Pinguine gewinnen nach hart erkämpften Comeback in München

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Siegtorschütze Alexander Bergström konnte sein Glück nach dem Spiel kaum fassen: „Dass wir hier zwei Punkte holen, wenn man sich das gesamte Spiel anguckt, ist vielleicht nicht mal fair. Aber wir haben niemals aufgegeben und immer weitergekämpft und haben eine super Moral bewiesen.“ In der Tat sah es 50. Minuten lange so aus, als würde Favorit München die Punkte im Olympia-Eisstadion behalten. Doch durch eine starke Leistung in den Schlussminuten holten sich die Pinguine unverhofft zwei wichtige Punkte.

Dabei begann das Spiel durchaus positiv für die Pinguine. Bereits in der 3. Spielminute war es Lucas Lessio, der Daniel Fiessinger im Tor der Roten Bullen nach Zuspiel Jeremy Braccos zum ersten Mal überwinden konnte. Leider wachten die Münchener im Anschluss auf und generierten ihrerseits mehr und mehr Torchancen.

In der 9. Minuten konnten die Münchener dieses Chancen-Übergewicht schließlich in ein Tor umwandeln. Nach einem verlorenen Zweikampf in der Ecke stand Maximilian Kastner plötzlich frei und versuchte es einfach mal auf die kurze Ecke. Sein harmlos anmutender Schuss überraschte Oleg Shilin in Tor offenbar, denn ungewohnterweise griff der zuverlässige Russe mit der Stockhand daneben und überraschte damit vor allem seine Mitspieler. Shilin sollte jedoch noch genug Chancen haben seine starke Form zu unterstreichen und seinen Fehler auszubügeln.

Doch auch im zweiten Drittel machte es The MaShilin spannend. In der 22. Minute landete eine geflippte Scheibe auf seinem Schläger. Sein Klärungsversuch flog an einem Münchener vorbei, nicht aber am zweiten. Yasin Ehliz fing die Scheibe wortwörtlich ab und hatte Shilin ungefähr drei Meter vor dem Tor gestrandet erwischt. Glücklicherweise traf Ehliz in dieser Situation nur das Außennetz. Doch beim nächsten Angriff sollte das Glück des Russen aufgebraucht sein.

In Überzahl vertändelt Lessio den Puck an der gegnerischen blauen Linie. Filip Varejcka zündete den Turbo, war frei vor dem Krefelder Tor und umkurvte den aggressiv rauskommenden Schlussmann der Pinguine zum 2:1 in der 23. Minute.

München dann zweifelsohne mit mehr Spielanteilen und drei Mal so vielen Schüssen wie unsere Schwarz-Gelben. In der 32. Minute folgte der nächste Schreck. Frank Mauer beförderte den Puck per Nachschuss ins Tor – auf illegale Weise. Die Schiedsrichter entschieden auf dem Eis und nach Videobeweis auf kein Tor wegen Kick-Bewegung.

Kurz vor Ablauf des zweiten Drittels passierte es dann doch noch. Die Bullen erhöhten in Person von Austin Ortega auf 3:1 und nahmen die Kontrolle über das Spiel endgültig an sich.

An diesem Gefühl wollte sich auch im letzten Drittel nicht so recht etwas ändern. München weiterhin mit mehr Schüssen und Chancen, Shilin mit einigen wichtigen Paraden, seiner besten in der 45. Minute, als er Zach Redmond mit einem Fanghand-Save an der 4:1-Führung hinderte.

Ob dieser Save nochmal Kräfte bei den Pinguinen freisetzte? Gut möglich. Denn zur Überraschung der 767 anwesenden ekstatischen RBM-Fans gehörten die letzten zehn Minuten den Pinguinen.

Die Aufholjagd begann in der 51. Minute. Ehliz war gerade eine Minute auf der Strafbank, da bewies Jesper Jensen Aabo seine Sniper-Qualitäten und vollendete ein sehenswertes Powerplay mit einem platzierten Schlagschuss auf die Fanghandseite Fiessingers.

Krefeld danach weiterhin am Drücker gegen passiver werdende Münchener. Die Quittung erhielten die Bayern in der letzten Spielminute. Mit sechs Feldspielern auf dem Eis landete der Puck erneut bei Jensen Aabo an der Blauen. Sein Schuss dieses Mal perfekt und unhaltbar abgefälscht durch Alexander Bergström – 3:3 Ausgleich!

In der Verlängerung hatte Bergström gar die Chance den Puck per Alleingang im Tor unterzubringen und das Spiel zu entscheiden. Doch Fiessinger bewies seine Klasse mit einem starken Save, zögerte damit aber die Niederlage der Münchener letztlich nur heraus.

Nachdem Shilin im KEV-Gehäuse bereits Ortega davon überzeugte die Scheibe einfach liegen zu lassen und auch Street und Frederik Tiffels ihn im Duell nicht überwinden konnten, war es am 35-jährigen Schweden das Spiel zu entscheiden, nachdem Anton Berlyov und Bracco ihre Versuche vergeben hatten. Und wie er es entscheiden sollte. Anlauf, Pump-Fake, zwei gebrochene Knöchel bei Goalie Fiessinger und der schnelle Schuss durch die weit offenen Beine des Münchener Schlussmannes. Bergström ließ es einfach aussehen und sorgte damit für den Überraschungserfolg unserer Außenseiter!

Strafen

RBM 4

KEV 8

 

Tore

0:1 3. Lessio (Bracco, Jensen Aabo)

1:1 9. Kastner (Varejcka, Abeltshauser)

2:1 23. (SH) Varejcka (Abeltshauser)

3:1 38. Ortega (Redmond, Hager)

3:2 51. (PP) Jensen Aabo (Bracco, Bergström)

3:3 60. Bergström (Jensen Aabo, Bracco)

 

Shootout

Runde 1: Ortega verschießt, Berlyov verschießt

Runde 2: Street verschießt, Bracco verschießt

Runde 3 F. Tiffels verschießt, Bergström trifft