Pinguine unterliegen Angstgegner Bremerhaven knapp mit 3:4

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Die Krefeld Pinguine können auch weiter nicht gegen die Pinguins Bremerhaven gewinnen. Nach dem Ende der Negativserie im Hinspiel unterlag das Team am Sonntagabend dem Angstgegner einmal mehr trotz guter Leistung mit 3:4 (1:1, 1:2, 1:1). Bitter, dass ein starker Auftritt in den Specialteams (2 für 3 in Über- und 4 für 4 inklusive langem 3 gegen 5 in Unterzahl) erfolglos blieb. Vor 2.208 Zuschauern in der Yayla-Arena musste Coach Igor Zakharkin auf Laurin Braun und Leon Niederberger verzichten. Der überzählige Lizenzspieler war am heutigen Tag Blueliner Arturs Kulda. Nach dem Sieg in Iserlohn ging das Team dennoch voller Selbstvertrauen in die Begegnung gegen den Angstgegner, der allerdings im vergangenen Aufeinandertreffen in Bremerhaven erstmals seit dem ersten Spiel beider Teams gegeneinander überhaupt bezwungen wurde. Seinerzeit hatte Alex Bergström den umjubelten Siegtreffer erzielt. Der stand heute an der Seite seiner beiden Namensvettern Weiß und Blank als „Alex-Line“ in der Startformation. Im Tor setzten die Coaches einmal mehr auf den in Iserlohn fast schon gewohnt überragenden Oleg Shilin. Ihm stand auf Seiten der Gäste Brandon Maxwell gegenüber. Am Superhelden-Spieltag sorgten die Einblendungen der Spieler auf dem Cube für viel Begeisterung, denn alle Spieler wurden per Photoshop in Superhelden-Kostüme von Wolverine über Thor bis Batman gesteckt.
Rund eineinhalb Minuten waren gespielt, da durften sich die Gastgeber erstmals in Überzahl versuchen. Maxi Gläßl war unsanft in die Bande geschickt worden. Zunächst verfehlte Robert Sabolic knapp und die Gäste kamen durch Stanislav Dietz sogar zu einem gefährlichen Abschluss, den Shilin stark parierte, doch acht Sekunden vor dem Ende des Powerplays war es Weiß, der den Abpraller eines Patrik Hersley-Schusses aus spitzem Winkel in die Maschen setzte. Der nicht nur aufgrund der Bilanz in direkten Aufeinandertreffen leicht favorisierte Gast versuchte nun, offensiv zu antworten, doch die Pinguine schalteten schnell um und kamen so immer wieder zu gefährlichen Abschlüssen. In der 8. Minute aber eroberte Ziga Jeglic die Scheibe hinter dem Tor, passte zurück auf Miha Verlic und der traf aus kurzer Distanz zum Ausgleich. Drei Minuten später mussten die Pinguine die erste Strafzeit hinnehmen. Die Pinguins hatten viel Scheibenkontrolle im Krefelder Drittel, doch die Abschlüsse verfehlten meist das Ziel und wenn nicht war der gewohnt starke Shilin zur Stelle. Dennoch, der Gast war jetzt spielbestimmend. Die Pinguine kamen kaum noch zu guten Offensivaktionen. Doch auch die Defensive stand sicher und so ging es mit 1:1 zur ersten Pause in die Kabinen.
Der zweite Durchgang begann nach wenigen Sekunden mit der zweiten Unterzahl für Krefeld. Diese aber sah gute Pinguine und keine Torgefahr. Die erste richtig gute Offensivaktion gab es dann in der 25. Minute, als binnen kürzester Zeit gleich drei Krefelder aussichtsreich aus kürzester Distanz scheiterten. Die Sequenz aber brachte die zweite Überzahl der Partie. Diese brachte zwar viel Scheibenkontrolle, aber kaum Abschlüsse. So blieb es beim Unentschieden. Bremerhaven war gerade wieder komplett, da verpasste Peter Trska aus kurzer Distanz. Im Gegenzug war es zweimal Weiß, der knapp an Maxwell scheiterte. Doch in der 28. sprang ein geblockter Schuss glücklich genau auf den Schläger von Tye McGinn und der hatte keine Mühe, die