Laurin Braun: „Krefeld ist ein guter Ort für mich“

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Laurin Braun: „Krefeld ist ein guter Ort für mich“

Nach und nach stellen wir euch unsere Neuzugänge im Interview vor. Wir starten heute mit Laurin Braun, der zwar erst 28 Jahre alt ist, gegen den aber sogar noch Brandon Reid selbst gespielt hat.

Hallo Laurin, Du wechselst zur kommenden Saison nach Krefeld. Was hat Dich an den Pinguinen überzeugt?

Das war vor allem Matthias Roos. Er war einfach sehr ehrlich, sehr offen und die Art und Weise, wie er mit mir gesprochen hat, wie er sich um mich bemüht hat, habe ich so noch nicht erlebt. Er hat mich dann im Endeffekt davon überzeugt, dass ich nach Krefeld komme und hier derzeit der beste Ort für mich ist.

 

Wie lange hast Du denn mit den Verantwortlichen in Kontakt gestanden? Waren es lange Verhandlungen?

Das war schon während der Saison. Ich sag mal, so etwa die letzten zehn Saisonspiele. In Ingolstadt lief es für mich ja nicht so gut und er war da absolut der Offenste und meinte ‚Du, man merkt, dass es in Ingolstadt nicht so läuft. Aber wir wissen, dass Du es kannst, dass Du besser bist. Bei uns wärst Du ein Spieler für die ersten drei Reihen und kriegst Deine Chance, wieder den Spaß am Eishockey zu finden und es zu genießen, Eishockeyspieler zu sein.‘ Und das fand ich schon sehr überzeugend und war für mich einfach das, was mich dann wirklich gepackt hat. Weil er einfach sehr klar war und da hab ich dann auch nicht lang gezögert.

 

Was ist bisher Deine prägendste Erfahrung in oder gegen Krefeld?

[kurze Pause, dann lacht er] Meine prägendste Erfahrung war, als damals Kevin Clark in Krefeld gespielt hat. Da hatten wir einen kleinen Disput und er meinte, er habe zu dem Zeitpunkt schon 23 Saisontore geschossen und ich solle still sein. Nun, ich hab dann in dem Spiel drei – oder waren es zwei? Ich weiß nicht mehr genau – Tore geschossen. Das hab ich ihm dann gleich unter die Nase gerieben. Das war dann ziemlich geil, weil es halt so ein Stachel war. Das ging dann noch hoch und runter und war so ein bisschen ‚beef‘, wie man neudeutsch sagt. Das war richtig schön und hat Spaß gemacht. Da war Pfeffer drin. [lacht]

 

Gibt es denn Spieler im Kader, die Du wirklich gut kennst, also mehr, als nur mal vor oder nach einem Spiel mit ihnen zu reden?

Da muss ich erstmal nachdenken. Also Daniel Pietta und Martin Schymainski kenne ich durch die Nationalmannschaft. Sie waren ja auch damals oft dabei und wir haben uns gut verstanden. Kai Hospelt kenne ich auch von dort, auch wenn wir nicht so viel miteinander zu tun hatten. Also denke ich, dass Pietta und Schymainski am Anfang auch so ein bisschen die Ansprechpartner sein werden. Achja und Alex Trivellato natürlich. Ihn hätte ich jetzt fast vergessen. Aber wir haben ja jahrelang gemeinsam in Berlin gespielt. Trivi kenne ich schon viele Jahre. Und Arturs Kruminsch habe ich damals in Dresden kennengelernt, als ich dort gespielt hab. Also es gibt schon ein paar. Auch wenn ich jetzt erstmal überlegen musste: Nachgedacht hab ich darüber bereits. Aber wenn man so gefragt wird, vergisst man auch gern mal den ein oder anderen. Aber ja, es ist schön, wenn Jungs da sind, die man auch schon kennt.

 

Kommen wir ein bisschen zu Dir persönlich. Welches war als Kind Dein Lieblingsteam?

Also in der NHL fand ich immer Detroit geil. Weil Datsyuk und Zetterberg einfach Spieler waren, die wahnsinnig komplett waren und daher fand ich es immer geil, die Redwings anzuschauen. Das war dort in jedem Fall mein Lieblingsteam. Die Mannschaft war früher immer top und hat auch viel Charakter. Und das sieht man selten in der heutigen Zeit. Und in der DEL war recht früh klar, dass es die Eisbären sind. Schließlich hat mein Bruder dort gespielt, ich war dort im Nachwuchs und da war Berlin dann für mich ein super Pflaster.

 

Hattest Du denn auch einen Lieblingsspieler, nachdem Du vielleicht auch dein Spiel ein bisschen ausrichtest? Du hast gerade schon Datsyuk/Zetterberg angesprochen, oder gibt es da noch jemand anders?

Naja gut, so technisch begabt wie Datsyuk bin ich jetzt nicht. Aber ich versuche schon, wie er, vorn wie hinten meine Leistung zu bringen. Er ist ja nun defensiv auch stark und hat da überragendes geleistet. Das versuche ich schon auch zu tun. Ich versuche, ein zwei-Wege-Stürmer zu sein. Also im Endeffekt: Klar, Tore und Punkte sind schön und wichtig. Aber wichtiger ist immer, wenn Du im Plus bist. Wenn Du das Plus da stehen hast, dann zeigt das, dass Du, wenn Du auf dem Eis bist, was richtig machst.

 

Gibt es denn sonst einen bekannten Spieler, mit dem Du Dich von der Spielweise her vergleichen würdest? Wo siehst Du Deine Stärken und Schwächen auf dem Eis?

