Matt MacKay: „Jeder Zweite spricht mich auf meinen Vater an“

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Matt MacKay ist einer der letzten Neuzugänge der Krefeld Pinguine. Der 26-Jährige wechselte aus der DEL2 an den Niederrhein und bestritt nach der Länderspielpause in Köln seine erste Partie für die Schwarz-Gelben. Im Interview stellt sich der gebürtige Kempener den Fans genauer vor.

Hallo Matt, willkommen in Krefeld. Du hast jetzt ein paar Spiele für die Pinguine gemacht, wie hast Du die Spiele gesehen?

Im ersten Spiel war es so, dass ich mich erst einmal wieder an das Tempo und das Niveau der Liga zurückgewöhnen musste. In der DEL2 war es schon so, dass ich anders spielen, die Scheibe nehmen und selbst kontrollieren und Plays machen konnte.  In der DEL ist alles schneller, stärker, größer und ich muss einfach anders spielen. Da kann man die Scheibe nicht einfach annehmen und direkt weiterspielen. Man muss sie bewegen und schnell weiter bringen und sich wieder in Position bringen. Damit hatte ich in Köln noch hin und wieder Umstellungsprobleme. Gegen Mannheim hab ich mich dann viel besser gefühlt und es lief gut. Ich denke, ich hab da ein gutes Zwei-Wege-Spiel gemacht und mich gut gefühlt.

 

Du hast jetzt mit Addi Grygiel und Tim Miller zusammen gespielt. Wie siehst Du die Reihe, wie gut funktioniert das schon?

Also ich hab ja mit Grygsi [Adi Grygiel] vor zwei Jahren [in Augsburg] fast jedes Spiel gespielt und kenne ihn gut. Darum war es leicht, mit ihm zu spielen. Er ist ein super Spieler und guter Leader. Das hilft dann natürlich, wenn man den Mitspieler schon kennt.

 

Was sind Deine ersten Eindrücke vom Team?

Alle sind super nett. Spieler, Trainer, Geschäftsstelle, wirklich alle haben mich super aufgenommen. Ich fühle mich voll akzeptiert. Die beiden Nationalspieler  Malla und Pietzi nach ihrer Rückkehr von der Nationalmannschaft  im Training zu sehen und zu beobachten, wie sie spielen und sich vorbereiten war schon spannend. Ich will immer viel lernen und mir abschauen, von den beiden kann ich noch eine Menge lernen! Das hilft mir sehr.

 

Du bist ja in Kempen geboren. Was sind da Deine Verbindung zu den Pinguinen? Gibt es da welche?

Langsam ist das wirklich lustig. Jeder zweite Mensch den ich hier kennenlerne spricht davon, wie mein Vater früher gespielt hat und dass man ihn gern in Krefeld gesehen hätte. Gestern hat mich dann jemand zugeparkt. Da kam ein Herr raus und wollte helfen und fragte, wer ich sei. Und sofort erzählte er, dass er meinen Vater noch von alten Zeiten in Grefrath kennt. Stell dir das mal vor! Jemand parkt Dich in einer völlig neuen Stadt zu und erzählt Dir dann, wie er Deinen Vater von früher kennt. Lustig! Krefeld ist schon immer eine riesen Eishockeystadt gewesen. Ich freu mich, wieder hier zu sein, in der Ecke meines Geburtsortes.

 

Dein Vater war in Krefeld in den 90ern eigentlich Stammgast in der Gerüchteküche. Hat sich da für Dich jetzt auch ein Kreis geschlossen?

Ich habe bereits im Sommer mit den Pinguinen gesprochen. Mein Vater und ich mussten einfach lachen, wie der Vertrag dann jetzt doch noch zustande gekommen ist. Ich kann mich noch erinnern, bei seinem letzten Vertrag, da war Krefeld ganz oben auf der Liste. Damals war ich schon alt genug und hab mit meinen Eltern auch darüber gesprochen. Aber  er war halt Schwenningen richtig treu und ist dann doch geblieben. Mein Bruder und ich waren damals in der Schule und er wollte auch nicht umziehen. Das war hart für ihn, denn im Endeffekt wusste ich immer, dass Krefeld bei meinem Vater ganz oben stand. Da ist es dann lustig, dass ich jetzt hier gelandet bin.

