in der vergangenen Saison bereits in der Vorbereitung in Iserlohn durchaus überzeugt hatte. Dann entschied man sich im Sauerland aber dennoch für den erfahrenen Périard, so dass der nur 1,74 m große Rechtsschütze nach Kassel in die DEL2 wechselte und dort einer der besten Verteidiger der Liga wurde und die Truppe zur Meisterschaft führte. Bei den Pinguinen kann er nun auch in der DEL seine Klasse zeigen.

Als man bereits glaubte, das Team stünde, da folgte dann noch der Königstransfer: Aus Hamburg, die sich überraschenderweise aus der DEL zurückgezogen hatten, wurde in Marcel Müller der gefährlichste Pinguine-Torjäger der Spielzeit 14/15 zurück an die Westparkstraße geholt. Ihm stellte man dann unmittelbar zum Trainingsauftakt auch noch einen der besten Passgeber der vergangenen Saison, Dragan Umicevic, zur Seite. Darüber hinaus wurden die jungen Patrick Klöpper und Kevin Orendorz, die beide in der DEL2 Spielpraxis und Erfahrungen gesammelt hatten, nachdem sie sich bereits aus dem eigenen Nachwuchs in die DEL-Mannschaft der Pinguine gespielt hatten, zurückgeholt.

Das ergibt alles in allem eine hochinteressante Mischung. Im Tor hat man mit dem jungen Klein und dem erfahrenen Galbraith ein sehr gutes Gespann. Die Defensive ist ausgeglichen und spielstark besetzt und im Sturm gibt es drei Reihen, die durchaus ein Spiel entscheiden können. Pietta, Müller, Umicevic, Mancari, Rosa, Schymainski, Vasiljevs oder Mike Collins sind Spieler, die stets für eine entscheidende Aktion gut sind. Und die jungen Norman Hauner, Orendorz, Klöpper oder auch Christian Kretschmann und Mike Mieszkowski sind durchaus ebenfalls für einen Treffer gut.

Insgesamt ergibt das eine spannende Mannschaft, die, geführt von Fritzmeier, durchaus Potential hat, in die Playoffs einzuziehen. Das zeigten bereits die ersten Auftritte in der CHL, als sich das Team gegen die europäischen Spitzenteams aus Ostrava und Oulu hervorragend schlug…!