6:3 – Tyanulin führt Pinguine zum ersten Saisonsieg

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Es ist vollbracht! Die Pinguine feierten am heutigen Freitagabend mit einem 6:3 (2:1, 2:1, 2:1) bei den Iserlohn Roosters den ersten Saisonsieg. In einem richtig guten DEL-Spiel zeigte sich das Team stark verbessert zu den vergangenen Auftritten. Wenige Stunden, nachdem die Pinguine die Trennung von Cheftrainer Mike Svarinskis bekanntgegeben hatten und Boris Blank zumindest vorübergehend für ihn übernahm, hatten die Pinguine auch zwei weitere DEL-Debütanten zu bieten: Die jungen Neuverpflichtungen Justin Volek und Philipp Mass liefen erstmals in der Eliteliga auf. Maas spielte mit Kristofers Bindulis in der zweiten Verteidigung, Volek war Center zwischen Leon Niederberger und Philipp Kuhnekath in Reihe drei. Im Tor stand Stammgoalie Sergej Belov, dem Andreas Jenike auf Seiten der Gastgeber gegenüberstand.

Knapp drei Minuten waren gespielt, da durften sich die Schwarz-Gelben erstmals in Überzahl probieren, nachdem der Tabellen-Vierte der Nordgruppe zunächst offensiv losgelegt hatte. Das Powerplay aber blieb erfolglos, da erst Martins Karsums in aussichtsreicher Position der Schläger brach und dann Ivan Petrakov aus kurzer Distanz scheiterte. In der siebten Minute dann setzte sich Karsums nach schönem Pass durch, scheiterte aber per Alleingang, wenn auch bedrängt, an Jenike. Die Pinguine waren weiter gut im Spiel, doch in der neunten Minute setzte sich Iserlohns Torjäger Joseph Whitney nach schönem Pass stark durch, stand dadurch allein vor Belov und ließ diesem mit einem präzisen Schuss in den Winkel auf der Stockhandseite keine Abwehrchance. Es war bereits der achte Treffer des zweitbesten Torjägers der Liga. Die Pinguine aber wirkten keineswegs geschockt und nur zwei Minuten später setzte sich Trainersohn Alex Blank über die linke Seite durch und passte stark in die Mitte auf Artur Tyanulin. Dessen Schuss konnte Jenike nur prallen lassen und Kapitän Martin Schymainski drückte das Hartgummi im Nachschuss zum Ausgleich in die Maschen. In der 13. dann sogar die Chance zur Führung: Brett Olson setzte sich stark durch und legte in die Mitte auf Karsums, der aber per Direktschuss scheiterte. Die Pinguine waren jetzt hervorragend im Spiel und hatten in der 16. gleich eine Doppelchance. Erst verpasste der aufgerückte Constantin Braun eine scharfe Hereingabe knapp, dann fälschte er Sekunden später einen Schuss von der blauen Linie gefährlich ab, doch Jenike hielt. Doch aufgeschoben war nicht aufgehoben und nur eine Minute später war es bei angezeigter Strafe Christian Bull, der von der blauen Linie abzog und mit seinem ersten DEL-Tor zur durchaus verdienten 2:1-Führung einschoss! Die Pinguine waren jetzt spürbar befreit und kamen zu weiteren Abschlüssen, aber ganz klare Aktionen waren nicht dabei und so ging es mit einem – es sei noch einmal betont – verdienten 2:1 in die erste Pause.

Im zweiten Durchgang waren genau drei Minuten gespielt, da gab es die erste Strafe des Spiels für die Pinguine und das viertbeste Powerplay der Liga – daheim mit fast 40 Prozent Erfolgsquote – ging an die Arbeit. Die Roosters ließen die Scheibe blitzschnell laufen und so musste Brent Aubin am Ende nur noch ins leere Tor einschießen. Die Pinguine aber waren keineswegs beeindruckt, sondern konterten erneut nur eine Zeigerumdrehung später: Blank und Tyanulin zeigten ein starkes Give-and-Go und am Ende stand Erstgenannter völlig frei und musste nur noch zur erneuten Führung einschieben. Es war jetzt ein interessantes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. In der 28. hatte Filips Buncis die Gelegenheit, die Führung auszubauen, doch Jenike hielt. Die Roosters drehten mit zunehmender Spielzeit immer mehr auf und in der 32. Minute stand plötzlich Joel Lowry völlig frei und zog ab, doch Belov war mit einer unfassbaren Parade zur Stelle und hielt die Führung fest. Seinen Vorderleuten gab diese Szene offenbar einen Schub: Tyanulin passte auf Patrick Klöpper und der schoss per Rückhand zum 4:2 ein (32.). Den zweiten Assist steuerte übrigens wie schon den zum 3:2, der junge Mass bei, der damit ein überragendes DEL-Debüt feierte. Die Pinguine hatten nun auch das nötige Glück, als eine Minute später Brent Raedeke zum Abschluss kam, Belov überwand aber am Pfosten scheiterte. Sie hatten gut vier Minuten vor Ende des Drittels ein weiteres Powerplay und die Chance, die Führung auszubauen, doch die Situation blieb ungenutzt und 41 Sekunden vor der Pause bekamen die Roosters ihre zweite Überzahlgelegenheit, doch die Schwarz-Gelben retteten sich zunächst schadlos in die zweite Pause.

