Pinguine mit Overtime-Sieg in Nürnberg

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Spielberichte

Die Krefeld Pinguine sind gut gut in das wichtige Wochenende gegen zwei Bayerische Teams gestartet. Mit einem 3:2 (1:0, 0:1, 1:1, 1:0)-Sieg nach Verlängerung bei den Nürnberg Ice Tigers sicherte sich das Team den wichtigen Erfolg an der Noris. Die Pinguine mussten in Franken wie erwartet auf Topgoalie Oleg Shilin verzichten. Für ihn stand Sergey Belov zwischen den Pfosten. Das bedingte, dass ein weiterer Lizenzkartenspieler auf die Tribüne musste. Anton Berlyov kehrte dennoch ins Team zurück und Patrik Hersley bekam eine Verschnaufpause. Neben dem russischen Center kehrte auch ein weiterer Spieler zurück: Blueliner Tom-Erik Bappert gab nach langer Verletzungspause sein Saisondebüt. Im Torwartduell stand Belov auf Seiten der Gastgeber durchaus erwartungsgemäß ex-Pinguin Niklas Treutle gegenüber.
Das Spiel begann gut für die Pinguine, denn nach nicht einmal eine Minute tankte sich Lucas Lessio unnachahmlich durch und war nur per Foul zu stoppen. Die Gäste gingen mit ihrer Überzahl auf’s Eis und in dieser dauerte es nur Sekunden, da bediente Laurin Braun den völlig freien Alex Bergström und der verwandelte mit viel Ruhe passgenau in den langen Winkel zum 1:0 der weiß gekleideten Pinguine. Die große Chance zum zweiten Tor gab es dann in der siebten Minute, doch Lessio und Maciek Rutkowski brachen eine freie Scheibe im Torraum aus kurzer Distanz nicht an Treutle vorbei. In der 12. Minute gab es dann die nächste Überzahl, die kurz vor Ende sogar zu einem 23-Sekündigen 5-gegen-3 wurde, doch die Ice Tigers gewannen das Bully und brachten den Puck raus, so dass die Chance ungenutzt blieb. Im weiteren Verlauf kamen dann keine klaren Gelegenheiten mehr heraus. Defensiv aber ließ das Zakharkin-Team lange nichts zu. Erst in der 16. Minute kamen die Hausherren zu ersten gefährlichen Abschlüssen. Doch Belov parierte sicher. Trotzdem, die Ice Tigers waren jetzt im Spiel und kamen zu einigen guten Abschlüssen, während die Pinguine vor allem auf Konter warteten. Doch immer wieder hieß die Endstation Belov. So ging es mit einer knappen 1:0-Führung in die erste Pause.
Der zweite Durchgang sah dann zunächst ein unverändertes Bild: Die Hausherren drängten auf den Ausgleich, die Pinguine aber standen zumeist gut in der Defensive und ließen nur wenige klare Abschlüsse zu. Und wenn, dann war der starke Belov zur Stelle. In der 26. dann aber der nächste Schock nach der Shilin-Verletzung vor Wochenfrist: Bei einer Parade zerrte sich der Russen offenbar und musste vom Eis. Für ihn kam erneut der junge Nikita Quapp. Die Pinguine aber reagierten nicht geschockt, sondern hatten gleich die erste gute Chance durch Robert Sabolic, der aber nicht an Treutle vorbei kam. In der 29. Minute dann aber die erste Unterzahl der Pinguine. Philipp Mass hatte eine gute Ice-Tigers-Chance nur durch ein Foul verhindern können. Doch obschon es aus Trainersicht eine „gute“ Strafe war, rächte sich diese. Ex-Nationalstürmer Patrick Reimer bediente im hohen Slot Chris Brown. Der zog sofort ab und ließ Quapp mit einem gezielten Schuss durch die Beine keine Abwehrchance. In der 34. Minute dann die große Führungschance der Gastgeber. Gregor MacLeod kam in zentraler Position frei zum Schuss, doch Quapp war mit einem hervorragenden Schoner-Save zur Stelle. Im direkten Gegenzug dann der Alleingang von Lessio. Mit einer tollen Bewegen schien er Treutle verladen zu haben, doch der Schoner schnellte heraus und verhinderte das sichere Tor. Eine Minute später kam Braun zur nächsten Topcance nach tollem Pass von Bergström, doch wieder hieß der Sieger Treutle. Gut zwei Minuten vor der Pause dann die zweite Strafe für Krefeld. Die Ice Tigers machten viel Druck, doch die Pinguine arbeiteten hart und retteten das Unentschieden in die zweite Pause.
Die Pinguine wirkten zu Beginn des Schlussdurchgangs zunächst stabil, hatten aber in der 43. Minute viel Glück: Eine abgefälschte Scheibe sprang genau auf die Kelle von Reimer, der sofort abzog und das Hartgummi ans Torgestänge löffelte. Die Pinguine aber blieben jetzt dran und hatten wenig später eine Druckphase mit mehreren Abschlüssen. Am Ende zog Arturs Kulda ab, im Slot stand Alex Weiß und wurde am Schlittschuh getroffen. Von dort sprang der Puck zum 2:1 für die Gäste über die Linie. Der Treffer fand entsprechend nach Videobeweis Anerkennung. Die Gäste spielten jetzt cleveres, einfaches Eishockey, brachten die Scheiben sicher aus dem Drittel und lauerten auf Konter. Mit ihrer Taktik, die neutrale Zone ganz eng zu machen, entnervten sie jetzt zunehmend den Gegner, der kaum erfolgreich ins Drittel kam. Wenn die Hausherren dann doch mal zum Schuss kamen, war Quapp mit starken Paraden zur Stelle. Er zeigte ein hervorragendes Spiel. Drei Minuten vor dem Ende tankte sich dann MacLeod stark durch, doch erneut war Quapp mit einer starken Parade zur Stelle. Eine Zeigerumdrehung später aber war er machtlos. Einen Schuss von der blauen Linie in den Verkehr fälschte Tyler Sheehy unhaltbar für den jungen Goalie ab, so dass dieser im langen Eck einschlug. Die Pinguine antworten mit einem Konter von Lessio, der aber an Treutle scheitere. Die Nürnberger aber hatten jetzt spürbar Oberwasser und schnürten die Gäste ein, doch die retteten den Punkt in die Overtime.
Bis dato hatten beide Teams in Overtime und Shootout jeweils verloren. Diesmal aber dauerte das 3-auf-3 nicht lang. Die Ice Tigers kamen zunächst in Scheibenbesitz, doch dann gingen die Gäste dazwischen. Lessio ging auf und davon, tankte sich gegen Welsh vor das Tor, überzog Treutle und schob die Scheibe an ihm vorbei in die Maschen! Damit feierten die Schwarz-Gelben einen wichtigen Auswärtssieg in Nürnberg und gehen nun mit neuem Selbstvertrauen in das Heimspiel gegen Augsburg am Sonntag (19 Uhr). Der zweite Torwartausfall binnen einer Woche jedenfalls warf das Team nicht zurück, da der junge Quapp eine sehr starke Leistung brachte. Einziger Schönheitsfehler in diesem Spiel ist sicher der späte Ausgleich der Ice Tigers, der den dritten Punkt kostete.

Strafen:
Nürnberg: 6
Krefeld: 4

Tore:
0:1 2. Bergström (Braun, Bracco) PP
1:1 30. Braun (Reimer, Welsh) PP
1:2 45. Weiß (Kulda, Tiffels)
2:2 58. Sheehy (Brown, Welsh)
2:3 61. Lessio (Sacher, Lucenius)