Pinguine brechen Bremerhaven-Fluch

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Es war ein Tag der Geschenke anlässlich des 85-jährigen Geburtstags des Krefelder Eishockeys. Am Ende des Tages beschenkte sich die Mannschaft selbst am größten – mit einem Sieg beim Angstgegner Fischtown Pinguins. Im Fokus hierbei war in der Verlängerung auch das Schiedsrichtergespann, denn diese „schenkte“ den Pinguinen einen Abseitspfiff in der Verlängerung und ebnete damit den Weg zu Alexander Bergström unter dem Strich verdienten Overtime-Winner.
Hohe Eishockeykost war es wahrlich nicht, was die beiden Pinguin-Mannschaften auf das Eis brachten. Aber es war Kampf- und Einsatzwille zu sehen bei den Schwarz-Gelben, die sich erneut auf eine defensive Schlacht mit intelligenten Kontern eingestellt hatte.
Bremerhaven hatte in der Anfangsphase etwas mehr vom Spiel und kam in der fünften Minute denkbar knapp an eine Führung heran. Ross Mauermann setzte sich hinter dem Tor gegen Niclas Lucenius durch und warf die Scheibe auf gut Glück einfach mal vor das Tor und an den Schlittschuh vom Nichts ahnenden Jesper Jensen Aabo. Der Puck fand den Weg vorbei an Nikita Quapp, landete aber nur am Pfosten und konnte geklärt werden. Glück im Unglück!
Nur zwei Minuten Später, sollte das rote Musikinstrument hinter Quapp wieder erklingen. Dieses Mal sollte sich Jan Urbas als Komponist versuchen und schob den Puck mit einer Finte an Quapp vorbei an das Gestänge. Ob sein Manöver geplant oder Zufall war, bleibt auch nach mehrmaligem Hinsehen nicht ganz sicher.
Doch auch unsere Pinguine kamen zu ihren Chancen. Die Größte im Powerplay, welches gestern einige gute Gelegenheiten hatte und gute Arbeit leistete. In der 20. Minute war der Puck an Brandon Maxwell vorbei im Tor der Bremerhavener gelandet. Zugegebenermaßen erst nachdem der Puck unter seinem Handschuh weggestochen wurde. Für den Hauptschiedsrichter reichte der kurze Kontakt, um das Spiel zu unterbrechen. Es ging torlos in die Drittelpause.
Ab dem zweiten Drittel sollte sich dann langsam das Tore-Konto füllen. Erneut in Überzahl spielend drückten die Pinguine in der 35. Minute auf den Führungstreffer. Über Jeremy Bracco kam die Scheibe zuerst zur Torlinie zu Laurin Braun, dann zu Alex Weiß vor dem Tor. Der großgewachsene Stürmer drückte PJ Alber zur Seite und bekam die Kelle so an den Schläger, dass sie gerade so an Maxwell vorbei ins Tor kullerte. Für Jeremy Bracco war es damit das 10. Spiel in Folge, in dem er gepunktet hat. Mit der 0:1-Führung im Rücken ging man optimistisch in den Schlussabschnitt.
In bis zu diesem Abend tadelloser Auftritt Nikita Quapps sollte in der 45. Minute einen Dämpfer bekommen. Denn aus dem Ausgleichstreffer der Pinguins wird Quappi einiges lernen. In der DEL ist ein Puck erst gehalten, wenn er gehalten ist. Vladimir Eminger überwand den Schlussmann mit einem harmlos anmutenden Schuss von der blauen Linie, flach in die Mitte des Tores. Leider wischte Quapp mit dem Schläger am Puck vorbei und der Puck lief zwischen seinen Schienen ins Tor. Seine Reaktion auf das Gegentor war sehr reif. Kein Hadern oder Zetern, sondern bereits eine Minute später wieder mit ruhigen Bewegungen und sicheren Saves, die den Pinguinen am Ende der Spielzeit mindestens einen Punkt bescheren sollten.
In der Verlängerung kam es dann zu der oben bereits angedeuteten strittigen Szene. Stand Alexander Bergström im Abseits oder nicht? Ja, sehr deutlich. Sein Drop-Pass zurück auf Laurin Braun fand vor der blauen Linie statt und das Spiel hätte unterbrochen werden müssen. Wurde es jedoch nicht und Braun und Bergström taten das, was man jungen Eishockey-Spielern beibringt: Spielt bis das Spiel unterbrochen ist. Bergström zog von der blauen Linie zum Tor und tippte den Puck aus kurzer Entfernung über die Linie und sicherte den Pinguinen den erst zweiten Sieg im 21. Spiel gegen die Norddeutschen.

Strafen
BHV 10
KEV 6

Tore
0:1 35. Weiß (Braun, Bracco)
1:1 45. Eminger (Mauermann, Kreuzer)
1:2 63. (OT) Bergström (Braun, Jensen Aabo)