Christoph Gawlik: „Es ist etwas anderes, wenn sie für dich schreien“

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Hallo Christoph, Du hast deine ersten Spiele  für die Pinguine gespielt. Wie hast du diese erlebt?

Ich denke, dass wir in den ersten drei Spielen eine sehr akzeptable Leistung gezeigt, mit der wir insgesamt zufrieden sein können. Vor allem gegen den amtierenden Meister. Natürlich war es dann noch einmal schwierig nach den Ausfällen von Dragan Umicevic und Patrick Klein. Wir hatten dann mit Michel ja einen sehr jungen Torwart drin, der sicher auch nervös war. Aber er hat das sehr gut gemacht. Wie es im anderen Fall ausgesehen hätte, kann niemand sagen. Aber hätte wenn und aber zählt ohnehin nicht. Wir sind glücklich über den Punkt und müssen jetzt nach vorn sehen. Und ich glaub, wenn wir so weiter spielen haben wir eine positive Zukunft.

Wie waren für Dich die ersten Tage in Krefeld? Was sind bisher Deine Eindrücke?

Ich fühle mich absolut fit, weil ich die ganze Vorbereitung in Straubing mitgemacht habe. Ich bin schon seit Ende Juli auf dem Eis und habe eine gute Vorbereitung gehabt. Sicher war es vor meinem ersten Spiel  nur ein Training mit der Mannschaft, aber ich glaube, ich bin Profi genug. Die Harmonie wird dann im Laufe der nächsten Wochen kommen. Aber vom Spiel her hab ich mich richtig gut gefühlt. Ich denke aber, Ihr könnt von oben besser beurteilen, wie es am Ende ausgesehen hat.

Wie bist Du denn mit Deiner eigenen Leistung in den ersten Spielen zufrieden?

Als Sportler bin ich immer etwas selbstkritisch. Ich mag da nicht zu positiv sein. Aber ich glaube, im Großen und Ganzen habe ich mich ganz ordentlich angestellt. Aber klar gibt es immer noch Luft nach oben. Vorbereitung ist aber Vorbereitung und Saison ist Saison. Ich denke, als Mannschaft haben wir ne gute Leistung abgerufen. Ich fühle mich gut und hoffe, dass wir als Team Erfolge feiern.

Wenn man gegen den Meister der vergangenen zwei Jahre und großen Favoriten einen Punkt holt, den Ausgleich aber Sekunden vor Schluss bekommt, fühlt es sich dann nach Punktgewinn, oder -verlust an?

Im Endeffekt ist es einfach ein Punktgewinn, denn wir haben gut gespielt und hätten, denke ich, den Sieg verdient gehabt. Das ist immer hätte, wenn und aber, aber man kann es nicht mehr ändern. München hat eine sehr gute Mannschaft und hat auch viel Druck gemacht. Im Endeffekt sind wir froh, dass wir einen Punkt mitnehmen. Auch, wenn es etwas traurig ist, dass es keine drei waren. Aber darauf können wir aufbauen.

Du bist neu in Krefeld. Was waren die Gründe, die für die Pinguine sprachen?

Im Endeffekt das Paket. Ich bin froh, dass ich ein Team gefunden hab, wo ich gut eingesetzt werden kann. Ich wollte einen Verein, wo ich mich gut einbringen kann und ich glaube, das ist hier der Fall. Ich hatte Kontakt mit Matthias Roos, habe dann auch mit Daniel Pietta gesprochen, und am Ende war es eine leichte Entscheidung. Die fiel dann Montagabend. Die nächsten Tage hab ich mich auf den Weg gemacht und bin jetzt froh, dass ich hier bin.

Du warst in Straubing zur Vorbereitung und hast auch Testspiele absolviert. Warum bist Du nicht dort geblieben?

Mit Straubing war eigentlich abgemacht, dass ich dort nur trainiere. Das mit den Testspielen hat sich dann einfach so ergeben, ich war aber sehr glücklich drüber. Aber schon vor jeder Vereinbarung hatte Straubing einen  vollen Kader mit 12 Stürmern und wollten noch einen ausländischen Stürmer holen. Damit hatten sie schon 13  Stürmer im Aufgebot und hatten einfach kein Budget mehr. Straubing ist auch kein Team, das es sich leisten kann, zwei Leute auf die Tribüne zu setzen. Das können sich wenige Teams leisten, damit war schon von vorn herein klar, dass es in Straubing nichts gibt. Ich bin jetzt froh, dass ich hier bin und bin Straubing dankbar.

