Neuzugang Cundari stellt sich vor

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Kurz vor der Veröffentlichung des Spielplans stellt sich ein weiterer Neuzugang im Interview vor. Heute: Mark Cundari!

Hallo Mark, im Sommer wechselst Du nach Krefeld. Was hat Dich von den Pinguinen überzeugt?

Ich habe in der vergangenen Saison in Berlin gespielt, wo es nicht so gut für mich gelaufen ist. Ich habe mich verletzt und bin in der Folge nicht richtig in die Saison gekommen. Krefeld war dann eins der ersten Teams, welches auf mich zugekommen ist. Ich glaube fest daran, dass es gut ist, bei den Teams zu sein, die Dich wirklich wollen. Teams, die auf mich zukommen und mit mir reden, anstatt einfach über den Agenten einen Kontakt herstellen und nur mittelbar mit Dir sprechen. Wir hatten dann gute Gespräche und ich habe mich gut gefühlt und bin von dem überzeugt, was mich hier erwartet. Jetzt freue ich mich wirklich auf den Anfang der Spielzeit.

Wie lange hast Du denn mit den Verantwortlichen in Kontakt gestanden? Waren es lange Verhandlungen? Du hast gesagt, sie waren die Ersten, die Dich angesprochen haben, also war das wohl früh im Jahr?

Mhhh, das will ich so nicht sagen. Es gab eine längere Entscheidungsphase zwischen mir und meinem Agenten, in der wir entschieden haben was das Beste für meine Zukunft ist. Also haben wir uns unsere Zeit genommen. Aber es waren jetzt nicht wirklich lange oder harte Verhandlungen. Wir haben ein bisschen gesprochen und diskutiert, aber eigentlich war der Kontakt mit den Verantwortlichen von Anfang an gut. Ich denke, beide Seiten bekamen, was sie wollten und das ist, worauf es am Ende ankommt.

Du hast bereits in Augsburg und Berlin in der DEL gespielt, kennst die Liga also gut. Hast Du irgendwelche besonderen Erinnerungen an Krefeld?

[lacht] Tatsächlich glaube ich, wenn ich mich nicht ganz täusche, dass ich letzte oder vorletzte Saison eine Schlägerei in Krefeld hatte. Das kommt bei mir nicht so wahnsinnig häufig vor und ist vielleicht ein bisschen eine Besonderheit. Aber insgesamt erinnere ich mich vor allem an die sportlichen Dinge. Krefeld ist eine sehr gut gecoachte Mannschaft mit einer tollen Fanbasis und guter Atmosphäre in der Halle. Ich war jetzt noch nicht in der Stadt und kenne sie nicht. Aber ich weiß, dass sie in einer guten Gegend des Landes ist. Das war auch ein wichtiges Entscheidungskriterium für meine Frau und mich, dass wir am Ende einen guten Lebensstil haben, ein nettes Setup, wo wir durch die Stadt laufen können und ein gutes Umland haben. Aber wie ich sagte: Zu viel weiß ich jetzt noch nicht. Wir werden es uns einfach ansehen und dann ein bisschen die Gegend erforschen.

Gibt es denn Spieler im Kader, die Du persönlich schon gut kennst, mit denen Du vielleicht auch mal zusammengespielt hast?

So weit ich bisher den Überblick habe nicht, nein. Ich weiß jetzt nicht, ob es noch kurzfristig in den vergangenen Tagen neue Verpflichtungen gab, von denen ich nichts mitbekommen habe. Aber so weit mir bekannt ist gibt es da niemanden. Ich habe natürlich gegen einige Jungs in der DEL gespielt, gegen andere dann zu Hause in Nordamerika. Aber davon abgesehen sind alles frische Gesichter.

In wiefern verfolgst Du überhaupt die Teamzusammenstellung bis hierhin? Liest Du alles, oder schaust du Dich einfach im Juli in der Kabine um, wer nun da ist?

Natürlich verfolge ich das sehr genau. Ich bin jetzt tatsächlich für ein, zwei Tage nicht wirklich dazu gekommen. Aber klar, ich informiere mich sehr regelmäßig und mache mir meine Gedanken und freue mich auf die Saison. Also eigentlich schau ich täglich, was passiert ist.

