Punkt der Moral in Bremerhaven

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Die Krefeld Pinguine kehren zumindest mit einem Teilerfolg vom Auswärtsspiel bei Angstgegner Bremerhaven zurück. Beim 3:4 (0:2, 2:1, 1:0, 0:1) n.V. holte das Team einen zwischenzeitlichen 0:3-Rückstand auf, hatte sogar beste Chancen auf den Dreier, unterlag dann aber in der Overtime.

Die Pinguine mussten erwartungsgemäß auf den gegen Schwenningen verletzten Topgoalie Oleg Shilin verzichten. Für ihn stand wie zu vermuten Sergey Belov zwischen den Pfosten. Da somit ein Spieler mit Ausländerlizenz auf die Tribüne musste, blieb Niclas Lucenius in Krefeld. Seinen Platz in der ersten Reihe nahm, etwas überraschend, Routinier Eduard Lewandowski ein. Belovs Gegenüber auf Seiten der Norddeutschen war Ben Maxwell, der schon in Krefeld die schwarz-gelben Stürmer zur Verzweiflung gebracht hatte.

Das Spiel war gerade eineinhalb Minuten alt, da lief die Scheibe bei einem schnellen Konter gut durch die Reihen und am Ende tauchte Robert Sabolic völlig frei vor Maxwell auf, setzte das Hartgummi aber knapp neben das Tor. Gut eine Minute später dann die erste Unterzahl. Das zweitbeste Heim-Powerplay der DEL baute viel Druck auf und zwang die Pinguine zur nächsten Strafe. Mit noch 19 Sekunden auf der Uhr hieß es damit Fünf gegen Drei. Das aber überstanden die Gäste ebenso, wie die folgende zweite einfache Unterzahl. Doch die Pinguine schafften es nicht, die Scheibe kontrolliert aus dem Drittel zu bringen. Bremerhaven warf sie zum Tor und Ziga Jeglic fälschte unhaltbar ab, so dass der Puck durch die Beine Belovs über die Linie trudelte (8.). Fast im Gegenzug dann aber auch die erste Strafe für die Gastgeber und die Pinguine machten viel Druck und hatten gleich mehrere gute Schüsse. Mehrfach brannte es lichterloh vor Maxwell, der aber zunächst die Oberhand behielt. So blieb die Gelegenheit trotz eines halben Dutzends guter Einschussmöglichkeiten ohne Torerfolg. Die Pinguine blieben in der Folge ihrer Auswärtstaktik treu, ließen defensiv kaum etwas zu und kamen mit schnellen Kontern immer wieder gefährlich vor das Tor der Gastgeber, verstanden es aber zunächst nicht, diese Gelegenheiten auch zu nutzen. Und das rächte sich in der 16. Wieder war es der Slowenen-Block, diesmal in Person von Miha Verlic, der den Pass von hinter dem Tor bekam und aus kurzer Distanz per Direktschuss zum 2:0 einschoss. Ein Resultat, das den Spielverlauf zwar nicht wirklich wiedergab, aber einfach ein Ergebnis der Effizienz der Hausherren war. Daran änderte sich auch in den verbleibenden Minuten bis zur Pause nichts mehr. So blieb es nach 20 Minuten beim 0:2 aus Gästesicht.

Durchgang Zwei sah dann Pinguine, die sichtbar bemüht waren, den Anschluss herzustellen, die aber in der 24. bei einem Zwei-auf-Eins-Konter der Gastgeber Glück hatten, dass die Scheibe knapp am Tor vorbei strich. Wenig später dann die dritte Strafzeit für Krefeld, wobei Jeremy Bracco eigentlich selbst zu Fall kam, dabei aber unglücklich in den Gegner schlitterte. Bremerhaven aber focht das nicht an. Mit einer schnellen Kombination kam der Puck zu Verlic, der die Scheibe nur zum Tor stach und diesen zum 3:0 in die Maschen setzte. Die Pinguine aber ließen sich nicht entmutigen und spielten weiter konsequent. Das zahlte sich in der 31. aus. Jesper Jensen-Aaabo schoss von der blauen Linie. Maxwell konnte nur prallen lassen und Lucas Lessio schlenzte den springenden Puck aus spitzem Winkel über den Schoner des Goalies hinweg zum Anschluss in die Maschen. Eine Minute später aber die nächste Topchance für Bremerhaven, doch Belov reagierte stark gegen Jan Urbas. Die Pinguine machten nun etwas auf und in der 34. war es erneut Urbas, der frei vor Belov auftauchte, diesen aber nicht überwinden konnte. Diese Aktion veredelte eine Minute später die Topformation. Über Jensen-Aabo und Lessio kam der Puck zu Lewandowski und der hielt kurz vor dem Tor nur die Kelle rein und setzte das Spielgerät zum 2:3 in die Maschen. Dieses Ergebnis war dann auch der Zwischenstand nach 40 Minuten.