Wie lange standest Du schon mit den Pinguinen in Kontakt?

Ich hatte im Sommer mal ein Gespräch, aber der Hauptkontakt ging eigentlich erst am vergangenen Montag los. Es ging also sehr schnell. Ich war noch in Straubing und habe über viele Optionen nachgedacht, Plan B und C bereitgelegt, was wäre wenn. Aber dann kam der Anruf der Pinguine und ich wollte viel spielen, zeigen, was ich kann. Dadurch, dass ich in Düsseldorf eine weniger glückliche Erfahrung gemacht habe. Ich hatte dann in Frankfurt Erfolg und bin jetzt froh, wieder in der DEL zu sein. Jetzt will ich zeigen, was ich kann.

Du sagst es, Du hattest die schwere Knieverletzung in Düsseldorf, warst dann in Frankfurt. Wo siehst Du Dich im Moment?

Mit dem Knie hatte ich auch in der vergangenen Saison keinerlei Probleme. Es waren rein muskuläre Probleme, die da waren. Und solche mit dem Trainer und den Verantwortlichen in Düsseldorf. In Frankfurt war es dann sehr gut. Aber ich bin komplett fit und das ist Vergangenheit. Ich habe den Sommer genutzt, in bester Verfassung zu sein. Ich fühle mich sehr gut auf dem Eis. Aber es gibt immer Luft nach Oben. Da werde ich nie zufrieden sein, sondern will mich immer steigern.

Du bist im Vergleich ein eher kleinerer Spieler, aber spielst sehr robust. Geht man da nach so einer Verletzung  etwas vorsichtiger in die Zweikämpfe?

Nein. Ich habe schon einige Verletzungen hinter mir und das macht im Kopf am Anfang nur klick. Aber die Verletzung ist schon lang her und stört überhaupt nicht mehr. Aber natürlich verändert sich das Spiel über die Zeit. Als junger Spieler bin ich dumm in jeden Check gelaufen, das mache ich nicht mehr, sondern würde meine Spielweise mit der von Schymmi vergleichen. Hart, robust, aber auch schlau, dass ich meine Nebenleute einsetzen kann. Das will ich in diesem Jahr tun und den Jungs helfen.

Kommen wir neben das Eis. Was bist Du da für ein Typ, was sind Deine Hobbys?

Ich glaube, ich bin in der Kabine mehr der lustige, laute Typ. Auch vielleicht manchmal nervig für einige, denn viele wollen in der Früh auch ihre Ruhe. [lacht]. Aber ich versuche halt immer gute Stimmung zu bringen. Mein Hobby ist eigentlich derzeit mein kleiner Sohn. Die Familie wird dann bald auch hoch kommen, wenn hier alles geregelt ist, darauf freue ich mich schon. Ansonsten spiele ich gern Golf, genieße Ruhe, habe Spaß mit der Familie, ganz normale Dinge.

Was sind denn Deine Ziele für die Saison – persönlich und für das Team?

Wenn man die vergangenen Jahre in Krefeld anschaut, war es nicht so schön. Da wollen wir jetzt wieder etwas ändern, etwas bewegen und nach vorn marschieren. Wir wollen die Philosophie finden, miteinander zu kämpfen und mit den Fans gemeinsam nach Vorn zu kommen. Ich will jetzt nicht zu hoch greifen. Wir wollen erstmal in die erste Playoff-Runde kommen und dann schauen, was drin ist. Im Endeffekt schauen wir von Spiel zu Spiel, wollen so viele Punkte wie möglich holen und schauen, wofür es dann reicht. Am Ende wird abgerechnet.

Du sprichst gerade die Fans an: Wie hast Du die Stimmung bisher erlebt?

Die war super! Aber ich kenne das hier ja schon seit Jahren als Gegner, hier ist immer eine gute Atmosphäre. Aber es ist schon was anderes, wenn sie für Dich schreien. Das ist schon sehr schön hier und peitscht gut nach vorn!

Vielen Dank und auf eine gute Saison!