In Augsburg warst Du einer der Topverteidiger des Teams sowohl offensiv als auch defensiv. In Berlin klappte es in der vergangenen Saison nicht ganz so gut. Eine Rolle spielte sicher eine schwere Knieverletzung. Siehst Du noch weitere Gründe?

Berlin ist eine großartige Organisation. Sie sind ein Team mit einem großen Budget, Ich bin dort hin gekommen und habe mit einer Menge wirklich guter Spieler zusammengespielt. Sie verlangen Leistung und die entsprechende Eiszeit. Aber manchmal ist es hart, wenn Du als neues Gesicht ankommst und Dich gegen Jungs durchsetzen musst, die seit vielen Jahren in dieser Umgebung sind und auch große Qualität haben und Dir da Deine Eiszeit zu verdienen. In der Folge war es schwer für mich, wirklich in Schwung zu kommen und dieses Selbstverständnis im Spiel zu entwickeln, das eben mit Eiszeit und der folgenden Sicherheit kommt. Dann kam meine Verletzung und mit dem Problem, das es gab, weil wir mehr Importspieler hatten, als spielen durften, kam einfach nie dieser Flow rein. Es war einfach eine schwierige Situation. Aber es ist wie es ist und ich schaue jetzt nach vorn. Ich habe keine negativen Gefühle oder böses Blut gegenüber Berlin. Wie gesagt, sie sind eine großartige Organisation, es war einfach eine unglückliche Situation und ich freue mich jetzt auf die Spiele gegen sie. [lacht]
Nach zwei Jahren in Augsburg bist Du gegangen und nun sind die Panther bis ins Finale gekommen.

Sicher hast Du Dich für Deine ehemaligen Mitspieler gefreut. Aber war auch etwas Wehmut dabei, dass Du nicht mehr Teil dieser Cinderella-Story bist?

Oh, absolut habe ich mich gefreut! Ich fand es super und ich habe auch noch mit vielen Jungs Kontakt. Es ist eine derart großartige Gruppe von Jungs und ich habe ihnen wirklich die Daumen gedrückt. Tatsächlich heiratet einer der Jungs dieses Jahr und wir werden alle da sein und seine Hochzeit mit ihm in Minnesota feiern. Tatsächlich ist Augsburg als Standort auch mit Krefeld zu vergleichen. Sie sind beide Underdogs und ich denke, es ist eine inspirierende Story, was sie in den vergangenen Jahren aufgebaut haben und diese Jungs bis ins Finale zu bringen. Es ist wie es ist und jedes Jahr ist eine neue Geschichte und ich hoffe, dieses Jahr wird es vielleicht Krefeld sein, das diese Cinderella-Story schreibt. Aber was Augsburg erreicht hat ist einfach toll und freut mich sehr.

Kommen wir ein bisschen zu Dir persönlich. Welches war als Kind Dein Lieblingsteam?

Ich bin aus Toronto, daher war ich immer ein Leafs-Typ. Also ein Fan der Toronto Maple Leafs. Schon als Kind war ich das.

Hattest Du denn auch einen Lieblingsspieler, nach dem Du vielleicht auch den Spiel ein bisschen ausrichtest?

[lacht] Das Lustige ist, ich habe nie wirklich Verteidiger als Vorbilder gehabt. Irgendwie gab es da nie den einen, der mich begeistert hat. Aber ich habe Wendell Clark verfolgt, Doug Gilmore, eigentlich die ganzen Toronto-Jungs. Mats Sundin . . . einfach die Mannschaft der frühen bis mittleren 90er, das waren meine Helden. Es war eine großartige Zeit.

In Augsburg hattest Du zweimal je zehn Tore und über 30 Punkte. Siehst Du Dich selbst als Offensivverteidiger? Wo siehst Du Deine Stärken auf dem Eis?

Ich glaube, in meiner Karriere bin ich meist in diese offensive Rolle gerutscht. Aber ich sehe mich selbst als ziemlich vollwertigen Verteidiger, der alles ganz gut kann. Ich denke, je älter ich werde, desto reifer werde ich auch. Ich verstehe das Spiel immer besser und versuche, Fehler, die ich früher gemacht habe, nicht zu wiederholen. Also, ja, ich würde mich als offensiver Typ klassifizieren, aber gleichzeitig denke ich, dass ich schon das ganze Paket sein kann und bin.

