Matthias Roos: Die nächsten fünf Spiele sind richtungsweisend!

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Nach 13 absolvierten DEL-Heimspielen spricht Geschäftsführer und Sportdirektor Matthias Roos über die aktuelle Lage in der Mannschaft und bei den Mietvertragsverhandlungen. Außerdem wagt er im Gespräch einen Ausblick auf die nächsten Wochen.

Herr Roos, sind Sie mit dem bisherigen Abschneiden Ihrer Mannschaft zufrieden?

Mit den gezeigten Leistungen bin ich zufrieden, jedoch nicht mit der Punkteausbeute. Auch nach der Deutschland-Cup-Pause haben wir in den Spielen gegen Köln, Mannheim, Berlin und Nürnberg eigentlich zu wenig Zählbares mitgenommen. Aufgrund unserer Ausgangssituation hätten es statt vier wenigstens sechs Punkte sein müssen. Weder Köln noch Nürnberg haben ihr bestes Hockey gezeigt. Daher wäre in diesen Spielen deutlich mehr als nur ein Zähler drin gewesen. Die nächsten fünf Spiele gegen Iserlohn, Augsburg, Düsseldorf, Köln und Schwenningen sind richtungsweisend. Wir brauchen jetzt Ergebnisse, um nicht den Anschluss an die Plätze acht bis zehn zu verlieren.

 

Was hat Ihnen besonders gefallen, was ist ausbaufähig?

Hervorzuheben ist jedenfalls, dass wir in dieser Spielzeit wieder ein Team auf dem Eis haben, das sich als Einheit präsentiert und von der ersten bis zur letzten Sekunde alles aus sich herausholt. Ein Team, das sich trotz großem Verletzungspech in nahezu jedem Spiel eine Chance auf Punkte und den Sieg gegeben hat. Bei 5-5 ist unser Torverhältnis ausgeglichen, allerdings haben wir in den „Special Teams“ eine negative Bilanz. Über- und Unterzahlspiel sind ausbaufähig und müssen besser werden. In diesem Bereich liegt der Schlüssel zum Erfolg. Sollte uns das gelingen steigen unsere Chancen auf die Playoffs erheblich.

 

Im Kader herrscht ein großer Umbruch. Antonin Manavian wurde nicht lizensiert, Tommy Kristiansen und Nikolas Linsenmaier sind zu ihren jeweiligen Heimatvereinen zurückgekehrt. Dazu kommen gleich sieben neue Spieler, die nicht während des Sommertrainings zum Kader gehört haben. Wie kommt es zu dieser hohen Fluktuation in der Mannschaft?

Hätte das Verletzungspech, dass uns seit einigen Wochen verfolgt, nicht so gnadenlos zugeschlagen, wäre es vermutlich bei den Nachverpflichtungen von Christoph Gawlik, Markus Nordlund und Jordan Caron geblieben. Drei Abgänge und drei Zugänge im Laufe einer Spielzeit sind sicher nicht außergewöhnlich. Alex Trivellato, Timothy Miller, Matthew MacKay und Dimitri Pätzold sind letztlich eine Reaktion auf die vielen Ausfälle. Eine Spielzeit ist immer ein Entwicklungsprozess, über den Rick, Marian und ich viel diskutieren, um die bestmöglichen Entscheidungen treffen zu können.

 

Wie finden solche Vertragsgespräche in einer laufenden Saison statt? Haben Ihnen Ihre Vergangenheit in der DEL2 und die damit verbundenen Kontakte geholfen?

Bei Christoph, Alex, Matthew und Dimitri sind wir mit den Spielervermittlern eigentlich schon zum Ende der letzten Spielzeit im Austausch gewesen. Die Spieler werden oftmals jedoch erst informiert, wenn es konkret wird. Dimitri hatte in Straubing unterschrieben bevor wir soweit waren ein finales Angebot abgeben zu können, Christoph ist uns im Frühjahr und Sommer zu teuer gewesen, bei Alex und Matthew waren es andere Gründe. Kontakte helfen immer, so wusste Bad Nauheim beispielsweise auch schon im September, dass wir Alex bei Verletzungspech ein Angebot machen würden. Auch Heilbronn und Dresden hatten wir umgehend informiert, als wir uns ernsthaft mit Matthew und Timothy befasst haben.

