Debütantenball und kurioser Treffer beim Sieg in Berlin

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Was für ein Spiel der Krefeld Pinguine bei Meister Eisbären Berlin! Nach einem starken Auftritt über 60 Minuten und den ersten DEL-Treffern von Maciek Rutkowski, Thomas Olsen und dem ersten Tor von Edi Lewandowski für die Pinguine siegte das Team von Igor Zakharkin mit 5:2 (0:0, 2:1, 3:1) beim Meister von der Spree. Dabei musste der russische Coach vor der Partie den Ausfall von Kapitän Martin Schymainski verkraften, der aus privaten Gründen die Heimreise antrat. Für ihn aber kam Rutkowski ins Spiel, der nach einem bärenstarken Auftritt zu einem der Matchwinner avancierte. Auch Sergey Belov, Anton Berlyov und Leon Niederberger mussten weiter passen. Im Tor begann einmal mehr Oleg Shilin, der mit 51 Paraden erneut eine überragende Leistung zeigte. Sein gegenüber war Tobias Ancicka. Die vielleicht spielentscheidende Szene aber war ein Berliner Treffer der aberkannt wurde, weil der Videobeweis zeigte, dass zuvor eine Krefelder Scheibe im Netz gewesen war. So stand es 1:2 statt 2:1.
Die Partie war von Beginn an zunächst durch Strafen geprägt. Nicht einmal eine Minute war gespielt da mussten die Pinguine nach einem unabsichtlichen – aber dennoch zurecht gepfiffenen – hohen Stock mit einem Spieler weniger agieren. Doch die Strafe lief noch, da passierte den Eisbären dasselbe Missgeschick und da es sogar eine Blutende Wunde gab durften die Pinguine sogar für knapp vier Minuten mit einem Spieler mehr agieren. Sie erarbeiteten sich einige Schussgelegenheiten, doch ein Tor fiel nicht. Die beste Chance hatte Alex Bergström in der siebten Minute nach tollem Pass von Jeremy Bracco, doch der Schwede traf per Direktschuss nur das Außennetz. In der Folge blieb es ein Spiel, in dem der Meister aus der Hauptstadt zwar etwas aktiver war, die Pinguine aber immer wieder im Konter gefährlich wurden. Die größte Chance der Begegnung hatte dann in der 15. Minute Nationalstürmer Leo Pföderl per Alleingang, doch Shilin hielt stark. Die Pinguine überstanden eine weitere Unterzahl und hatten dann praktisch mit der Pausensirene ihre nächste Topchance, doch Ancicka hielt stark gegen Lucas Lessio und brachte so das torlose Remis in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel kamen die Pinguine zunächst zu zwei guten Chancen durch Lessio und Bracco binnen weniger Sekunden aus der Pause und zogen in dieser Situation die nächste Strafe. So durften sie sich erneut in Überzahl probieren. Diese brachte zwar nichts ein, doch in der 26. Minute war es ausgerechnet die vierte Reihe, die Zählbares auf die Anzeige brachte. Lewandowski legte auf Justin Volek, der passte in den Slot zu Rutkowski und das junge Eigengewächs traf mit einem perfekten Schuss ins lange Eck zur Führung mit seinem ersten DEL-Tor. Für Lewandowski war es der erste Punkt, für Volek der erste Assist für Krefeld. Die Gäste überstanden eine weitere Unterzahl souverän und hatten in der 31. bei einem tollen Konter die nächste Topchance, doch Robert Sabolic scheiterte per Direktschuss am erneut stark reagierenden Ancicka. Zwei Minuten später dann fast der Doppelschlag für Rutkowski. Der junge Stürmer zog, toll in Szene gesetzt von Lewandowski, aus zentraler Position ab. Die Scheibe rutschte Ancicka durch, doch der Goalie fälschte sie genug ab, dass sie am Tor vorbei trudelte. Und im fast direkten Gegenzug kamen die Eisbären vom Bully weg zum Schuss. Shilin musste die stark