Pinguine erkämpfen sich Penalty-Sieg in Ingolstadt

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Mit einem hart erkämpften 3:2 (0:0, 2:2, 0:0, 0:0, 1:0) n.P. bei den Ingolstädter Panthern haben die Krefeld Pinguine ein wichtiges Zeichen im Abstiegskampf gesendet und sich auch Selbstvertrauen für den Saisonendspurt gesammelt. Die Pinguine mussten in Bayern weiter auf wichtige Spieler verzichten. Zusätzlich zu den Ausfällen, wie den Topverteidigern Jesper Jensen-Aabo und Mirko Sacher oder Torjäger Alex Bergström, die schon in den vergangenen Partien gefehlt hatten, mussten diesmal auch Teamkapitän Laurin Braun (gesperrt), Allrounder Alex Weiß, Topgoalie Oleg Shilin und Neuzugang Mike Hoeffel (alle verletzt) passen. Im Tor stand darum Sergej Belov, für den der aus Nordamerika zurückgekehrte Nikita Quapp als Backup bereitstand. Auf der Gegenseite stand Daniel Taylor.

Von Beginn an entwickelte sich ein Spiel, in dem die Pinguine mit dem Favoriten durchaus mithielten und trotz insgesamt acht fehlender Spieler voll dabei waren. Große Chancen ließen sie zunächst nicht zu und hatten selbst bei einem ersten Überzahlspiel einige Gelegenheiten. Im Endeffekt aber fehlte zwei, drei Mal der letzte Kick, wie bei Alex Blank, der, freistehend, beim ersten Versuch über die Scheibe schlug und dann erst im zweiten Anlauf den Puck auf das Tor brachte. Dennoch, die Pinguine waren von Beginn an voll im Spiel. Defensiv stand das Team kompakt und ließ erst in den letzten zwei Minuten vor der Pause Chancen der Hausherren zu. Da nämlich agierten diese erstmals in Überzahl, brachten die Scheibe aber am Ende nicht am guten Belov vorbei und so ging es mit 0:0 und einer Überzahl in den zweiten Durchgang, denn Sekunden vor der Pause leisteten sich die Panther einen Wechselfehler.

Diese Überzahl allerdings brachte keinen Torerfolg und auch keine ganz klare Gelegenheit. Als die Panther gerade komplett waren zog Robert Sabolic gefährlich ab, doch sein Versuch wurde geblockt. Die Pinguine aber blieben dran und in der 25. Minute setzte Lucas Lessio Justin Volek in Szene. Thomas Valkvae Olsen versperrte Taylor die Sicht und so schlug das Hartgummi zur nicht einmal unverdienten Führung des Außenseiters ein. Zweiter Assistent übrigens war Yannick Hänggi mit seinem ersten DEL-Punkt. Eine Minute später dann die nächste Topchance, als Niklas Lucenius frei vor dem Tor auftauchte, noch einmal auf Sabolic ablegen wollte, im letzten Moment aber ein Verteidiger-Stock dazwischen war. Die Pinguine aber blieben jetzt dran und nur Sekunden später schnappte sich Anton Berlyov im eigenen Drittel die Scheibe, ging allein ins gegnerisch Drittel und zog bei einem Zwei-auf-Eins knallhart ab. Die Scheibe schlug unhaltbar genau im Kreuzeck ein. Die Führung gab spürbar Selbstvertrauen und es folgten weitere Chancen, die aber nicht den Weg ins Netz fanden. Die Panther schienen überhaupt nicht im Spiel, doch in der 30. Minute drückte Samuel Soramies einen Abpraller aus kurzer Distanz in die Maschen. So war es wieder ein enges Match. In der 34. Minute dann die nächste Unterzahl der Pinguine. Die Chance hatte zunächst aber Krefeld: Lucenius und Lessio fuhren den Konter und der Kanadier tauchte, allerdings stark bedrängt, vor Taylor auf, der aber die Oberhand behielt. Auch danach aber blieben die Pinguine aktiv und ließen nichts zu. Die nächste Topgelegenheit, den Zwei-Tore-Abstand wieder herzustellen hatte in der 37. Jeremy Bracco. Der Topscorer eroberte im gegnerischen Drittel den Puck und ging allein auf das Tor zu, scheiterte dann aber ebenfalls an Taylor. Einen Schreckmoment gab es dann eine Minute später, als Belov die Scheibe durchrutschte, doch der Russe kratzte das Spielgerät gerade noch von der Torlinie. Wenig später dann aber weniger Glück für die Pinguine. David Wasofsky zog ab, Mirko Höfflin fälschte ab und so stand es eine Minute vor der Pause 2:2 – mit diesem Zwischenstand ging es dann auch in die Pause.

Die nächste Topchance zur erneuten Führung hatte nach nur 37 Sekunden im Schlussabschnitt Jeremy Bracco, doch Taylor war gegen den Versuch des Krefelder Topscorers erneut überragend zur Stelle. Jetzt war es ein vogelwildes Spiel. Eine Minute später die nächste Topchance, aber Lessio scheiterte per Alleingang. Im direkten Gegenzug lenkte Belov einen Versuch von Höfflin noch so eben an die Latte. Danach aber beruhigte sich die Partie wieder und beide Seiten waren vor allem darauf bedacht, keine Fehler zu machen. Die nächste richtig gute Gelegenheit hatte in der 51. wieder der Gast, aber nach einer schönen Kombination scheiterte einmal mehr Bracco an Taylor. Weiter blieben die Pinguine sogar das etwas aktivere Team und in der 54. verpasste Volek nach toller Vorarbeit von Blank, der zuvor seinerseits knapp an Taylor gescheitert war. Auf der Gegenseite ließen die konzentrierten Gäste nichts zu und so ging es mit 2:2 in die Overtime.

In dieser hatten die Hausherren zunächst viel Scheibenkontrolle, kamen aber nicht zu Torgelegenheiten. Die erste große Chance hatte in der 63. Berlyov per Rückhand, scheiterte aber an Taylor. Eine Minute vor dem Ende war es Sabolic, der mit einem grandiosen Solo alle Panther vernaschte und allein vor Taylor stand, doch wieder blieb der überragende Keeper der Hausherren Sieger.

Damit musste der finale Showdown, das Penaltyschießen, die Entscheidung bringen. Den ersten Versuch hatte Warsofsky und die Scheibe rutschte Belov, der eigentlich schon fast abgewehrt hatte, durch. Sabolic legte einen tollen Move hin, doch einmal mehr war Taylor der Sieger. Tim McGauley verfehlte das Tor und Bracco verwandelte trocken zum Ausgleich. Chris Bourque verfehlte das Tor und damit konnte Volek das Spiel entscheiden und der junge Stürmer traf! Mit einem kurzen Wackler und einem schnellen Schuss durch die Beine machte er seinen ersten DEL-Doppelpack perfekt und sorgte gleichzeitig für den Sieg!

Damit sendeten die Pinguine ein klares Lebenszeichen und könnten eigentlich mit Selbstvertrauen in das Spiel gegen Schwenningen am Freitag gehen. Doch just während der Partie kam die Meldung: Die Schwaben sind wegen eines Corona-Ausbruchs in Quarantäne und damit ist die Partie zumindest für den Freitag abgesagt. Damit geht es am Sonntag um 14 Uhr gegen Red Bull München weiter.

 

Strafen:

Ingolstadt: 4

Krefeld: 6

 

Tore:

0:1 25. Volek (Lessio, Hänggi)

0:2 27. Berlyov

1:2 30. Soramies (Defazio)

2:2 38. Höfflin (Warsofsky, Hüttl)

2:3 65. Volek GWPS