Du bist mit 1,75 m relativ klein für einen Verteidiger. In Nordamerika hattest Du dennoch oft viele Strafminuten. In der DEL nicht so sehr. Würdest Du Dich trotz Deiner Größe als physischen Spieler bezeichnen?

[Lacht] Nun, Du weißt sicher, dass es in Nordamerika ein anderes Spiel ist. Da kommen auch mal Strafzeiten zusammen. Aber ja, ich würde mich durchaus als einigermaßen physisch bezeichnen. Ich versuche, mich nicht herumschubsen zu lassen und auch für meine Teamkameraden einzustehen. In meinen jungen Jahren war es natürlich auch so, dass dieser Traum der NHL da war und da versuchst Du dann, alles zu tun, was Du kannst. Und wenn Du eine Aufgabe bekommst, dann versuchst Du sie zu erfüllen. Ich würde jetzt nicht sagen, dass ich ein Tough Guy war. Das ganz sicher nicht. Aber ich war bereit, zu tun, was ich konnte, um mich selbst und meine Teamkameraden zu schützen und unterstützen. Und das ist bis heute so. Ich bin stolz darauf, alles zu tun, was dem Team hilft. Wenn uns jemand herumschubst, dann bin ich da. Ich habe das immer als Teil meiner Identität gesehen und ich hoffe, dass das auch unsere Teamidentität sein wird. Ich denke, wir müssen uns als Gruppe etablieren, die verschworen zusammen steht, füreinander einsteht und es dem Gegner schwer macht. Auch durch physisches Spiel.

Also wir könnten auch mal einen Boxkampf von Dir sehen?

[Lacht] Ja, auch das könnte passieren. Ich bin jetzt nicht der Typ, der sagt, das wirst Du zehn Mal im Jahr sehen, aber ich bin sicher niemand, der sich herumschubsen lässt.

Und abseits des Eises? Was bist Du für ein Typ? Was sind Deine Hobbys?

Puh, das solltest Du eigentlich andere fragen. Aber ich denke, ich bin ein ganz guter Typ, der mit allen anderen gut auskommt. Ich mag es, Menschen zu treffen und kennen zu lernen, ihre Geschichten zu erfahren und zu sehen, wer sie wirklich sind. Also in ein neues Team mit lauter neuen Jungs zu kommen ist spannend für mich. Es ist etwas, woran ich in meiner Karriere auch gewöhnt bin. Hobbys ist eine Frage, die ich kaum beantworten kann. Das kommt drauf an, was Krefeld anzubieten hat. Ich mach das eigentlich davon abhängig, was da ist. Ich bin niemand, der Videospiele spielt, das ist sicher. Ich hab auch vor ein paar Jahren mal Golf ausprobiert, aber das war nur eine Phase. Also ich mag es, rumzulaufen, die Gegend zu erkunden, Dinge und Menschen kennen zu lernen, neugierig zu sein.

Bis zur Saison geht ja noch einige Zeit ins Land. Was sind denn Deine Pläne für den Sommer?

Ich trainiere täglich, aber ich bin erst gerade von meiner Verletzung genesen und kann jetzt erst richtig anfangen. Aber ich bin schon gut im Training, versuche, Kraft aufzubauen oder zu halten, mein Gewicht zu halten und in einer sehr guten Verfassung nach Krefeld zu kommen. Außerhalb des Trainingsaspekts versuche ich, mich zu entspannen und zu erholen. Meist, wenn ich heim komme, übernehme ich zu viele Dinge und bin ständig im Stress. Dieses Jahr versuche ich, einen anderen Ansatz zu wählen und etwas zu entspannen. Später habe ich dann noch besagte Hochzeit mit einigen meiner Freunde aus Augsburg. Und sonst freue ich mich einfach auf die Saison.

Du bist derzeit wieder in Toronto?

Ja, genau. Gleich ein paar Kilometer nördlich von Toronto.

Wann wirst Du denn nach Krefeld kommen?

Ich glaube, es wird Ende Juli sein. Irgendwann in der letzten Juli-Woche, denke ich.

Mark, vielen Dank für Deine Zeit und hab einen schönen Sommer. Wir sehen uns im Juli.