 

Du hast jetzt vier Jahre DEL-Erfahrung, bist Deutscher und dazu noch recht jung. Wo siehst Du den Grund, dass Du die Saison in der DEL2 beginnen musstest?

Ich bin davon ausgegangen, dass ich in Augsburg bleibe und wir uns einigen. Wir hatten vergangene Saison eine richtig starke Saison, hatten eine richtig gute Mannschaft. Ich wollte bleiben. Am Ende hat es dann – das ist aber eine lange Geschichte – doch nicht geklappt. Zu dem Zeitpunkt waren dann viele Teams einfach schon voll, auch mit Deutschen. Die hatten einfach keine Plätze mehr frei. Letztendlich sieht man aber ja, dass alles gut gelaufen ist. Ich hatte jetzt einen Monat fast als Trainingslager in der zweiten Liga und wusste, dass ich eine Chance bekommen würde. Alles geschieht aus einem Grund und jetzt ist alles gut ausgegangen.

 

Ist es jetzt Dein Ziel, länger in Krefeld zu bleiben?

Ja, sehr gern! Es ist komisch. Ich fühle mich schon jetzt total wohl und zu Hause. So ein Gefühl bekommt man normal nicht so schnell. Auf meinen bisherigen Stationen hat das viel länger gedauert. Und jetzt ist es schon so weit und darum würde ich gern länger bleiben. Es ist alles gut und ich hoffe, dass wir hier ein paar Siege hintereinander holen und richtig in den Lauf kommen.

 

Dir eilt der Ruf voraus, ein Unterzahl- und Bullyspezialist zu sein. Ist das auch, wie Du Deine Spielweise beschreiben würdest?

Ich glaube das ist richtig. Ich bin letztes Jahr von einem Team gekommen, dass oben dabei war. Ich war dort Nummer eins Unterzahlspieler, habe wichtige Bullys genommen. Ich spiele gut zwei Wege und wenn ich ein paar Punkte machen kann, dann ist das gut, aber wichtiger ist es eben, meinen Job zu machen und wichtige Bullys zu spielen. Damit möchte ich dem Team helfen erfolgreich zu sein.

 

Und was bist Du neben dem Eis für ein Typ? Was sind Deine Hobbys?

Oh, ich bin ein ganz ruhiger Typ. Ich schaue gern Filme oder Serien, gehe gern mit meiner Freundin durch die Stadt, wir haben beide Fahrräder und fahren gern herum. Ich finde, in Deutschland gibt es so viele tolle Sachen zu besichtigen. Kanada ist 150 Jahre alt und hier kann man in Häusern wohnen, die 200 Jahre alt und älter sind. Das ist schon beeindruckend. Also ich spiel da auch gern mal Tourist.

 

Du sagst gerade: Mit Deiner Freundin. Die weiblichen Fans müssen sich also keine Hoffnung machen, Du bist vom Markt?

[lacht] Ja, ich bin vom Markt. Meine Freundin kommt im Dezember, macht jetzt gerade ihren zweiten Uniabschluss, schreibt noch Prüfungen und kommt danach dann fest her.

 

Was sind deine persönlichen Ziele für die Saison?

Ich möchte dem Team helfen und in die Playoffs kommen. Ich kenne das aus Augsburg: Wenn Du ein Team hast, das ins Laufen kommt und gerade in der zweiten Saisonhälfte gut drauf ist, dann ist das richtig gefährlich in den Playoffs. Egal, ob man als Erster oder in der Mitte in die Playoffs kommt, Du hast immer eine Chance. Und ich glaube, das wäre super, nicht nur für uns, sondern auch für die Stadt und die Fans. Es gibt immer wieder Beispiele von Teams, die von ganz unten kommen und durchmarschieren. Man weiß nie was passiert. Kurz gesagt: Playoffs und dann alles geben. Persönlich setze ich mir aber keine Ziele. Ich will einfach dem Team helfen. Wie viele Punkte ich dabei schaffe ist eigentlich egal. Das macht für mich keinen Sinn. Vor zwei Jahren hatte ich 11 Punkte, letztes Jahr fünf – aber ich glaube, ich habe letztes Jahr viel besseres Eishockey gespielt.

Matt, vielen Dank für Deine Zeit und viel Erfolg und Gesundheit für die Saison.