Marian Bazany: "Es war der nächste Schritt in meiner Trainerkarriere"

von Katharina Schneider-Bodien (Kommentare: 0)

Das Sommertraining der Krefeld Pinguine läuft seit Anfang Mai, seitdem ist der neue Co-Trainer Marian Bazany auch an seiner neuen Wirkungsstätte tätig und leitet die Übungsstunden. In diesem Interview möchten wir euch Marian ausführlicher vorstellen.

Hallo Marian, Du bist der neue Co-Trainer der Pinguine. Was waren für Dich die Gründe, hier zu unterschreiben?

Die Gründe sind eigentlich die, die ich auch zuvor schon mehrfach erwähnt habe. Krefeld ist ein Traditionsverein und die Verantwortlichen – Matthias Roos und Rick Adduono– haben sich sehr um mich bemüht. Ich habe die Herausforderung dann sehr gern angenommen und freue mich darauf. Ich bin überzeugt, dass es die richtige Entscheidung war!

Die letzten Jahre warst Du in Berlin, bei einem der größten Teams der Liga. Was bietet Dir Krefeld, was Berlin nicht bieten konnte?

Ich würde die beiden Standorte  nicht direkt vergleichen. Ich glaube generell gibt es im Eishockey - egal in welcher Funktion - immer viel zu bewegen. Und ich glaube die Aufgabe in Krefeld ist sehr interessant, weil ich hier einfach viele Dinge umsetzen kann. Es ist einfach der nächste Schritt in meiner noch jungen Trainerkarriere. Es wird überall anders gearbeitet, hier gibt es ganz andere Strukturen als in Berlin und ich denke, dass die Aufgabe hier sehr interessant und für mich passend ist. Ich kann viele von meinen Ideen umsetzen. Das war allerdings auch in Berlin der Fall. Aber es ist halt auch immer die Arbeit mit neuen Leuten, einem neuen Umfeld. Ein frischer Start mit frischen Aufgaben und Herausforderungen! Krefeld ist ein Traditionsverein mit viel Historie und einem tollen Umfeld und das hat mich einfach insgesamt sehr gereizt.

Du wirst hier zunächst einmal für das Sommertraining verantwortlich sein und sollst die deutschen Jungs so richtig fit machen. In Berlin wurdest Du für die Fitness des Teams gelobt. Können wir uns da auf eins der fittesten Teams der Liga freuen?

Puh, das will ich so nicht sagen und formulieren. Denn wir können ja nicht beeinflussen, was die anderen Mannschaften machen. Aber wir wollen die Mannschaft in jedem Fall für unser Eishockey, das wir vorhaben zu spielen, so fit wie möglich haben. Ob wir dann die fitteste Mannschaft der Liga sein werden? Das hört sich natürlich schön an, aber das liegt eben nur teilweise in unserer Hand. Aber klar ist: Ich lege großen Wert auf Fitness und es ist auch sehr wichtig, sie im Eishockey zu haben, das ist kein Geheimnis. Eishockey ist ein Sport, in dem man immer wieder in kurzer Zeit das Maximale aus dem Körper rausholen muss. Das wird gerade in der nächsten Saison ganz bestimmt nicht leicht, denn die Spielzeit ist ja insgesamt vom Terminplan her sehr eng und komprimiert. Wir fangen am 8. September an. Dann steht Anfang Februar die große Olympia-Pause an und bis dahin ist fast die komplette Saison gelaufen. Das heißt wir werden sehr oft drei Spiele in einer Woche haben und dafür muss man einerseits einen großen Kader haben, aber andererseits auch fit sein. Und wenn wir dann noch von verletzungsbedingten Ausfällen verschont bleiben…

Viele Spieler wie Daniel Pietta, Martin Schymainski, Marcel Müller oder Adrian Grygiel kennst du ja noch als Gegner auf dem Eis. Mit Diego Hofland hast Du zusammen gespielt. Kanntest Du andere Spieler bereits?

Genau, Diego kenne ich noch als Teamkameraden. Auch Patrick Klein war noch streckenweise bei uns in Düsseldorf. Ich hoffe, ich vergesse jetzt gerade niemanden [lacht] aber ich glaube, dass ich sonst mit niemandem zusammen im Team stand. Aber klar, die meisten Jungs kenne ich eben aus der Liga, als Gegner auf dem Eis und als Trainer.

Du arbeitest jetzt bereits seit einigen Wochen sehr intensiv mit Rick zusammen und er ist voll des Lobes. Wie empfindest Du die Zusammenarbeit bislang?

