post

Diego Hofland wechselt aus Bad Nauheim an den Niederrhein. Für Düsseldorf hat er in der DEL bereits 144 Spiele bestritten. Nun möchte er sich in der Deutschen Eishockey Liga etablieren und zum Teamerfolg beitragen. Im Interview stellt er sich genauer vor.

 

Hallo Diego, willkommen in Krefeld! Du bist in der Saison 2017/18 ein Pinguin. Was hat für Krefeld gesprochen?  Vielen Dank! Einerseits bin ich hier natürlich wieder näher an meiner Familie in Holland dran, das ist sehr schön. Vor allem aber wollte ich wieder in die DEL, die Pinguine haben mir diese Chance gegeben. Ich kenne Matthias Roos zudem schon lange, unsere Wege haben sich in Duisburg und Bad Nauheim gekreuzt. Unsere Gespräche waren sehr gut, da hat alles gepasst.

Du kommst aus dem DEG-Nachwuchs und hast in Düsseldorf zum ersten Mal DEL-Luft geschnuppert. Da war Krefeld ja immer ein bisschen das Feindbild. Wie ist das Gefühl, jetzt das Schwarz-Gelbe Trikot überzuziehen? Ach, ich hab zwar große Teile meiner Jugend in Düsseldorf durchlebt und dort auch vier Jahre in der DEL gespielt. Natürlich waren die Spiele gegen Krefeld immer spannende Begegnungen. Aber jetzt bin ich hier und das ist gut so. Ich habe in Düsseldorf viel lernen dürfen und mich dort weiterentwickelt und tolle Erfahrungen gemacht. Allerdings habe ich dort auch nie so wirklich eine Chance bekommen, mich durchzusetzen. Natürlich war ich zu der Zeit auch noch sehr jung. Vielleicht hätte ich da schon den Schritt zurück machen sollen, in die zweite oder dritte Liga, was ich ja jetzt auch getan habe. In der Rivalität sehe ich aber deshalb kein großes Thema mehr. Ich freue mich auf die Saison mit den Pinguinen. Natürlich werden die Spiele gegen Düsseldorf immer etwas Besonderes sein.

Du hast in Düsseldorf bereits in der DEL gespielt. Letztes Jahr war die DEL2 Dein sportliches zu Hause. Du kennst dementsprechend natürlich beide Ligen. Wie unterscheidet sich Deine Spielweise zwischen den Ligen? Natürlich ist die DEL noch mal ein Stück schneller und härter. Da wird jeder Check zu Ende gefahren. In der DEL2 hast Du schon noch etwas mehr Zeit an der Scheibe. Ich denke, meine Spielweise ändert sich dadurch eigentlich nicht. Ich schaue einfach, meine Checks zu Ende zu fahren, hart zu arbeiten. Außerdem bin ich mir nicht zu schade, mich für das Team in Schüsse zu werfen. Ich will einfach alles geben und denke, dass ich über meine läuferischen Qualitäten, aber auch durch meine technischen Fähigkeiten Krefeld helfen kann.

Würdest Du das insgesamt auch als Deinen Spielertyp sehen? Der Arbeiter, der läuferisch stark ist und die sogenannte „Drecksarbeit“ macht? Auch, ja. Aber meinen Spielertyp würde ich jetzt nicht nur darauf reduzieren. Ich denke, ich bin auch technisch brauchbar und kann auch mal den finalen Pass spielen. Im Großen und Ganzen bin ich einer, der sich nicht vor harter Arbeit scheut, der auch in die Ecken geht und die Scheibe behaupten kann.

Rick sieht vor allem Deine läuferische Stärke als großen Vorteil. Er glaubt, Du könnest auch in Unterzahl eine große Rolle spielen. Wie siehst Du das? Magst Du das Penalty-Killing? Ja, in Bad Nauheim habe ich viel Unterzahl gespielt. Dort auch in Überzahl, aber hier in Krefeld wird es wohl eher Unterzahl sein. Das ist auch eine ganz wichtige Position, in der ich meinen Job gut erledigen kann.

Was bist Du denn abseits des Eises für ein Typ, was sind z.B. Deine Hobbys? Ich gehe gern mit Freunden Essen, schaue gern Fußball, bin ein Familienmensch und unternehme gern etwas mit meiner Familie. Ich mache viel mit meinen Brüdern und sehe meine Familie so oft, wie es geht. Außerdem koche ich gut und gerne.

Du bist in Rotterdam geboren, hast dann aber vor Jahren auch die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen. Siehst Du Dich selbst denn: Mehr als Deutscher, oder als Niederländer? Ja, ich bin in Rotterdam geboren, habe aber nur die deutsche Staatsbürgerschaft, das steht im Internet teilweise falsch. Als ich damals die Nationalität angenommen habe, musste ich seinerzeit meinen niederländischen Pass abgeben. Ich seh‘ mich eigentlich als keins von beidem richtig. Ich habe acht Jahre in Österreich gelebt, bin jetzt aber auch schon 10 Jahren in Deutschland. Ich habe nur fünf Jahre von meinen 26 in Holland verbracht. Es ist also schwer zu sagen. Ich denke, ich bin zum Teil Deutsch, meine Familie ist aber in den Niederlanden und die Wurzeln bleiben. Sagen wir mal: Bei der WM bin ich für beide. (lacht)

Also wenn Deutschland gegen die Niederlande spielt weißt Du nicht, für wen Du sein sollst? Dann schließ‘ ich mich ein und warte bis es vorbei ist! [lacht]

Was sind denn deine Ziele – persönlich wie für das Team – für die kommende Saison? Ich möchte mich natürlich in der DEL durchsetzen. Letzten Endes liegt das ja immer an einem selbst. Ich möchte zeigen, dass ich den richtigen Weg genommen habe und mich jetzt fest in der DEL etablieren kann. Für die Pinguine als Team hoffe ich natürlich, auch für die Fans, die Playoffs zu erreichen. Dafür arbeiten wir gerade auch sehr hart. Wir haben da schon eine gute Truppe beisammen.

Was hast du im Sommer gemacht? Ich war im Sommer hier in Krefeld zum Training mit den Jungs. Das war neu für mich, während meiner Zeit in Bad Nauheim hatte ich beispielsweise einen Personaltrainer und habe mich individuell auf die Saison vorbereitet. Mit den Jungs zusammen macht es aber viel mehr Spaß. Ich habe viel Zeit mit meiner Familie verbracht, das bleibt während der Saison ja immer ein bisschen auf der Strecke. Ende Juli war ich nochmal für ein paart Tage mit der Familie in Spanien.

Diego, vielen Dank für Deine Zeit und auf einen schönen Sommer!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.