Harte Schale – weicher Kern

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Auf den ersten Blick erkennt man kaum Berührungspunkte, wenn man die Begriffe „Eishockey“ und „Problemhunde in Tierheimen“ in einem Satz nennt. Dennoch ist die Idee des Teams der Krefeld Pinguine entstanden mit dem Tierheim Moers zu kooperieren und so den Tierschutz tatkräftig zu unterstützen. Der Artikel in der Rheinischen Post mit dem Titel „Aggressive Hunde belegen Tierheim-Plätze“ und das gemeinsame Gespräch mit den Mitarbeitern des Tierheimes bekräftigte die Idee, dass genau diese Hunde unterstützt werden sollten.

Keine Berührungspunkte?… Wenn man etwas genauer hinschaut, kann man aber doch einige Gemeinsamkeiten zwischen den „harten Jungs“ auf dem Eis und den Härtefällen im Tierheim finden.
Eishockey ist eine robuste Sportart und nicht selten kochen die Emotionen auf dem Eis hoch. Eine falsche Aktion des Gegners oder missverstandene Entscheidung des Schiedsrichters und die in dem schnellen Spiel aufgebaute Spannung entlädt sich explosionsartig.
Ganz ähnlich ist es bei den Problemhunden im Moerser Tierheim. Jeder hat seinen Auslöser für unerwünschtes oder auch beschädigendes Verhalten. Reicht bei dem Cane Corso Mischling Kurt die Tatsache, dass er einen Menschen nicht kennt, braucht die Boxer-Mischlings Hündin Bärbel eine Situation, die ihren falsch trainierten Schutztrieb auslöst. So gibt es für alle Hunde der „Kategorie rot“ in unserem Tierheim eine Geschichte, einen Grund und Auslöser für ihr Verhalten.
Was die Spieler der Krefeld Pinguine und die Hunde auch eint, ist der Fakt, dass das offensive Verhalten natürlich nur eine Seite ihres Wesens ist. Sowohl unter der harten Schale der Eishockeyspieler als auch der Hunde mit Aggressionsverhalten steckt ein weicher Kern. Die Bezugspersonen verlieren zwar nicht die Problematik aus den Augen, dürfen aber eine ganz andere Seite der Hunde kennenlernen.
Und genau wie der Gelegenheits-Schlittschuhläufer sich nicht für das Profispiel eignet, so gehören Hunde mit Aggressionspotential ausschließlich in Hände, die Erfahrung mit solchen Verhaltensweisen haben. Der große Unterschied ist jedoch, dass aus dem Pinguin auf dem Eis die Privatperson wird, sobald das Spiel vorbei und die Sportkluft abgelegt ist. Die Tierheimhunde haben nur dieses eine Leben.
Diese Hunde verbringen häufig den Rest ihres Lebens im Tierheim, da es kaum eine realistische Vermittlungschance gibt. Und weil es sich nicht um ein Einzelproblem handelt, sondern in vielen Tierheimen Problemhunde sitzen und die Nachfrage nach Plätzen für auffällige Hunde stetig zunimmt, geben Martin Schymainski und Martins Karsums den Hunden Kurt, Bärbel und Mexx aus dem Tierheim Moers mit dieser Aktion ein Gesicht.
Es braucht Präsenz und offene Worte, damit die brisante Situation in den Fokus rückt – denn Verständnis und Akzeptanz sind die ersten Schritte für eine Problemlösung, die mehr als dringend benötigt wird. Langfristig braucht es für dieses größer werdende Problem politische Lösungen. Es muss ein gesetzlicher Rahmen geschaffen werden, der dafür sorgt, dass die Ursachen bereits im Ansatz eliminiert wird.

Doch was kann man machen, um Hunden, die sich bereits in diesem Kreislauf befinden, zu helfen? Das Tierheim Moers bittet für ihre „Härtefelle“ um Unterstützung durch Patenschaften. Durch Dauer und besondere Bedürfnisse des Tierheimaufenthaltes, sind die Kosten für auffällige Hunde höher als für den „normalen Tierheimhund“ – Patenschaften bringen hier eine beständige Sicherheit und ermöglichen auch die vielfach notwendige Unterstützung durch Hundetrainer, die genau auf solche Hunde spezialisiert sind.

Auf der Homepage des Tierheim Moers findet man unter „Patenschaft“ alles Wissenswerte zu diesem Thema, sowie den Patenschaftsantrag.

www.tierheim-moers.de/Patenschaftsvertrag