Ein Blick hinter die Kulissen mit Athletiktrainer Leo Manzano Alvarez und Pinguine-Partner Daniel Philipp

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Seit dieser Saison hat Leonardo Manzano Alvarez beim Athletiktraining die Zügel bei den Krefeld Pinguinen fest in der Hand. Eine besondere Aufgabe für den 25-jähirgen Argentinier mit dem für den Kufensport ungewöhnlichen Namen, der Teil des Trainerstabs der Düsseldorfer Fitnessexperten „Daniel Philipp Personal Training“ ist: „Die Krefeld Pinguine sind für mich ein spannendes Projekt, dass nicht nur physisch, sondern auch mental für mich eine Herausforderung ist, der ich mich jedoch gewappnet sehe.“

Daniel Philipp, Inhaber und Namensgeber der Daniel Philipp Physiotherapie und von Daniel Philipp Personal Training, sieht bei den Pinguinen eine Menge Potenzial für Spieler und Trainer Leo: „Leo hat mir aber immer wieder signalisiert, dass er in den Profisport möchte. Er wollte Teil einer Mannschaft sein und mit professionellen Athleten zusammenarbeiten. Darum sind wir froh, dass er hier in Krefeld jetzt mittendrin in seiner ersten Saison mit den Pinguinen steht.“

Beide standen uns im Interview Rede und Antwort.

Daniel Philipp, mit den Krefeld Pinguinen hast du einen Partner in Deutschland höchster Eishockey-Liga gefunden. Warst du in diesem Bereich schon mal tätig?

Daniel Philipp: Als ich mich mit Daniel Philipp Personal Training selbstständig gemacht habe, habe ich tatsächlich mal ein Praktikum bei der Düsseldorfer EG gemacht. Dadurch habe ich viele Spieler kennengelernt, mit denen ich heute noch befreundet bin, beispielsweise mit Daniel Fischbuch. Daniel hat mich nach einer schweren Verletzung im Jahr 2016 auch kontaktiert, und wir haben intensives Athletiktraining gemacht bis er wieder fit war und dann von den Eisbären verpflichtet wurde. Dann gibt es noch Hagen Kaisler, der derzeit in Freiburg spielt, mit dem ich ebenfalls zusammenarbeiten durfte. Das hat mich schon ein wenig stolz gemacht, als sich Daniel für Berlin und Hagen für München später im DEL-Finale gegenüberstanden.

Eishockey selbst verfolge ich seitdem ich 15 Jahre alt bin. Ich war häufig als Fan im Stadion – allerdings muss ich zugeben in Düsseldorf. Das Straßenbahnderby hatte für mich also immer eine große Bedeutung und war immer ein emotionaler Höhepunkt in der Saison. Durch meine Frau, die hier aus der Nähe von Krefeld kommt und den Pinguinen immer mehr zugetan war, habe ich das Derby aber nie so verbissen gesehen. Ich war und bin einfach gerne beim Eishockey und mag die Sportart.

Als sich diese Möglichkeit hier in Krefeld für Daniel Philipp Personal Training eröffnet hat und wir die Chance bekamen, mit den Pinguinen zu arbeiten, haben wir also nicht lange gezögert.

Dein Unternehmen „Daniel Philipp Personal Training“ besteht ja nicht nur aus dem Bereich Personal Training, wie es der Name vermuten lassen könnte. Was sind eure Schwerpunkte?

DP: Wir bei Daniel Philipp Personal Training feiern im nächsten Jahr unser 10-jähriges Jubiläum. Grundsätzlich ist unsere Firmenidee, dass wir Personal Training und Physiotherapie intelligent und effektiv miteinander vernetzen und individuell auf die Wünsche jedes einzelnen Kunden bzw. Patienten eingehen. Da sind ganz normale Menschen dabei, junge und alte, fitte und nicht so fitte, aber eben auch absolute Topsportler.

Beim Handball in Gummersbach – dort sind wir mit unserem Gesundheitszentrum Oberberg Partner des VfL – machen wir beides, Physiotherapie und persönliches Training. Es gibt aber auch Projekte, bei den wir nur einen Teil übernehmen. Hier bei den Pinguinen beispielsweise ist Leo derzeit nur für das Athletiktraining zuständig. Darüber hinaus betreuen unsere Trainer unter anderem Motosportler bis in die Formel 2, die Basketball-3×3-Nationalmannschaft, Boxer. Auf der physiotherapeutischen Ebene unterstützen wir als Daniel Philipp Physiotherapie beispielsweise die U16-Nationalmannschaft im Basketball, die Düsseldorf Panther, den VfB Hilden und viele Vereine, die gerade in den Leistungssport eindringen möchten. Ganz neu gehören die Footballer von Rhein Fire Düsseldorf zu unseren Partnern.