Der Schlussdurchgang war gerade eine Minute alt, da bekamen die Pinguine ihre zweite Überzahl. Wieder lief die Scheibe sehr gut und es gab die große Chance, doch Jeremy Bracco setzte den Puck neben das Tor. So blieb es zunächst beim 2:3. Es war danach ein Spiel, in dem gute Chancen auf beiden Seiten Mangelware waren. Doch in der 49. zunächst die Gelegenheit für Alex Weiß. Er brachte den Puck zwar nicht im Tor unter, holte aber die Strafe heraus und so konnten die Mannen von Igor Zakharkin bei angezeigter Strafe mit Sechs gegen Fünf agieren. Zwei gute Gelegenheiten blieben ungenutzt, doch weiter kam Bremerhaven nicht an die Scheibe und so zog Alex Bergström ab und erneut Weiß drückte den Abpraller zum zwischenzeitlich sicher nicht unverdienten Ausgleich in die Maschen. Die Pinguine blieben jetzt dran und hatten eine Minute später die goldene Chance: Bracco verzögerte überragend, zog die ganze Verteidigung auf sich und legte dann auf Lessio, der sofort abzog, doch Maxwell war mit einem überragenden Schoner-Save zur Stelle und verhinderte, dass das Spiel komplett gedreht würde. Es war jetzt ein Spiel auf des Messers Schneide. Beide Teams kamen zu Chancen doch die Keeper hielten ihre jeweiligen Gehäuse sauber. Die ganz große Chance hatte dann zweieinhalb Minuten vor dem Ende erneut Lessio, als er zum Abpraller eines Gläßl-Schusses kam, diesen aber aus spitzem Winkel erneut nicht an der schnellen Schiene von Maxwell vorbei brachte. So blieb es nach 60 Minuten bei einem 3:3, das nach Hälfte der Spielzeit sicher nicht für möglich gehalten worden wäre. Die Verlängerung musste also die Entscheidung bringen.

Beide Teams waren sehr um Scheibenkontrolle bemüht und so war es eine Verlängerung, die eher wenige spektakuläre Momente brachte. Doch in der 63. zog Miha Verlic einfach mal ab und knallte das Hartgummi genau an den Innenpfosten, so dass es unhaltbar hinter Belov, dem auch die Sicht versperrt war, einschlug. Damit komplettiert der Slowene seinen Hattrick zum Sieg.

So blieb am Ende nur ein Punkt für die Pinguine, mit dem aber nach dem 0:3 nicht zu rechnen war. So darf dieser Zähler aus Krefelder Sicht durchaus als Erfolg gewertet werden, auch wenn, nach den Chancen im Schlussdurchgang, auch mehr drin gewesen wäre. Weiter geht es nun bereits am Donnerstag mit dem Heimauftritt gegen Nürnberg, dem letzten Spiel des Corona-Jahres 2021.

 

Strafen:

Bremerhaven: 6

Krefeld: 6

 

Tore:

1:0 8. Jeglic (Eminger)

2:0 16. Verlic (Jeglic, Dietz)

3:0 25. Verlic (Urbas, Trska) PP

3:1 31. Lessio (Jensen-Aabo, Lewandowski)

3:2 35. Lewandowski (Lessio, Bracco)

3:3 50. Weiß (Bergström) 6-5

3:4 63. Verlic (Alber, McGinn)