Ja, das hört sich jetzt vielleicht doof an, aber da würde ich Brad Marchand von Boston nennen. Wie er gehe ich gern so ein bisschen unter die Haut. Wenn ich im Spiel drin bin, dann mach ich das einfach gern, bin unangenehm und versuche, den Gegner so ein bisschen aus dem Spiel zu bringen. Das soll aber jetzt nicht heißen, dass ich glaube, 40 NHL-Tore in einer Saison schießen zu können. Wobei ich 40 DEL-Tore natürlich nehmen würde. Das wär mal ein schönes Ding. [lacht]

 

Und abseits des Eises? Was bist Du für ein Typ? Was sind Deine Hobbys?

Ich denke, ich bin ein lockerer, witziger Typ. Ich bin eigentlich immer gut drauf. Ich habe selten einen schlechten Tag. Und wenn, dann ist es auch nicht wirklich schlecht, sondern nur etwas schlechter als sonst. Ich versuche schon, immer meine Witze, meine Sprüche zu machen. Ich habe Spaß an dem, was ich tue. Das macht ja alles Spaß, ich bin Eishockeyprofi, weil es mir Spaß macht. Ich steh morgens auf und freue mich, in die Kabine zu gehen. Ich denke, mit mir kann man viel Spaß haben. Manchmal vielleicht auch zu viel. [lacht] Das ist das einzige, wo ich mal aufpassen muss. Aber ich denke, die wenigsten werden Probleme mit mir haben. Das hoffe ich jedenfalls. [grinst]

 

Und Hobbys neben dem Eishockey?

Ich spiele sehr gern Golf. Mein Plan im Sommer ist eigentlich immer, zu trainieren und danach golfen zu gehen. Das ist eigentlich das beste. Trainieren, essen, Golf. Dann bist Du immer unterwegs, immer auf Touren, kommst abends nach Hause, bist platt und willst schlafen.

 

Verrätst Du uns Dein Handicap?

Mein Handicap ist 16.

 

Dein Bruder Constantin spielt ja weiter in Berlin. Wie war eigentlich das erste Spiel gegen ihn? Wie ist es, den eigenen Bruder zu checken?

Ich hatte da eigentlich immer relativ Glück. Mein Bruder ist ja eigentlich Verteidiger. Aber im ersten Spiel der Saison damals hat er Stürmer gespielt. Da war ich zwar auf dem Eis gegen ihn, aber hab nicht wirklich was gegen ihn gemacht. Aber klar, das war unangenehm oder komisch. Denn Du weißt: Wenn Dein Bruder in der Ecke steht, darfst Du nicht zurückziehen. Aber zugleich weißt Du auch: Scheiße, die Nummer 90, ich versuch jetzt, das hinter mich zu bringen. Aber klar, man achtet schon drauf. Wenn ich mal nicht auf dem Eis bin und er kriegt nen Check oder so, dann guck ich halt schon ‚OK, er sitzt auf der Bank, alles okay.‘ Also man guckt da schon etwas mehr drauf.

 

Also eine Schlägerei gegen ihn wird es nicht geben?

Nee, sicher nicht. Ich hab auch damals dem Matt Pelech in Ingolstadt gesagt: ‚Du, wenn irgendwas ist: Die Nummer 90 bitte nicht.‘ Da hat er dann geantwortet: klar, kein Ding, macht er. Ich meinte dann: ‚Okay, danke Pely und schönes Spiel‘ und es war gut. [lacht]

 

Dürfen denn die Frauen in Krefeld hoffen, oder bist Du vergeben?

Ich bin vergeben. Glücklich vergeben, wie ich hinzufügen möchte. Deswegen: Hoffen können sie natürlich, aber es bringt halt leider nix. [lacht]

 

Bis zur Saison geht ja noch einige Zeit ins Land. Was sind denn Deine Pläne für den Sommer?

Ich werde das Sommertraining in Krefeld absolvieren. Denn ich mag es, relativ früh in der Umgebung zu sein, in der ich dann auch spiele und die Leute und die Umgebung kennenzulernen. Auch das Fitnesstraining und so, um direkt rein zu finden. Dafür find‘ ich halt, dass das ne super Phase ist. Hab aber jetzt auch die vergangenen drei Wochen in Berlin schon trainiert. Denn einfach rum hocken ist nicht so mein Ding. Ja, dann ist im Juni nochmal Urlaub mit der Freundin, dann nochmal Golfurlaub mit meinen Eltern und sonst ist eigentlich nichts geplant. Eigentlich will ich dann nur nen guten Sommer haben, verletzungsfrei bleiben, gut trainieren, stabil bleiben und dann topfit in die Vorbereitungsspiele gehen.

 

Das heißt, Du wirst direkt zum Beginn des Sommertrainings nach Krefeld ziehen und hier Deinen Lebensmittelpunkt haben?!

Genau. Ich will dann da mittrainieren und ich find es auch immer besser, in ner Gruppe zu trainieren. Denn man kennt das ja: Allein haste auch mal Tage, da fühlt man sich nicht so oder hat nicht so die große Lust und dann ist keiner da, der einen mitzieht. Darum finde ich es immer besser, eine Gruppe zu haben. Auch pusht man sich als Leistungssportler immer gegenseitig, will immer besser sein, als die anderen und das kitzelt dann noch ein paar Prozent extra raus. Das passt dann so.

Laruin, vielen Dank für Deine Zeit und hab einen schönen Sommer. Wir sehen uns im Juli.

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