Adrian Grygiel: „Ich war jeden Sommer in Krefeld und wollte zurückkommen“

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Der erste Neuzugang für die Spielzeit 2017/18 ist niemand geringeres als Meister-Pinguin Adrian Grygiel. 2003 gewann der 33-Jährige den Titel der DEL. Nach Stationen in Nürnberg, Wolfsburg und zuletzt Augsburg wird der sympathische

Stürmer ab sofort wieder für Krefeld auf Torjagd gehen. Bei seinem Antrittsbesuch haben wir mit ihm gesprochen.

Hallo Adrian, Du hast unlängst einen Zweijahresvertrag in Krefeld unterschrieben und wirst damit zu dem Team zurückkehren, bei dem Du Deine Karriere begonnen hast. Was sind Deine Gründe, zurückzukehren?

Was sind meine Gründe? Ich habe hier im Nachwuchs angefangen und bin hier ja auch Profi geworden. Irgendwann habe ich mich dann für den Schritt entschieden, wegzugehen, um mal etwas Anderes zu sehen. Und jetzt freue ich mich einfach, hier wieder spielen zu können. Die Gründe für die Rückkehr sind dann eben vor allem meine Bindungen. Die Familie ist hier, ich komme hier her, es ist meine Heimat und ich war auch in den 11 Jahren, die ich jetzt weg war, jeden Sommer in Krefeld. Und ich wollte zurückkommen. Die Möglichkeit hat sich vorher nie ergeben. Das war jetzt anders, ich hatte die Chance und darüber freue ich mich einfach riesig und möchte wieder für die Pinguine spielen.

Das heißt also mit anderen Worten, der Gedanke, nach Krefeld zurück zu kommen war für Dich auch über die ganzen 11 Jahre im Hinterkopf immer da?

Ja, absolut. Der Gedanke war immer irgendwie im Hinterkopf. Auch damals schon, als ich weggegangen bin, war der Gedanke da, irgendwann noch einmal zurück zu kommen und wieder für Krefeld zu spielen. Das hat sich jetzt doch viel länger herausgezogen, als ich selbst gedacht habe, aber jetzt bin ich absolut happy, dass es geklappt hat!

Du hast gerade schon gesagt, du bist über die Jahre immer wieder den Sommer über hier gewesen. Wie eng sind Deine persönlichen Bindungen nach Krefeld geblieben?

Ja, wie eng? Wir haben hier zwei Kinder. Ich komme aus Krefeld, meine Frau ist von hier – nicht aus Krefeld selbst, aber aus St. Tönis. Drumherum wohnen die Eltern, die Schwiegereltern und so weiter. Alles ist hier in der Umgebung und für uns war das nie die Frage, auf Dauer irgendwo anders zu bleiben. Egal, wo ich gespielt habe, es war dort zwar vielleicht schön, aber das Ziel war immer, irgendwann nach Krefeld zurück zu kommen und dann hier zu wohnen. Daran gab es eigentlich nie einen Zweifel.

Du hast mit einigen Jungs zusammengespielt. Daniel Pietta und Martin Schymainski kennst Du noch aus Krefelder Zeiten, mit Mark Mancari hast Du in Augsburg gespielt. Kennst Du noch weitere Jungs persönlich?

Puh, man weiß natürlich nicht, wer noch kommt, aber bisher glaub ich nicht. Kevin [Orendorz] kenne ich noch ein bisschen. Ich habe ja nach meiner Wolfsburger Zeit in Duisburg kurz trainiert und ein paar Spiele gemacht. Da habe ich Kevin kennengelernt. Aber das war natürlich nicht lang. Ansonsten wüsste ich jetzt nicht. Gut, Herbie Vasiljevs natürlich, aber der ist ja jetzt weg. Sonst eigentlich niemanden.

Du hast in Krefeld Deinen größten Erfolg gefeiert. Damals, bei der Meisterschaft, warst Du noch ein ganz junger Spieler. Heute gehörst Du zu den erfahrensten DEL-Spielern. Wie hat sich Deine Rolle im Vergleich zu damals verändert?

Natürlich hat man heute mehr Erfahrung. Das verändert natürlich die Position in der Mannschaft. Man hilft heute jüngeren Spielern und gibt ihnen Tipps, wo man früher vielleicht selbst noch die Tipps der erfahreneren Spieler bekommen hat. Damit bist Du dann natürlich automatisch mehr Vorbild für die anderen. Wo früher eben andere Spieler, die älteren, Vorbild für Dich waren, so bist Du es heute. Ich versuche immer, zu zeigen, dass man diszipliniert und professionell sein muss. Einfach vorbildhaft zu sein. Ich glaube, das ist der größte Unterschied.

