Pinguine unterliegen nach Shilin-Schock

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Die Krefeld Pinguine haben das Freitags-Heimspiel gegen Liga-Neuling Bietigheim Steelers knapp mit 3:4 (1:2, 1:1, 1:0, 0:0, 0:1) n.P. verloren. Eine starke Leistung zeigte dabei die Reihe um Alex Weiß, die bei allen drei Toren auf dem Eis stand. Die zuletzt in guter Form spielen Pinguine trafen bei den Steelers in Norman Hauner und Constantin Braun auf gleich zwei ex-Krefelder. Im Tor setzte Trainer Igor Zakharkin, der bis auf Martin Schymainski auf seinen ganzen Kader zurückgreifen konnte, erneut auf Oleg Shilin, der schon vor dem Auftaktbully von den 4.012 Fans, darunter handgezählte 40 Gästefans, im endlich gut gefüllten Stadion frenetisch mit Sprechchören gefeiert wurde, allerdings bereits nach knapp sieben Minuten verletzt in die Kabine musste. Ihm gegenüber stand Asami Aittokallio in Diensten der Schwaben. Der volle Kader bedeutete, dass Luca Hauf in der Oberliga zum Einsatz kam und Sergey Belov auf der Tribüne Platz nahm.
Das Spiel begann dann für die Pinguine nach Maß. Bietigheim leistete sich einen schlechten Wechsel und das nutzte Arturs Kulda mit einem Traumpass auf Alex Bergström, der somit ganz allein auf Aittokallio zulief, den Schuss mit einer kurzen Bewegung antäuschte und den Schlussmann somit auf die Schoner zwang, um dann mit einer schnellen Bewegung auf Rückhand zu gehen und locker einzuschießen. Gespielt waren nicht einmal zwei Minuten. Und weiter blieben die Pinguine auf dem Gaspedal und hatten nur eine Minute später die nächste Großchance, doch Jeremy Bracco wählte den Pass statt des Schusses – die Ecke war eigentlich offen. Glück hatten die Pinguine dann in der 7. Minute. Der Gast spielte die Scheibe tief, Shilin lief hinter das Tor, doch an einem Bandenfehler sprang der Puck ab und rutschte genau in den Torraum. Dort klärte zunächst ein Verteidigerschläger. Bietigheim kam mehrfach zum Schuss, doch der Teufelskerl im Krefelder Tor hechtete mehrfach quer durch den Torraum und hielt die Scheibe im der Manier eines Fußballtorwarts bei mehreren Versuchen aus dem Tor. Dabei allerdings verletzte er sich, er bekam das Knie eines Gegner ab und musste das Eis verlassen. Allerdings sieht es nach ersten Erkenntnissen nicht nach einem längeren Ausfall aus. Ihn ersetzte Nikita Quapp. Der war knapp eine Minute später bei einem verdeckten Schuss von Hauner sicher zur Stelle. In der 11. Minute hatte die vierte Reihe gleich zwei gute Gelegenheiten, doch Maciek Rutkowski scheiterte erst an Aittokallio und verfehlte dann knapp. Die erste Unterzahl galt es dann ab der 12. zu überstehen. Die erste Großchance aber hatten die Hausherren, als Laurin Braun allein auf das Tor zulief, jedoch am Finnen darin scheiterte. Mit noch 47 Sekunden auf der Uhr wurde die Unterzahl gar zum 3-gegen-5 und das nutzte der Gast durch CJ Stretch aus spitzem Winkel per Direktschuss. Und als die Pinguine gerade komplett waren, ging Riley Sheen ins Drittel, zog verdeckt ab und überwand den jungen Schlussmann der Gastgeber zum 1:2. Mit diesem Zwischenstand ging es auch in die erste Pause.