Scheibe zum 1:2 in die Maschen zu legen. Die Pinguine aber versuchten zu antworten und in der 31. scheiterte erst Blank mit einem tollen Abfälscher am überragend reagierenden Maxwell. Dann kam Bergström zum Nachschuss und wieder war der Keeper zur Stelle, ebenso wie Augenblicke später erneut gegen Blank, der völlig frei vor ihm auftauchte. Bei Bergströms Versuch bemühten die Schiedsrichter gar den Videobeweis. Weiter versuchten es die Pinguine, waren aber in der Chancenverwertung weniger effektiv, als am Freitag in Iserlohn. Das lag allerdings vor allem an einem überragenden Maxwell. Der wehrte beispielsweise in der 35. einen Nachschuss von Weiß ab, bei dem er eigentlich schon aus dem Spiel war, sich dann aber mit der Stockhand nach der Scheibe hechtete und diese auf der Linie zu stoppen vermochte. Die 36. sah dann erst eine gute Konterchance für Krefeld, die aber unsauber zu Ende gespielt wurde und so zum Gegenzug der Gäste führte. Bei Drei-auf-Zwei spielte Ex-Pinguin Phillip Bruggisser am langen Eck auf McGinn und der musste mit seinem zweiten Abstauber nnur noch zum 1:3 einschieben. Kurz darauf fuhr Jeremy Bracco allein aufs Tor zu, wurde von hinten gefoult und erhielt einen Penalty. Er fuhr aufreizend langsam an, zog dann knallhart aus dem Handgelenk ab und verwandelte zum postwendenden Anschluss. Bei diesem Zwischenstand blieb es auch zur Pause.
Der Schlussdurchgang begann dann wie der Zweite: Mit einer Unterzahl der Pinguine. Diese wurde nach knapp einer Minute zu einem Drei-gegen-Fünf. Die Pinguine überstanden die kritische Situation und gerade als die Hausherren komplett waren fuhr Jan Urbas in Shilin und so durften sich nun die Gastgeber in Überzahl versuchen. Zweimal scheiterte Bergström per Direktschuss. Im dritten Versuch machte er es dann besser und traf vom linken Bullypunkt zum umjubelten Ausgleich. Die Pinguine waren jetzt mit viel Feuer zur Stelle und hatten weitere Chancen, doch Maxwell hielt seine Farben im Spiel. Die Pinguine-Fans waren begeistert und feuerten ihr Team frenetisch an. Es war jetzt ein offenes Spiel, in dem beide Teams auf die Entscheidung drängten. Die Gastgeber hatten mehr vom Spiel, doch die Fishtown Pinguins waren im Konter stets gefährlich. Das zeigte in der 55. Minute Resultate, denn ein Schuss von der blauen Linie wurde kurz vor Shilin abgefälscht. Die Schiedsrichter bemühten zwar den Videobeweis und in der Tat war es eine sehr knappe Entscheidung, ob der Stock zu hoch war, doch das Tor zählte. Die Pinguine antworteten mit wütenden Angriffen, kamen aber weiter nicht an Maxwell vorbei. Die Gäste ließen lange nicht zu, dass Shilin sein Tor verließ und so war das erst 35 Sekunden vor dem Ende der Fall. Die Pinguine nahmen 19 Sekunden vor dem Ende ihre Auszeit. Drei gefährliche Schüsse von Jensen-Aabo, Bracco und Sabolic blieben ohne Erfolg und so unterlagen die Schwarz-Gelben mit 3:4 gegen den Angstgegner von der Nordsee.
Damit endete die kleine Siegesserie nach zwei Erfolgen. Dennoch war es eine gute Leistung gegen einen cleveren und effektiven Gegner, die durchaus auch Punkte verdient gehabt hätte. Weiter geht es für die Mannschaft von Igor Zakharkin bereits am Mittwoch wieder mit einem Heimspiel gegen die Nürnberg Ice Tigers.

Strafen:
Krefeld: 8
Bremerhaven: 6

Tore:
1:0 4. Weiß (Hersley, Lessio) PP
1:1 8. Verlic (Jeglic, Urbas)
1:2 28. McGinn (Friesen, Bruggisser)
1:3 36. McGinn (Bruggisser, Friesen)
2:3 37. Bracco PS
3:3 45. Bergström (Bracco, Sabolic) PP
3:4 55. Mauerman (Moore)