Overtimesieg! Pinguine halten Minimalchance offen

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Es wurde nichts mit dem erhofften Dreier im Endspiel gegen Schwenningen. Vor 2.543 Zuschauern in der Yayla-Arena aber zeigte das Team von Igor Zakharkin dennoch einen engagierten Auftritt und verdiente sich einen 3:2 (2:1, 0:0, 0:1, 1:0) n.V.-Sieg, der zumindest eine Minimalchance auf den Klassenverbleib offen lässt. Die Pinguine konnten sich über die Rückkehr von Philipp Mass und Oleg Shilin freuen. Der Deutsch-Russe aber war nach langer Verletzung natürlich noch nicht in Topform und so bekam in diesem eminent wichtigen Spiel erneut der zuletzt starke Sergej Belov den Vorzug. Für Krefeld war es ein Spiel, in dem der Druck enorm war. Zu gewinnen gab es im Prinzip nichts, aber alles außer einem Sieg mit drei Punkten würde wohl den faktischen Abstieg bedeuten – eine glatte Niederlage würde, auch das war zu Beginn klar, auch theoretisch alle Chancen auf den sportlichen Verbleib in der DEL beenden. Die Gäste begannen natürlich mit dem starken Schweden Joacim Eriksson zwischen Pfosten.

Die erste Strafe des zu Beginn von beiden Seiten abwartend geführten Spiels gab es in der 3. Minute für die Pinguine für Spielverzögerung. Lange hielten die Schwarz-Gelben in Unterzahl gut dagegen, aber dann zog Schwenningens Topscorer Max Görtz knallhart ab und traf genau in den Winkel zum 0:1. Die Pinguine wirkten von dem Gegentreffer durchaus etwas geschockt, hatten aber in der 7. Minute selbst die erste Überzahl des Spiels. Viel Scheibenkontrolle im Wildwings-Drittel brachte aber keine ganz klaren Abschlüsse und so blieb es beim 0:1. Die Pinguine aber waren jetzt besser im Spiel und in der 11. Minute war es so weit. Nach einem Alleingang von Thomas Valkvae-Olsen, den Eriksson abwehrte, eroberte Mass die Scheibe zurück und legte perfekt auf Maxi Gläßl und der verwandelte hoch ins Kreuzeck zum verdienten Ausgleich. Es folgte ein ausgeglichenes Spiel mit Gelegenheiten auf beiden Seiten, die aber selten wirklich klar waren. Dann in der 18. ein Stellungsfehler in der neutralen Zone und Ken-Andre Olimb kam zum Alleingang, doch Belov war überragend zur Stelle. Die Pinguine antworteten kurz darauf mit einem Konter: Mass legte auf Glässl, der ging über die linke Seite ins Drittel, zog einfach mal ab und Eriksson zeigte eine bei ihm sehr seltene Schwäche. Die Scheibe sprang von seiner Schulter auf seinen Rücken und in Richtung Tpor. Zwar wischte er sie mit der Kelle von der Torlinie, doch Glässl hatte nachgesetzt und war zur Stelle, um per Rückhand zum so wichtigen 2:1 einzuschießen. Mit diesem Zwischenstand ging es dann auch in die erste Pause.

Die Pinguine begannen den zweiten Durchgang aktiv und mit Selbstvertrauen, gleich mehrere gute Chancen blieben aber eine beute Erikssons. Krefeld blieb das bessere und aktivere Team und hatte immer wieder Gelegenheiten, die Führung auszubauen. So zum Beispiel durch Maciek Rutkowski, der schön einen Verteidiger aussteigen ließ und aus zentraler Position abzog, aber Eriksson hielt. Immer weiter drängten die Hausherren auf den dritten Treffer und zeigten in der 30. einen wunderschönen Angriff. Justin Volek drehte ab, zeigte tolle Übersicht und bediente den nachrückenden Alex Blank, der aus dem hohen Slot abzog und Zentimeter neben das Tor schoss. In der 33. Minute dann wieder eine gute Chance der Gäste, doch Tomas Zaborsky scheiterte an Belov. Insgesamt aber waren es immer wieder die Hausherren, die zu den gefährlicheren Abschlüssen kamen und so stand ein ums andere Mal Eriksson im Mittelpunkt. Es blieb aber, weil dieser sich keine weitere Blöße gab und seinen Fehler beim 2:1 mehr als gut machte, beim 2:1, das auch nach 40 Minuten Bestand hatte.

Der Schlussdurchgang zeigte in den ersten beiden Minuten weiter ein unverändertes Bild, doch fast nach genau zwei Minuten brachte Görtz den Puck ins Drittel, zog einfach ab und das Hartgummi schlug, verdeckt für Belov, genau unter der Latte ein. Die Pinguine zeigten sich weiter mental stabil und waren weiter das bessere Team mit mehr und gefährlicheren Schüssen. Die nächste Topchance hatten die Pinguine dann in der 47. Minute bei einem 3-auf-2. Am Ende zog Laurin Braun ab und traf zum zweiten Mal an diesem Tag für Krefeld den Pfosten. Im weiteren Verlauf konnten sich die Gäste gegen aufopferungsvoll kämpfende Pinguine etwas befreien und die Zahl der Chancen ging etwas zurück. Immer wieder versuchten es die Krefelder, aber die Zeit lief unerbittlich herunter. Auch die letzten Angriffe blieben ohne Erfolg und so ging es mit 2:2 in die Overtime. Krefeld hatte sich in dieser Partie keinesfalls etwas vorzuwerfen. Sie hatten alles gegeben und mussten jetzt versuchen, zumindest den zweiten Punkt zu holen und auf einen Sieg in Iserlohn und Punkte gegen Mannheim zu vertrauen, um die Roosters zu überholen.

Die Overtime brachte zwei Teams, die durchaus bemüht waren, im Endeffekt aber selten wirklich klar zum Abschluss kamen. Zwar gab es Chancen, aber selten eben war es wirklich deutlich. 25 Sekunden vor dem Ende dann noch einmal die Strafe für die Gäste. Die Pinguine kontrollierten den Puck. Drei Sekunden vor dem Ende kam Sabolic zum Schuss. Die Scheibe wurde abgeblockt, aber Alex Weiß eroberte sie zurück, passte sofort vor das Tor und aus spitzem Winkel schoss Bracco ein. Die Frage war nur: War die Zeit abgelaufen? Die Schiedsrichter bemühten den Videobeweis und entschieden schließlich auf Tor!

Damit hielten die Pinguine zumindest ein kleines Hoffnungspflänzchen am Leben. Nun geht es gleich am Mittwochabend in Mannheim weiter. Hier müssen nun mindestens zwei Zähler her, soll es mit dem sportlichen Klassenverbleib noch etwas werden.

 

Strafen:

Krefeld: 4

Schwenningen: 4

 

 

Tore:

0:1 4. Görtz (Zaborsky) PP

1:1 11. Glässl (Mass, Valkvae-Olsen)

2:1 19. Glässl (Mass)

2:2 42. Görtz

3:2 65. Bracco (Weiß, Sabolic) PP