Nun, Rick ist ja momentan nur kurz hier und war davor und wird danach wieder in Kanada sein. Wir stehen aber im regelmäßigen Austausch und telefonieren sehr oft. Wir reden über viele Spieler, über die Kaderzusammenstellung, über die Richtung, in die wir uns bewegen wollen. Dieser Austausch findet natürlich auch mit Matthias Roos statt. Wir haben natürlich alle unsere eigenen Ideen und Einflüsse und diskutieren diese sehr intensiv. Wenn wir dann wissen, wie die Mannschaft am Ende aussieht, werden wir schließlich konkret besprechen, wie die Vorbereitung aussieht, wie die ersten Wochen sein werden. Also bisher ist es eine sehr gute, intensive Zusammenarbeit.

Anfang Mai ging das Training mit dem Team los. Was sind Deine ersten Eindrücke von der Mannschaft bzw. den Jungs, die hier sind?

Mein erster Eindruck ist sehr gut. Wir hatten am ersten Tag erst einmal Tests und haben erst am nächsten Tag mit dem Training begonnen.  Aber die Jungs machen alle einen wirklich guten Eindruck. Sie sind alle motiviert und ziehen sehr gut mit. Das ist die Voraussetzung, die man mitbringen muss. Es wird eine lange Vorbereitung, bis wir dann richtig aufs Eis gehen. Wobei wir auch in den nächsten Wochen ein paarmal aufs Eis gehen wollen und sehen, dass wir Trainingszeiten bekommen. Einfach, um auch über die Sommermonate den Kontakt zum Eis nicht zu verlieren. Also das wollen wir auf jeden Fall umsetzen. Insgesamt sind die Jungs sehr fleißig und ziehen sehr gut mit!

Während der Saison sollst Du vor allem für die Verteidiger verantwortlich sein. Du warst selbst DEL- und sogar Nationalverteidiger. Wie sehr hilft das bei dieser Aufgabe?

Ja, das ist richtig. Das wird die Aufgabenverteilung während des Spiels sein, dass ich für die Verteidiger verantwortlich sein werde. Aber es sind auch mehrere weitere Aufgaben. Das werde ich mit Rick noch konkret besprechen. Ich denke, dass ich da natürlich als ehemaliger Verteidiger noch etwas mehr Erfahrung habe und Dinge sehe, mit denen ich den Jungs dann auch helfen kann.

In Maxi Faber, Joel Keussen, Tom Schmitz und auch Mikko Vainonen stehen viele junge Verteidiger im Kader. Was kannst Du gerade denen mitgeben?

Das lässt sich so pauschal nicht sagen, weil das sehr individuelle Dinge sind. Jeder Spieler ist anders und hat seine eigenen Stärken und Schwächen. Ich werde versuchen, einzeln mit ihnen zu arbeiten und sie besser zu machen, das ist klar. Aber so generell kann man das einfach nicht sagen, genau wie bei den Stürmern auch. Am Ende müssen die Jungs dann als Mannschaft funktionieren. Und das ist die Aufgabe für uns als Trainer, jeden einzelnen Spieler besser zu machen und das Team als ganzes voran zu bringen.

Nun steht erst einmal das Sommertraining, oder wie Du sagst, das Training der spielfreien Zeit, auf dem Programm. Doch es folgen auch noch Phasen ohne direktes Trainingsprogramm. Was sind da Deine Planungen? Wie wirst Du den Sommer verbringen?

Oh, mein Sommer ist eigentlich so gut wie verplant. [lacht] Es steht einfach viel an. Zunächst einmal werden wir, wie Du schon sagst, unser Training weiter vorantreiben. Ende Juni und Ende Juli bin ich jeweils für eine Woche auf einem Trainerlehrgang. Dann ist jetzt die WM, da werde ich auch vorbei schauen. Da gibt es ja auch Trainersymposien, an denen ich teilnehme. Also für Urlaub oder dergleichen wird da gar keine Zeit bleiben. Wie das in der einen Woche, die ich noch frei habe, sein wird, weiß ich noch nicht. Vielleicht unternehmen wir da noch spontan etwas, was nicht so weit weg ist. Vielleicht fahren wir ein paar Tage nach Holland ans Meer oder so, aber das werden wir sehen. Etwas großes werde ich wohl nicht machen, sondern mich voll auf meine Aufgaben hier konzentrieren. Und dann freue ich mich auf die Saison.

Marian, vielen Dank für Deine Zeit und auf eine erfolgreiche Zeit in Krefeld!

 

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