Der Hauptgrund, warum wir diese Kooperationen eingehen, ist, dass immer wieder Trainer und Physiotherapeuten auf uns zukommen und uns von ihrem Wunsch, im Profisport zu arbeiten, berichten. Da unterstützen wir sowohl bei Daniel Philipp Personal Training als auch bei Daniel Philipp Physiotherapie unsere Leute natürlich gerne. Wir wollen junge Talente wie Leo in Positionen bringen, in denen sie aufgehen und sich entfalten können.

Wenn man so viele Trainer und Vereine koordiniert, wie viel Zeit bleibt dann, um selbst noch als Trainer aktiv zu sein?

DP: Ich habe von Anfang an bei Daniel Philipp Personal Training daran gearbeitet, ein professionelles Team um mich herum aufzubauen und die Unternehmensaktivitäten auszubauen. Das hat gut funktioniert, und wir wachsen auch immer noch weiter, sodass ich aktuell kaum dazu komme, selbst als Trainer aktiv zu sein. Das fällt mir einerseits leicht, da ich weiß, dass ich mich auf meine Trainer, Physios und andere Angestellten verlassen kann. Andererseits bleibt man natürlich trotzdem immer dabei und weiß, was gerade läuft.

Hinzu kam, dass wir 2017 auch noch eine neue Firma, permendo, im B2B-Bereich gegründet haben, welche sich auf Betriebliches Gesundheitsmanagement spezialisiert hat. Dort betreuen wir viele international tätige Unternehmen, indem wir sie mit Krankenkassen verbinden, deren Leistungen zum Firmenprofil passen und sind außerdem deutschlandweit mit einem Gesundheitsmobil unterwegs. All das nimmt natürlich viel Zeit in Anspruch.

Mit Leo habt ihr sehr engagierten Trainer in unseren Trainerstab integriert. Wie schätzt du ihn und das Zusammenspiel zwischen ihm und der Mannschaft ein?

DP: Leo ist jetzt etwas über zwei Jahre bei Daniel Philipp Personal Training. Mir war recht schnell klar, dass er ein großes Potenzial hat. Er hat nicht davor zurückgeschreckt, sofort ein wichtiges Projekt anzunehmen und war im Motorsport im Porsche-Werksteam tätig. Er sprach damals noch kein Deutsch, und Englisch als Sprache hat im Umgang mit den Fahrern und dem Team ausgereicht. Durch seine vorherige Tätigkeit in der Vereinigten Staaten hat ihm das die Möglichkeit gegeben, sich bei uns ranzutasten, und dank seiner ehrgeizigen Persönlichkeit konnte er mithilfe eines Sprachkurses unglaublich schnell auch deutsche Klienten betreuen.

Leo hat mir aber immer wieder signalisiert, dass er in den Profisport möchte. Er wollte Teil einer Mannschaft sein und mit professionellen Athleten zusammenarbeiten. Darum sind wir froh, dass er hier in Krefeld jetzt mittendrin in seiner ersten Saison mit den Pinguinen steht.

Leo, hast du in den Staaten schon einmal eine so große Mannschaft wie die Krefeld Pinguine trainiert?

Leonardo Manzano Alvarez: Eine Mannschaft mit 25 Sportlern, wie sie hier in Krefeld ist, habe ich noch nicht betreut. Ich habe in meiner Zeit in den USA viel mit Tennisspielern, Boxern und anderen Individualsportlern gearbeitet. Die Krefeld Pinguine sind für mich ein spannendes Projekt, das nicht nur physisch, sondern auch mental für mich eine Herausforderung ist, der ich mich jedoch gewappnet sehe. Ich hatte das Glück, recht früh in der Vorbereitung in den Trainerstab zu kommen und konnte mich darum umfassend mit allen Spielern beschäftigen.

Wer hat dich denn positiv überrascht vom Fitnesslevel?

LMA: Zweifelsohne Arturs Kulda. Er hat schon früh in der Vorbereitung eine Menge Eiszeit gehabt und war der erste, der nach dem Spiel nach einem zusätzlichen Workout gefragt hat. Das ist auch jetzt noch so. Auch Lucas Lessio muss man hervorheben. Sein Trainingspensum ist auch verrückt. Da muss ich die Spieler ab und an auch mal bremsen und erklären, wie wichtig Regenerationsphasen für das Training und den Körper sind. Das ist aber auch Teil meiner Aufgabe als Athletiktrainer. Andere Spieler muss man schon mal antreiben, aber in der Mannschaft gibt es keinen, der nicht mitziehen möchte.

Die Saison ist jetzt in vollem Gange. Wie ändert sich deine Rolle jetzt im Gegensatz zum Saisonstart?