 

Patrick Klein war bislang immer der Feuerwehrmann und sprang ein, wenn sich die Nummer Eins verletzt hat. Gerade in dieser Spielzeit macht unsere 29 einen guten Job. Ist die Neuverpflichtung Dimitri Pätzold deshalb als Unterstützung von Patrick zu sehen? Oder rückt der Fanliebling nun wieder ins zweite Glied?

Als Andrew sich in Ingolstadt eine Gehirnerschütterung zugezogen hatte, gab uns Patrick in den folgenden Spielen mit sehr guten Leistungen die Chance auf Punkte. Das hat uns Zeit verschafft die Entwicklung bei Andrew abzuwarten. Wäre Andrew letzte Woche zurück auf dem Eis gewesen, hätten wir nicht reagieren müssen. So sind wir froh, dass Dimitri nun bei uns ist. Er hat das gleiche Ziel wie Patrick – auch er möchte spielen. Der enge Spielplan gibt nun Beiden die Chance sich zu beweisen. Die letzten Spiele von Patrick sind ausgezeichnet gewesen und Dimitri hat in seinem ersten Einsatz gegen Nürnberg ebenfalls seine Klasse gezeigt. Eine komfortable Situation für uns.

 

Wie steht es um Andrew Engelage?

Andrew wird noch Zeit benötigen ehe er wieder spielen kann. Wenn er wieder zurück ist, haben wir einen interessanten Konkurrenzkampf auf der Torhüter Position.

 

Wann ist mit einer Rückkehr der Verletzten zu rechnen?

Ein Einsatz von Martin Schymainski und Diego Hofland ist bereits am Wochenende möglich. Bei Patrick Seifert und Jordan Caron halte ich die erste Woche im Dezember für wahrscheinlich. Tom Schmitz und Mike Mieszkowski werden sich noch gedulden müssen und die Situation von Andrew wird wöchentlich neu bewertet werden.

 

Inwieweit planen Sie bereits den Kader für 2018/19 wo der Mietvertrag mit dem KönigPALAST noch nicht unterschrieben und die Zusage einer neuerlichen Unterstützung vom Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Schulz noch nicht gegeben ist?

Wir sind bereits in den Kaderplanungen für die nächste Spielzeit, auch wenn im Moment noch keine Verträge unterschrieben werden können. Sollte alles gut verlaufen, wird sich dieser Umstand noch vor Weihnachten ändern.

 

Die Fans befürchten, dass die Leistungsträger in der nächsten Spielzeit nicht gehalten werden können. Können Sie den Anhängern diese Angst nehmen?

Nein, das kann ich nicht. Grundsätzlich sehe ich das jedoch entspannt. Wir sollten uns Alle auf die laufende Spielzeit konzentrieren, die noch lange nicht vorbei ist und in der wir noch viele gute Spiele zeigen wollen.

 

Stichwort Fans: Die Mannschaft kämpft aufopferungsvoll, gewinnt zu Hause gegen Topteams und trotzdem bleiben die Zuschauer aus. Vor allem die beiden Derbys gegen Köln und Düsseldorf waren bisher im Vergleich zu den Vorjahren schwach besucht. Woran liegt das Ihrer Meinung?

Da spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Beispielsweise die Enttäuschung und der Frust über die Heimspiele der letzten Saison, sicherlich aber auch der ungünstige Spielplan, für dessen Erstellung die lange Olympiapause im Februar alles andere als hilfreich gewesen ist. Jedenfalls hat die Mannschaft mehr Zuschauer verdient und der DEL-Standort Krefeld braucht mehr Zuschauer, um dauerhaft überleben zu können. Wir hoffen nächste Woche bei den Spielen gegen Düsseldorf und Köln auf deutlich mehr Zuschauer als zuletzt. Die Mannschaft braucht insbesondere in den Derbys die Unterstützung des siebten Mannes.

 

Können die Krefelder mit Ihrem Besuch aktiv daran teilhaben, dass es in der nächsten Saison DEL-Eishockey in Krefeld geben wird?

Definitiv! Ein Zuschauerrückgang ist sicher kein Argument für unsere Gesellschafter auch in der nächsten Spielzeit DEL-Eishockey anzubieten. Es geht nur gemeinsam – ein gut besuchter KönigPALAST und eine aufopferungsvoll kämpfende und hart arbeitende Mannschaft. Die nächsten Wochen haben entscheidenden Charakter. Nur gemeinsam werden wir es schaffen den DEL-Standort Krefeld zu sichern!