Die Pinguine starteten gleich mit einer guten Chance, doch Topscorer Lucas Lessio verfehlte per Direktschuss knapp das Tor. In der 23. Minute dann die erste Überzahl der Hausherren. Die Scheibe lief gut durch die Reihen und nach genau einer Minute war es Bracco, der einen Abpraller aus spitzem Winkel über die Linie drückte. Nur 30 Sekunden später dann allerdings der nächste Schock, als Sheen zum Schuss kam und die Scheibe genau ins Kreuzeck setzte. Die zweite Überzahl sah dann ein tolles Solo von Robert Sabolic, der dann aber frei vor Aittokallio scheiterte. Die Pinguine brachten jetzt viel Druck und erarbeiteten sich Chancen, brachten die Scheibe aber zunächst nicht im Gästetor unter. Das änderte sich in der 37. Minute. Nach tollem Pass von Patrik Hersley ging Alex Weiß ganz allein auf das Gästetor zu und verlud Aittokallio, um zum verdienten Ausgleich einzuschießen. Die Pinguine waren jetzt spürbar obenauf hatten gleich die nächste Topgelegenheit, doch Lessio verpasste eine Sacher-Hereingabe hauchdünn. Zwei Minuten vor der Pause dann die nächste Aufregung: Bietigheim schob den Puck ins leere Tor, doch die Schiedsrichter entschieden nach Videobeweis, dass es zuvor eine Torwartbehinderung gegeben habe und verwehrten dem Treffer die Anerkennung. Die Pinguine drängten weiter und kamen durch Rutkowski und Mirko Sacher zu guten Chancen, doch Aittokallio rettete seinem Team das 3:3-Unentschieden mit guten Paraden in die Pause.
Der Schlussdurchgang sah dann zunächst ein ausgeglichenes Spiel ohne große Chancen auf beiden Seiten. Erst in der 52. Minute gab es die erste wirklich gute Situation für die Pinguine, doch bei einem 2-auf-1 blieb Lessios Pass auf Alex Blank am Verteidiger hängen. Gut eine Minute später dann eine durchaus strittige Strafzeit gegen Laurin Braun und der Gäste durfte zum zweiten Mal Überzahl spielen. Die Pinguine aber verteidigten bravourös und ließen nur einen Torschuss – und den bei ganz freier Sicht so dass er keine Gefahr darstellte – zu. Gerade komplett wurde Anton Berlyov nach einem Bully sehr schmerzhaft von einem gegnerischen Schläger getroffen und musste verletzt vom Eis, konnte aber nach kurzer Behandlung zurückkehren. Eine Strafe gab es nicht. So lief die Zeit langsam herunter. Eine Minute vor dem Ende brach Jesper Jensen-Aabo in aussichtsreicher Position der Schläger beim Schuss. So ging es, nach einer erfolglosen Drangphase der Pinguine, in die Overtime.
In der hatten die Steelers die erste große Chance, doch Quapp war bei einem Alleingang von Sheen zur Stelle. Im Gegenzug setzte sich Bergström stark durch, wurde gestoppt und fuhr durch den Torraum. Braun nahm die Scheibe auf und zog ab. Der Puck schlug ein, doch die Schiedsrichter verweigerten dem Tor zurecht die Anerkennung, da der Schwede den Keeper gestreift hatte. Jetzt ging es auf und ab und auf beiden Seiten gab es hervorragende Chancen, doch beide Keeper agierten stark. So blieb es trotz bester Chancen beim 3:3 und so musste der Shootout die Entscheidung herbeiführen.
Für Krefeld begann Lessio, scheiterte aber. Sheen eröffnete für die Steelers und traf sicher ins Kreuzeck. Bracco verfehlte knapp das Ziel. So konnte Brandon Ranford bereits das Spiel entscheiden und tat das souverän.
Damit geht der Zusatzpunkt nach Schwaben. Die Pinguine reisen jetzt nach Straubing und hoffen, dort wieder auf Topgoalie Shilin zurückgreifen zu können.

Strafen:
Krefeld: 6
Bietigheim: 4

Tore:
1:0 2. Bergström (Kulda)
1:1 14. Stretch (Ranford, Heard) PP2
1:2 16. Sheen (Jasper, C. Braun)
2:2 24. Bracco (L. Braun, Weiß) PP
2:3 25. Sheen (Jasper, Renner)
3:3 37. Weiß (Hersley)
3:4 65. Sheen GWPS