Krefeld setzt Negativserie fort

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Was auch immer „Es tut uns leid“ auf Russisch heißt, man kann nur hoffen, dass sich die Spieler Zeit genommen haben unserem Torwart Sergei Belov in die Augen zu schauen und diese Worte zu sprechen. 91 Schussversuche unserer Gäste aus Berlin, 63 davon auf das Tor. Zum Vergleich: 22 Mal musste Berlins Torhüter Tobias Ancicka Hand und Fuß anlegen. Ohne den teilweise wie besessen spielenden Russen, hätte das Spiel am Sonntagabend zu einem unvorstellbaren Debakel werden können. Am Ende stehen nach dem 2:5 nach acht Spielen weiterhin null Punkte auf unserem Konto.
Bereits in der ersten Minute klingelte es im Tor Sergei Belovs. Nach einem Fehler Alex Trivellatos, der den Puck leichtfertig blind in den Slot spielte, war es ausgerechnet Kris Foucault, der fast ohne Gegenwehr der restlichen Verteidigung Belov aussteigen und dann einschieben konnte. 10,5 Sekunden waren gespielt und das Team dadurch schon auf der Verliererstraße.
Belov zeigte nach dem Tor einige starke Saves, verhinderte in Unterzahl nach einer Strafe Martins Karsums, dass Mark Zengerle für die Eisbären die Führung ausbauen konnte. Seine Mühen zahlten sich in der 16. Spielminute sogar aus!
Powerplay für Krefeld, die Scheibe wird von Vinny Saponari an Kristofers Bindulis abgegeben, dessen Schuss den vor dem Tor stehenden Aushilfs-Verteidiger Filips Buncis am Hosenbein traf und von dort verdeckt und unhaltbar für Eisbären-Goalie Tobias Ancicka im Tor landete.
Berlin schien durch das Gegentor jedoch eher motiviert, als geschockt zu sein und begann ihre Schlussoffensive des ersten Drittels. Leo Pföderl fälschte in der 18. Minute einen Schuss Frank Hördlers von der blauen Linie ins Tor ab, Giovanni Fiore vollendete in der 20. Minute unter Berücksichtigung des 1,50 m Corona-Abstands zu den Krefelder Verteidigern, und wenige Sekunden nach einem spektakulären Save Belovs, zum 1:3 aus Sicht der Pinguine. Schnell und (zu) einfach. Drittelpause.

Das zweite Drittel wurde nunmehr ausschließlich zum Duell Eisbären Berlin gegen Sergey Belov. Auch wenn Mark Olver ihn in der 24. Minute aus dem Slot heraus überwinden konnte, ließ „Belij“ die Berliner ein ums andere Mal verzweifeln und hielt die Pinguine so gut es ging im Spiel. Druckphasen der Berliner wurden durch teilweise athletische Saves zunichte gemacht, die Hoffnung, die Mannschaft könnte auf dem Rücken des Russen ein Comeback starten, wollte aufgrund der schwachen Leistung der Vorderleute jedoch nicht aufkommen. Zu harm- und ideenlos waren die Schwarz-Gelben am gestrigen Abend.

So nahm das Spiel im letzten Drittel genau den Verlauf an, den man auch in den zwei Spielabschnitten zuvor gesehen hat. Berlin drückt, Belov hält, was zu halten ist. In der 46. Minute musste er sich doch wieder geschlagen geben. Etwas unglücklich springt die Scheibe nach einem geblockten Schuss auf den Schläger von Lukas Reichel, der es sich neben dem Tor bequem machen konnte und den abgeprallten Schuss aufnehmen und in die Maschen schleudern durfte – 1:5.
Belovs Wille schien jedoch ungebrochen. Wenige Sekunden nach dem Gegentor stand er schon wieder im Fokus als sich Foucault und Matthew White die Scheibe lustig und ungehindert hin und her spielen konnten. White mit dem Schuss, der MagentaSport-Kommentator mit den Worten „hier gleich der nächste Treffer … “, aber die Rechnung wurde ohne den bemitleidenswerten, und zu diesem Zeitpunkt bereits circa 50 Mal beschossenen Belov gemacht.
Zumindest in den letzten zehn Minuten fingen die Pinguine dann auch etwas an nach vorne mitzuspielen. So war es Brett Olson, der nach einem sehenswerten Zuspiel von Buncis und Karsums in der 55. Minute ein wenig Ergebnis-Kosmetik betrieb und auf 2:5 verkürzen konnte. Der Schlusspunkt eines Spiels, bei dem man sich nicht mal vorstellen mag, dass man irgendwie noch mit einem blauen Auge davongekommen ist.

Strafminuten
KEV 4
EBB 10

Tore
0:1 1. Foucault
1:1 16. (PP) Buncis (Bindulis, Saponari)
1:2 18. Pföderl (Hördler, Noebels)
1:3 20. (PP) Fiore (Zengerle, Foucault)
1:4 24. Tuomie (Olver, Fiore)
1:5 46. Reichel (Pföderl, McKiernan)
2:5 55. Olson (Buncis, Karsums)