Du sprichst von Vorbildern. Hast Du eigentlich einen (ehemaligen?) Spieler, den Du als Vorbild bezeichnen würdest?

Nein, eigentlich nicht. Also heute zumindest nicht mehr. Früher waren es dann natürlich die Großen, die man aus dem TV kannte. Die NHL-Größen wie Wayne Gretzky, Mario Lemieux, Pavel Bure und so weiter. Das war ja meine Zeit. Aber die haben ja mittlerweile alle aufgehört. Natürlich schaut man sich immer bei anderen Spielern etwas ab, auch aus der NHL, aber ein richtiges Vorbild würde ich nicht benennen.

Viele Leute in Krefeld kennen Dich noch, für viele jüngere Fans bist Du aber natürlich ein Unbekannter. Stell Dich denen doch mal als Spieler vor. Wo siehst Du auf dem Eis Deine Stärken?

Oh, das ist schwer. Es ist immer schwierig, sich selbst zu beurteilen. Ich denke, ich bin läuferisch ziemlich gut, recht schnell und habe auch eine gute Kondition. Ich habe einen guten Schuss, besonders Schlagschuss, und bin ein guter Teamspieler. Ich versuche einfach immer, alles, was ich kann, abzurufen und das Beste aus meinem Potential zu machen. Dass ich keine 50 Punkte in einer Saison mache, weiß auch jeder. Aber ich möchte in wichtigen Situationen da sein und dem Team helfen.

Und neben dem Eis? Wie verbringst Du Deine Freizeit, was sind Deine Hobbys?

Ich habe zwei Kinder und bin von daher natürlich viel beschäftigt. Dann halte ich mich immer fit, treibe viel Sport, spiele Fußball oder Inline-Hockey. Ich grille gern, wenn das Wetter gut ist, was man ja im Winter leider nicht so viel tun kann. Darauf freue ich mich dann im Sommer. Ich verbringe Zeit mit der Familie. Meine Tochter spielt Hockey beim CHTC und reitet, dadurch verfolge ich das natürlich auch. Tja und sonst eben immer irgendwie fit halten.

Die Pinguine wurden in der noch laufenden Saison Letzter. Das soll sich natürlich deutlich ändern. Was sind Deine Ziele für die kommende Saison?

Das ist natürlich zum jetzigen Zeitpunkt schwierig zu sagen, da ich gerade erst seit einer Woche hier bin. Aber es waren jetzt die letzten beiden Jahre, dass es nicht so lief, und das ist schwierig. Da gehört Krefeld einfach nicht hin! Wir sind in der Schuld, vor allem in den Heimspielen gut zu spielen. Das war letztes Jahr nicht der Fall und wir sind vor allem in der Pflicht, die meistmöglichen Punkte zu Hause zu holen, auch für die Fans. Lieber gewinnt man zu Hause, als auswärts. Wer kommt denn noch, wenn man immer verliert? Dann verliert man auch die Fans, wenn man noch unten drin steht. Gerade mit den Übertragungen bei Telekom überlegen sich die Menschen natürlich dann noch mehr, ob sie zu den Spielen kommen. Daher müssen wir in den Heimspielen unbedingt gut spielen. Das ist das Wichtigste!

Aktuell laufen die Halbfinals der DEL. Heute Abend ist Spiel 6 der Nürnberg-Wolfsburg-Serie. Wer ist Dein Meistertipp?

Ich denke, München wird es wieder machen. Die haben über die Saison einfach sehr konstant gespielt und sind in den Playoffs auch souverän durchspaziert. Auch wenn sie mit den Eisbären jetzt einige Probleme hatten, sind sie schon ein starkes Team.

Jetzt steht der Sommer an. Wie sind Deine Pläne?

Bis jetzt ist nichts geplant, was Urlaub angeht. Bisher haben wir das je nach Wetter immer spontan gemacht. Das wird jetzt aber natürlich schwieriger, da meine große Tochter jetzt in die Schule geht, in die erste Klasse. Da muss man sehen. Jetzt über Ostern ist erst einmal nichts geplant. Wenn dann vielleicht für ein verlängertes Wochenende über Pfingsten oder so. Kurz vor der Saison möchte ich dann auch nicht mehr weg, denn dann geht es in die Vorbereitung, in Richtung Eis und so. Das habe ich nie gemacht, dass ich da noch in Urlaub fahre. Meist bin ich so im Mai weg gewesen. Jetzt ist es halt schwierig durch die Schulpflicht. Und sonst steht eben Training auf dem Programm.

Adrian, vielen Dank für Deine Zeit und auf eine gute, verletzungsfreie Saison!