Pinguine unterliegen Grizzlys in knappem Duell

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Die zuletzt harte Kritik an den Spielern seitens Geschäftsführung, Trainerteam und Fans ist offensichtlich bei der Mannschaft angekommen. Leider reichte es auch im neunten Spiel der Saison trotz einer Leistungssteigerung gegenüber dem Spiel gegen Berlin erneut nicht zu Punkten.
Das erste Drittel des auf Augenhöhe geführten Spiels begann mit einem Powerplay für die Pinguine. Grizzly-Spieler Ryan Button musste für zwei Minuten auf die Strafbank und das Überzahlspiel der Pinguine war, wenn auch am Ende nicht von Erfolg gekrönt, zumindest ansehnlich. Martin Schymainski scheiterte von halblinks an Grizzly-Schlussmann Chet Pickard.
Wolfsburg agierte besonders in den Anfangsminuten überrascht von dem aggressiven Forechecking der Schwarz-Gelben und leistete sich im Aufbau einige Fehler, die von den Pinguinen in kleine Nadelstiche umgewandelt werden konnten. Leider fehlte, wie zuletzt häufig, die letzte Entschlossen- und Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor.
Gute Nachrichten gab es allerdings in der Rückwärtsbewegung. Anders als im Spiel gegen Berlin, als Sergey Belov im Tor mehr als 60 Mal eingreifen musste, war die stark ersatzgeschwächte und auf fünf Mann reduzierte Verteidigung über weite Strecken des Spiels deutlich stabiler. Abgesehen von zwei verdeckten Schüssen, von denen ein Puck in der 11. Minute an der Latte und in der 16. von der neuen Maske Belovs abprallte, gab es im ersten Drittel wenige gute Chancen und noch weniger Unterbrechungen.

Das sollte sich auch grundsätzlich im zweiten Drittel nicht gravierend ändern. Einzig die Torchancen wurden größer und die Torschützenliste sollte sich ebenfalls füllen. Für die Pinguine in der 24. Minute auf unorthodoxe Art und Weise. Artur Tyanulin, der wieder genesen im Aufgebot der Krefelder stand, musste auf die Strafbank, die Grizzlys gingen in den ersten Sekunden des Überzahlspiels offensiv zu Werke und drängten auf den Führungstreffer. Ein Geniestreich von Alex Trivellato, der den Puck hoch und weit auf den an der zweiten blauen Linie lauernden Brett Olson spielte, sorgte dann aber dafür, dass alles anders kam als erwartet. Olson lief ungehindert auf Pickard zu und schob ihm die Scheibe durch die Beine zum 1:0-Führungstreffer in Unterzahl.
Die Freude über die Führung hielt fünf Minuten. Erneut gerieten die Pinguine in Unterzahl. Dieses Mal war es Constantin Braun, der einen Gegenspieler mit unfairen Mitteln zu Boden rang und von draußen zusehen musste, wie Phil Hungerecker einen anderenfalls harmlosen Schuss Julian Melchioris von der blauen Linie unhaltbar für Belov abfälschte.
Trotz weiterer guter Chancen auf beiden Seiten, beispielsweise einer guten Einzelaktion Martins Karsums oder einem Lattentreffer des Wolfsburgers Max Görtz, welcher sogar im Videobeweis überprüft wurde, ging es unentschieden in die Drittelpause.

Leider kamen die Wolfsburger etwas wacher aus der Kabine und nutzten die Fehler der Pinguine eiskalt aus. 44. Spielminute: Karsums mit dem Scheibenverlust in der Offensivzone, Buncis realisiert zu spät, dass eine Kontersituation entstehen könnte und kann daher die schnellen Grizzly-Stürmer nicht mehr einholen. Die daraus entstehende 3-auf-1-Situation schließt Jordan Boucher mit einem platzierten Schuss über die Fanghand Belovs ab. Ein Knacks für die Moral der Pinguine.
Dieser sollte sich in der 50. Spielminute leider noch weiter verschlimmern. Nach einem Offensivbully im Drittel der Wolfsburger, schalteten die Grizzlys erneut etwas schneller um und sorgten dieses Mal für eine 2-auf-1-Situation – mit dem gleichen Resultat wie zuvor. Der Finne Matti Järvinen sieht Routinier und WOB-Kapitän Sebastian Furchner zum Tor ziehen und setzt ihn mit einem scharfen Pass so in Szene, dass der 38-jährige den Schläger nur noch reinhalten und den Puck ins Tor abfälschen musste.
Obwohl die Köpfe der Seidenstädter anschließend etwas tiefer hingen, merkte man der Mannschaft an, dass sie sich nicht kampflos der neunten Niederlage in Folge ergeben wollte. Genug Zeit für eine Schlussoffensive und ein mögliches Comeback war noch. Und in der 52. Minute sorgte Olson dafür, dass sich dieses Gefühl auch auf der Anzeigetafel widerspiegelte. Filips Buncis brachte die Scheibe per Handgelenkschuss auf das Wolfsburger Gehäuse, der US-Amerikaner bewies seine Hand-Augen-Koordination und fälschte den Puck zum 2:3-Anschlusstreffer ab.
Doch am Ende reichte es wieder nicht für Punkte. Auch, weil Pickard einen Schuss Olsons parierte und seinen möglichen Hattrick in der 59. Spielminute verhinderte, nachdem sich der 33-jährige an zwei Verteidigern vorbeiarbeitete und in eine aussichtsreiche Schussposition brachte, den erfahrenen Schlussmann der Grizzlys jedoch nicht überwinden konnte.

Strafen
KEV 6
WOB 4

Tore
1:0 24. Olson (Trivellato)
1:1 30. Hungerecker (Melchiori, Rech)
1:2 44. Boucher (Pfohl, Rech)
1:3 50. Furchner (Järvinen, Likens)
2:3 52. Olson (Buncis)