1:19 Unterzahl standen zu Beginn des Schlussabschnittes noch auf der Uhr und die Roosters hatten die Chance durch den freistehenden Aubin, doch Belov hielt stark. So überstanden die Pinguine die bedrohliche Situation, doch in der 45. Minute hatten die Roosters eine 3-auf-2-Situation an deren Ende Casey Bailey zum Schuss kam und das Hartgummi unhaltbar unter die Latte nagelte. Doch zum wiederholten Male reagierten die Krefelder unfassbar schnell. Die Roosters brachten die Scheibe nicht aus dem Drittel. Laurin Braun brachte sie per Schlenzer auf das Tor und traf Ex-Pinguin Philip Riefers am Arm, wodurch der Puck unhaltbar zum 5:3 abgefälscht wurde. Die Gäste wirkten jetzt wie aufgedreht und schnürten die Roosters streckenweise in ihrem Drittel ein, doch Schymainski verpasste eine Trivellato-Hereingabe knapp. Dennoch, die Zeit lief nun für den Meister von 2003, der nun, da die Gastgeber immer mehr aufmachten, Nadelstiche setzten. Olson scheiterte in der 54. nach starker Aktion knapp. Die Roosters versuchten in der Schlussphase, noch einmal Druck zu machen, doch die Pinguine kämpften und hielten dagegen. Den Willen der Blank-Truppe zeigte in der 58. Minute Lucas Lessio, der die Scheibe erkämpfte, sich gegen gleich vier Roosters durchsetzte und den Puck aufs Tor brachte. Eine große Chance war es zwar nicht, aber eben ein Beleg des absoluten Willens, den Bock endlich umzustoßen. Zwei Minuten vor dem Ende ging Jenike vom Eis, doch die Pinguine brachten den Puck aus dem Drittel und schnell lief das Hartgummi zu Tyanulin, der allein aufs leere Tor lief und sicher zum 6:3 und damit der Entscheidung einschoss. Damit machte der junge Russe seinen vierten Punkt in der Partie. Als sich wenig später die Roosters noch eine Strafe leisteten, war das Spiel endgültig entschieden. 46 Sekunden vor Ende leisteten sich die Sauerländer gar einen Wechselfehler und so gab es gar noch die doppelte Überzahl. Die brachte noch einen tollen Schuss von Karsums und Chancen für Trivellato und Petrakov, die aber beide verpassten.

Damit feierten die Pinguine im zehnten Spiel endlich den ersehnten ersten DEL-Sieg der Saison. Verantwortlich für den Sieg zeichneten vor allem die Reihe um den überragenden Tyanulin, Blank und Schymainski, der starke Belov und die guten Youngster Bappert und Maas, der ein hervorragendes DEL-Debüt feierte – außerdem die Disziplin des Teams mit nur zwei Strafen. Am Sonntag geht es nun mit einem Heimspiel gegen die Kölner Haie weiter. Dann wollen die Pinguine an den Auftritt am Seilersee anknüpfen.

Strafen:
Iserlohn: 10
Krefeld: 4

Tore:
1:0 9. Whitney (Jentzsch, Jenike)
1:1 11. Schymainski (Tyanulin, Blank)
2:1 17. Bull (Schymainski, L. Braun) 6-5
2:2 25. Aubin (Johnston, Jentzsch) PP
2:3 26. Blank (Tyanulin, Maas)
2:4 32. Klöpper (Tyanulin, Maas)
3:4 45. Baiey (Whitney, Ankert)
3:5 46. Braun
3:6 59. Tyanulin (Schymainski, Bappert)