LMA: Die Regeneration wird jetzt natürlich immer wichtiger. Nicht nur um Verletzungen zu vermeiden, sondern auch, um frische Spieler ins Spiel schicken zu können. Ich versuche daher ca. drei Tage vor einem Spiel das Pensum stückweise zurückzufahren, und wir legen den Fokus mehr auf das Eis. Da ist das Zusammenspiel zwischen mir, den On-Ice-Trainern und den Spielern sehr wichtig. Im Endeffekt wollen wir trotz des Spielbetriebs dafür sorgen, dass sich die Spieler kontinuierlich über die Saison hinweg weiterentwickeln und ihren Fitnesszustand verbessern.

Das muss man aber ab einem gewissen Punkt mehr und mehr über das individuelle Training steuern. Die Kommunikation zwischen mir und den Spielern ist da entscheidend. Manche Spieler wissen genau, wo sie Defizite haben und fragen explizit nach Übungen, um diese zu beseitigen. Andere muss man eher lenken und genau hingucken, was ihnen fehlt oder ob sie vielleicht zu viel Training hatten und Ruhephasen brauchen.

Bei allen Maßnahmen, die ich einleite, gilt bei mir grundsätzlich „hören, denken, machen“. Ich höre mir das Problem des Spielers an und schlage nicht sofort eine Maßnahme vor. Diesen Impuls sollte man unterdrücken. Für mich gilt es in der Zusammenarbeit mit dem Spieler die Frage zu klären „Ergibt diese Maßnahme für das Problem Sinn, oder sind das verschwendete Ressourcen?“. Erst, wenn ich diese Frage mit dem Spieler geklärt habe, setzten wir die Lösung in die Tat um.

Du spielst selbst Tennis. Wie viel Zeit bleibt neben deiner Arbeit hier für dein Hobby?

LMA: Ja, ich spiele ja nur im Amateurbereich 1-2 Mal die Woche. Mehr Zeit habe ich auch gar nicht. Auch die Spiele am Wochenende sind zurzeit mit dem Spielplan der Pinguine nur selten machbar. Das stört mich aber nicht. Mein Fokus liegt auf meiner Arbeit mit den Pinguinen.

Du bist in Argentinien geboren, hast in den Vereinigten Staaten gearbeitet und Sportler auf fast allen Kontinenten der Welt betreut: Wie bist du nach Deutschland gekommen?

LMA: Ich bin vor ungefähr 2,5 Jahren nach Deutschland gekommen. Das war am Anfang nicht einfach, weil ich die Sprache noch nicht sprechen konnte. „Hallo“ konnte ich!

Daniel habe ich dann über eine spanische Freundin kennengelernt, die mit einem ehemaligen Trainer des MSV Duisburgs liiert ist. Daniel und besagter Trainer kannten sich, und so sind wir in Kontakt getreten.

Ich habe dann bei Daniel Philipp Personal Training erstmal nur die wenigen englischsprachigen Klienten bekommen, konnte parallel aber schon Deutsch lernen und zuhören, wodurch sich meine Arbeit im Umkehrschluss auch vereinfacht hat und ich irgendwann auch mit deutschen Klienten arbeiten durfte. Dass ich jetzt mit den Pinguinen arbeiten darf, ist der nächste Schritt, und es ist sehr spannend zu sehen, dass hier so viele Sprachen aufeinandertreffen. Die Kommunikation zwischen den Spielern und mir ist trotzdem sehr einfach, weil wir alle ein konkretes Ziel verfolgen und uns verbessern wollen.

Was ist abschließend betrachtet eure Zielsetzung bei der Zusammenarbeit mit den Pinguinen?

DP: Ich denke, dass unser Ziel  bei Daniel Philipp Personal Training eindeutig darin liegt, Leo so zu unterstützen, dass er die Spieler im athletischen Bereich stetig weiterentwickelt und ich als Arbeitgeber dafür sorge, dass auch er sich persönlich weiterentwickelt und ein besserer Trainer wird. Wir möchten unseren Mitarbeitern dabei helfen, den nächsten Schritt in der beruflichen Entwicklung zu machen. Daher ist es gerade gut und wichtig, dass Leo weiterhin seinen Fokus bei den Pinguinen hat.

LMA: In erster Linie liegt mein Ziel darin die Spieler fit zu halten. Da ist also eher der Weg das Ziel. Es gibt viele neue Spieler, Spieler, die sich von Verletzungen erholen und verschiedene kleine Gruppen mit verschiedenen Trainingsständen und Trainingsphilosophien. Ich möchte erreichen, dass die Mannschaft zusammen ein gleichmäßig hohes Fitnesslevel erreicht, damit wir auch bis weit in die Saison hinein mit allen Spielern den Druck und das Tempo hochhalten können. Ich möchte meinen, dass wir schon auf einem sehr guten Weg sind, die Spieler diesen aber weiterhin gehen müssen. Das Gute ist, dass sie mir ganz klar das Gefühl geben, das auch zu wollen.