abgefälschte Scheibe, die er überragend abwehrte, prallen lassen und Girovanni Fiore setzte den Nachschuss in die Maschen. Auf der Gegenseite zog Sekunden später Alex Blank gefährlich ab. Die Scheibe sprang auf den Schläger von Jesper Jensen-Aabo, doch der Blueliner brachte den Puck nicht auf das leere Tor. Und nur Augenblicke später jagte Laurin Braun per Abfälscher, Tom-Erik Bappert hatte von der blauen Linie abgezogen, das Hartgummi scheinbar ans Torgestänge. Im Gegenzug kamen die Eisbären zum Schuss von der blauen Linie mit Verkehr, wieder kam es zum Abpraller und diesmal traf der NHL-erfahrene Frans Nielsen aus extrem spitzem Winkel in die Maschen. Die Schiedsrichter aber bemühten den Videobeweis und sahen, dass Krefelds Schuss am hinteren Torgestänge gewesen war. Damit stand es 2:1 für Krefeld, statt für Berlin. Die Eisbären drängten jetzt mit Macht auf den Ausgleich, doch die Pinguine hielten mit viel Kampfkraft dagegen und wenn etwas durch kam stand Shilin sicher. Eine Minute vor der Pause dann die nächste Strafe für die Pinguine. Diese überstanden die Gäste und so ging es mit einem trotz deutlich mehr Torschüssen für Berlin aufgrund der Qualität der Chancen nicht einmal unverdienten 2:1 für Krefeld und einer Minute Unterzahl in die zweite Pause.
Mit Ablauf der Strafe gab es die Topchance für Nielsen, doch erneut war Shilin überragend zur Stelle. Die Pinguine antworteten mit einem starken Aufbaupass von Maxi Gläßl auf Alex Weiß. Der zog ab und die Scheibe rutschte Ancicka erneut durch, und wieder knapp am Tor vorbei. Der Meister aber machte jetzt mächtig Druck und in der 46. zog Yannick Veillieux knallhart ab. Shilin war da, die Scheibe sprang hoch und die Verteidigung klärte in höchster Not. Wenige Sekunden später traf Niesen das Lattenkreuz. Es war jetzt eine reine Abwehrschlacht. Doch in der 50. Minute setzten die Pinguine den Konter: Nach starkem Pass ging diesmal Rutkowski auf und davon, schoss von Halbrechts auf die lange Schiene und der Abpraller sprang genau auf die Kelle von Lewandowski und der versenkte zum ersehnten 3:1.Eine weitere Überzahl blieb bis auf ein tolles Solo von Robert Sabolic, das Anicka abwehrte, erfolglos und kurz danach scheiterte Weiß per Nachschuss am hervorragend reagierenden Eisbären-Goalie. Die Zeit lief jetzt für die Pinguine, doch gut vier Minuten vor dem Ende zog ausgerechnet der aus Krefeld stammende Marcel Noebels von der Bande ab und die Scheibe schlug im langen Eck ein. Jetzt war es erneut eine Zitterpartie, doch nach einem Reifenplatzer von Nielsen übernahm Braun die Scheibe, ging nach kurzem Doppelpass mit Bergström allein auf Ancicka zu und verwandelte zum 4:2 für die Pinguine! Und die legten noch einmal nach, denn Alex Blank ging über Links ins Drittel, legte am langen Eck auf Neuzugang Thomas Olsen und der traf in seinem zweiten Spiel zum ersten Mal und entschied die Begegnung endgültig.
So feierten die Seidenstädter einen durchaus überraschenden, aber hart erarbeiteten und damit nicht unverdienten Sieg in der Hauptstadt und gehen mit frischem Mut und viel Selbstvertrauen in die Deutschlandcup-Pause. Danach wollen sie dann mit frischem Mut angreifen und sich endlich nachhaltig in Richtung Playoff-Ränge bewegen.

Strafen:
Berlin: 8
Krefeld: 8

Tore:
0:1 26. Rutkowski (Volek, Lewandowski)
1:1 33. Fiore (Jensen, Zengerle)
1:2 34. Braun (Bappert, Hersley)
1:3 50. Lewandowski (Rutkowski, Volek)
2:3 56. Noebels (Müller)
2:4 58. Braun (Bergström)
2:5 59. Olsen (Blank)