Jordan Caron: „Die DEL ist eine gute Liga mit hervorragenden Spielern“

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Der letzte Neuzugang der Krefeld Pinguine hat in seiner Karriere bereits einige Stationen hinter sich. Neben 166 NHL-Spielen und 261 AHL-Partien ist Jordan Caron seit vergangener Woche in Krefeld. Gleich bei seinem ersten Einsatz gegen Nürnberg feierte der 26-Jährige sein erstes Tor. Im Interview stellt sich Jordan Caron noch einmal genauer vor.

Hallo Jordan, willkommen in Krefeld. Du hast nun die ersten Spiele für die Pinguine gemacht und dabei gegen zwei Topteams gespielt. Wie sind Deine Eindrücke vom Leistungsniveau und Stil der DEL?

Ganz klar, das Eis ist viel größer und es ist viel mehr Platz als ich das gewohnt bin. Dadurch muss man mehr laufen, es gibt etwas weniger Checks. Das öffnet das Spiel etwas und man hat mehr Zeit mit der Scheibe. Aber den Puck muss man eben auch zu nutzen verstehen. Das ist alles noch ein wenig ungewohnt. Was ich bisher erlebt habe lässt mich aber zu dem Schluss kommen, dass die DEL eine sehr gute Liga mit vielen hervorragenden Spielern ist. Ich habe jetzt gegen zwei Topteams der Liga gespielt. Man konnte sehen, wie stark Nürnberg und Berlin sind. Ich glaube, wir haben einen guten Job gemacht.

 

Was sind denn Deine Eindrücke vom Team der Pinguine?

Wir haben in beiden Spielen sehr gut gespielt. In Nürnberg hätten wir sogar drei Punkte verdient gehabt.  Aber das ist eben Eishockey, die Nürnberger haben clever gespielt.  Wir müssen unser Niveau für den Rest der Saison so behalten. Es stehen noch viele Spiele an, wir müssen einfach eine gewisse Stabilität in unserem Spiel beibehalten, dann können wir einiges erreichen.

 

Hattest Du denn auch schon Zeit, Dir die Stadt etwas anzusehen?

Ja, ich bin in Krefeld ein bisschen herumgelaufen. Es ist wirklich schön hier! Ich bin auch schon etwas in der Umgebung gewesen und habe mir andere Städte in der Nähe angesehen. Bisher kann ich mich nicht beschweren. Es gefällt mir hier!

 

Du hast gleich im ersten Spiel getroffen. Wie wichtig war das?

Natürlich ist es immer gut, gleich zu treffen. Es nimmt etwas den Druck und gibt Selbstvertrauen. Ich möchte mich natürlich auf beiden Seiten des Eises einbringen. Und dazu gehört eben auch, offensiv meinen Anteil beizutragen. Ich werde also auch weiterhin in die Ecken und vor das Tor gehen und dort meinen Job machen und hoffentlich weitere Tore schießen.

 

Wie zügig kam dein Wechsel zu Stande?

Oh, es ging wirklich unglaublich schnell. Insgesamt hat es nur drei Tage gedauert bis ich im Flugzeug gesessen habe. Weitere drei Tage später stand ich in Nürnberg auf dem Eis. Vom ersten Kontakt bis zum ersten Spiel ist nicht mal eine Woche vergangen.

 

Du warst ein 1st-round-Pick der NHL, hast dort gespielt und bist mit 26 noch relativ jung. Ist da der NHL-Traum noch aktiv?

Ja natürlich. Es ist jedermanns Traum dort zu spielen. Das heißt nicht, dass ich hier jetzt weg will, aber Du weißt ja nie, was die Zukunft bringt. Du musst einfach an Dich glauben, Deine Leistung bringen und dann sehen, was passiert. Wenn ich sagen würde, die NHL sei kein Traum, kein Ziel mehr für mich, wäre das eine Lüge und ich wäre kein ehrgeiziger Sportler. Es sollte das Ziel jedes Spielers sein.

 

Dort warst Du eher ein Arbeiter in der vierten Reihe. Welche Rolle siehst Du für Dich in der DEL? Siehst Du Dich als Scorer?

Ich denke schon, dass ich mich offensiv einbringen kann. Aber ich spiele auf beiden Seiten der Eisfläche und sehe mich als Zwei-Wege-Spieler. Aber klar, in der AHL habe ich auch schon offensive Rollen gehabt. Ich spiele gern offensiv, gehe gern in den Slot, in die Ecken, in den Forecheck. Also ja, ich denke, ich kann offensiv etwas bewegen.

 

Du bist ein großer, kräftiger Spieler. Können wir viele Checks von Dir erwarten?

Das ist ziemlich schwer auf dem großen Eis. In Nürnberg war es etwas leichter, denn deren Eis ist etwas kleiner. Aber hier auf dem großen Eis sind das schon ziemlich lange Wege. Da braucht es viel Energie, einen Check zu landen. Du musst einfach clever sein und Deine Situationen gut wählen. Aber klar kann ich mich nicht komplett umstellen. Es ist ein Mittelweg. Aber nein, ich werde nicht meine Position verlassen und die komplette Energie sinnlos einzusetzen, um einen großen Check zu landen. Wie gesagt, einfach smart sein, die Checks fahren und schauen, dass es dem Team einen Vorteil bringt.

 

Kommen wir etwas vom Eis weg. Was bist Du für ein Typ, was sind Deine Hobbys?

Ich bin ein ziemlich einfacher Typ. Ich geh gern shoppen, habe seitdem ich hier bin auch viel fern gesehen und mir Serien angeguckt. Ich treffe mich gern mit den Jungs zum Essen oder schaue Filme mit ihnen. Ich lese auch gern mal etwas, wie wohl Jeder, also nichts Besonderes.

 

Die Pinguine gehören besonders beim Etat nicht zu den führenden Mannschaften der Liga. Könntest Du Dir dennoch vorstellen länger zu bleiben?

Oh, keine Ahnung. Darüber denke ich aktuell gar nicht nach. Ich gehe einfach von Tag zu Tag. Es ist sicher ein Klischee, aber ich bin jetzt erst einmal für dieses Jahr hier und will meine Leistung bringen. Und alles andere sehen wir dann. Derzeit hab ich keine Ahnung.

 

Was sind Deine Ziele für die Saison?

Wir müssen einfach die Playoffs erreichen. Es wäre toll, in den Top-6 zu landen. Unmöglich ist das sicher nicht. Aber mindestens will ich in die Top10, in die Playoffs und von da schrittweise weiter sehen.

 

Welche Ziele hast du dir persönlich gesetzt? 

Aktuell will ich mich erst einmal an die Liga gewöhnen. Aber klar will ich auch offensiv etwas bewegen. Ich setze mir trotzdem keine konkreten Zahlen als Ziel. Ich will einfach meinen Anteil haben und dem Team auf beiden Seiten des Eises helfen.

 

Deine Vorschau auf das nächste Wochenende? 

Die Teams kenne ich natürlich noch nicht wirklich. Aber jedes Spiel ist derzeit wichtig. Wie ich sagte, wir wollen in die Playoffs und wollen da dran bleiben.

 

Jordan, vielen Dank für Deine Zeit und alles Gute.