Pinguine unterliegen trotz großen Kampfes in Straubing

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Trotz starker und bis zur letzten Sekunde engagierter Leistung unterlagen die Krefeld Pinguine am Mittwochabend den Straubing Tigers knapp mit 1:3 (0:1, 1:1, 0:1). Die Pinguine begannen nicht einmal 24 Stunden nach Ende des Spiels in Nürnberg mit fast der gleichen Aufstellung, wie an der Noris. Lediglich der an der Schulter verletzte Nikita Shatsky konnte, ebenso wie der angeschlagene Kristofers Bindulis, erwartungsgemäß nicht spielen. Im Tor begann diesmal Sergej Belov für den jungen Nikita Quapp. Auf der Gegenseite sah der sich in Sebastian Vogl einem der statistisch besten Keeper der DEL gegenüber.
Die Partie begann durchaus ausgeglichen. Die Pinguine hatten zunächst sogar die leicht besseren Chancen. Doch nach gut sechs Minuten leistete sich Lucas Lessio im Forecheck eine unnötige Strafe und so galt es, erstmals in Unterzahl zu agieren. In dieser schlug zunächst ein Schuss von Marcel Brandt an den Pfosten. Wenige Sekunden später durfte der Blueliner zum zweiten Mal abziehen und diesmal zielte er etwas genauer und setzte einen Onetimer mit Wucht genau ins Kreuzeck zur frühen Führung der Hausherren. Die Pinguine jedoch reagierten nicht geschockt, sondern spielten weiter gut mit und hatten in der zehnten Minute nach starkem Solo von Artur Tyanulin die erste richtig dicke Chance durch einen Direktschuss von Lessio aus kurzer Distanz, doch Vogl parierte. Auf der Gegenseite hatten sie aber auch Glück, als Constantin Braun einen Schuss von Kael Mouillerat an die Latte abfälschte. Auf der Gegenseite schickte in der 16. Lessio diesmal Tyanulin, doch der junge Russe wurde im letzten Moment abgedrängt, spielte zwar einen guten Rückpass, doch Brett Olson traf die Scheibe nicht richtig. So blieb es nach den ersten 20 gespielten Minuten bei der knappen Führung der Gastgeber.
Der zweite Durchgang sah dann zunächst ein unverändertes Bild, doch in der 25. Minute bekamen die Pinguine ihr erstes Überzahlspiel des Abends. Die erste Gelegenheit hatte dabei TJ Mulock per Konter, verzog aber knapp. Dann aber die Pinguine der Offensive und über Tyanulin kam der Puck zu Mirko Sacher, der zog von der blauen Linie ab und Lessio nahm Vogl die Sicht und war vielleicht sogar noch leicht an der Scheibe, diese jedenfalls schlug zum nicht unverdienten Ausgleich ein. Lessio wurde zumindest als offizieller Torschütze geführt. Weiter ging es mit einem ausgeglichenen Spiel und bei Vier gegen Vier kam in der 31. Minute nach Scheibenverlust im eigenen Drittel Antoine Laganière frei zum Schuss, doch Belov war sicher zur Stelle. Wenig später dann die Vier-gegen-Drei-Überzahl der Tigers, die dann sogar für einige Sekunden zu einem Fünf-gegen-Drei wurde. Die Pinguine aber kämpften und überstanden so die kritische Situation unbeschadet. Absoluter Turm in der Schlacht war, nicht nur in dieser Situation, Belov, der schon zu diesem Zeitpunkt bei fast 30 Paraden stand (34. Minute). In der 36. dann aber die nächste Unterzahl. Wieder kamen die Tigers gut ins Drittel und ließen den Puck laufen. Und erneut kam die Scheibe zu Brandt. Wieder zog der ab und wie schon im ersten Durchgang schlug der Puck knallhart ein – diesmal aber im kurzen, erneut aber genau im Kreuzeck. Erneut aber zeigten die Pinguine trotz kurzer Bank und noch kürzerer Regenerationszeit keine Resignation, sondern spielten weiter gut mit. Tore aber fielen nicht mehr und so blieb es nach 40 Minuten weiter bei der Ein-Tore-Führung des klaren Favoriten.
Zum Schlussdurchgang kam überraschend Quapp für den bärenstarken Belov aufs Eis. Der allerdings hatte kurz vor der Pause einen harten Schuss genau auf die Maske bekommen und danach leicht angeschlagen gewirkt. Die Mannschaft reagierte aber keineswegs negativ, sondern kam einmal mehr durch die erste Reihe zu einer guten Gelegenheit. Nah einer schnellen Kombination setzte Olson Philipp Mass stark in Szene, der aber mit seinem gefährlichen Schlenzer am gut reagierenden Vogl scheiterte. Dann aber doch die Chance für die Tigers: In der 45. Minute kam Corey Tropp an die Scheibe. Der ex-NHL-Spieler zog von Höhe des Bullypunktes verdeckt ab und traf genau neben den Pfosten zum 3:1. Die Pinguine aber antworteten weiter mit starker Moral, ließen in der 50. Minute die Scheibe einmal mehr durch die Paradereihe stark laufen und zogen die Strafe. Die Überzahl brachte aber gegen das drittbeste Penaltykilling der Liga diesmal keinen Torerfolg. Langsam lief die Zeit herunter, doch dreieinhalb Minuten vor dem Ende dann noch einmal die Überzahlchance. Wieder lief die Scheibe sehr gut durch die Reihen. Der erste Block spielte das Powerplay bis auf wenige Sekunden durch und kam zu Schüssen, die aber stets im souveränen Vogl ihren Meister fanden. Zwei Minuten vor dem Ende ging dann auch Quapp vom Eis. Die Pinguine feuerten jetzt aus allen Lagen, doch es reichte nicht mehr. Trotz einer erneut couragierten und vor allem von starker Moral geprägten Leistung blieb es bei einer 1:3-Niederlage für die Gäste.
Diese Empfangen nun am Freitag um 19.30 Uhr die Nürnberg Ice Tigers in der heimischen Yayla-Arena. Dennoch: Gerade angesichts der Tatsache, dass es ein dezimiertes Team nach kurzer Erholungsphase war, ist die Leistung der Krefelder aller Ehren wert.

Strafen:
Straubing: 8
Krefeld: 8

Tore:
1:0 7. Brandt (Eriksson, Laganière) PP
1:1 26. Lessio (Sacher, Tyanulin) PP
2:1 37. Brandt (Eriksson, Balisy) PP
3:1 45. Tropp (Gormley, Arcolatse)