5:4 nach 1:4 – Pinguine mit tollem Kampf im letzten Spiel

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Im letzten Spiel der Spielzeit 2018/19 gewinnen die Pinguine nach Verlängerung 5:4.Unterschiedlicher konnte die Ausgangslage vor dem Spiel nicht sein. Für Krefeld waren die Preplayoffs nicht mehr drin, die Gäste aus Augsburg hatten die direkte Playoff-Qualifikation sicher und verteidigten trotz der Niederlage Platz 3. Die erste Großchance hatten die Pinguine in der dritten Minute. Mit etwas Glück hielt Bruggisser den Puck erst im Drittel, traf aber mit seinem Handgelenkschuss nur den Pfosten. In der vierten Minute bekamen die Pinguine die erste Überzahlchance, als Payerl wegen Behinderung auf die Strafbank musste. Das folgende Powerplay war eines der besten in der ganzen Saison – mit einem Schönheitsfehler: es gelang kein Tor. Schymainski, Ewanyk, Pietta und Costello hatten alle die Führung auf dem Schläger, AEV-Goalie Oliviert Roy verhinderte den Rückstand. Auch Dimitri Pätzold im Krefelder hatte gute Szenen, er entschärfte die Chancen von Leblanc und McNeill. Keine Chance hatte er bei der überraschenden Augsburger Führung in der zehnten Minute. Die Gäste erkämpften sich hinter dem Krefelder Tor die Scheibe, nach einem schnellen Pass stand Hans Detsch am langen Pfosten frei und markierte das 0:1.

Krefeld steckte aber nicht auf und kam in der 14. Minute zum verdienten Ausgleich. Einen schnellen Konter über links schloss Tim Miller mit einem feinen Schuss durch die Schoner von Roy ab. Augsburg schlug jedoch schnell zurück und ging erneut in Führung. Einen Schuss von der rechten Seite konnte Pätzold nicht parieren, Ullmann stand richtig. Die Unparteiischen gaben den Treffer nach Videobeweis.

Drittel Zwei begann mit viel Druck der Gäste und einer Krefelder Unterzahl – Daniel Pietta musste wegen hohen Stocks in die Kühlbox und Augsburg nutzte die Überzahl zum 1:3. Einen Schuss von Sezemsky konnte Pätzold noch abwehren, machtlos war er beim Nachschuss von Payerl. Die Pinguine erspielten sich in der 24. Minute die erste gute Chance des zweiten Abschnitts, Berglund verpasste vor dem Gästetor einen schönen Pass von Saponari nur knapp. Mitten in eine kleine Krefelder Drangphase traf Augsburg zum 1:4. In der 28. Minute nutzte Matt Fraser einen Konter zur Vorentscheidung. Die Pinguine wechselten nach dem vierten Gegentreffer den Torwart, Proskuryakov kam in die Partie. Bis in die Schlussminute passierte nur wenig Überlieferungswürdiges. Große Chancen waren Mangelware, erst Philip Riefers sorgte nochmal für etwas Alarm vor dem Gästetor. Zweimal wurde er von Berglund schön in Szene gesetzt, beide Schüsse wehrte Gästekeeper Roy ab.

Das Schlussdrittel hatte es in sich. Gerade drei Minuten waren im Schlussabschnitt gespielt, da verkürzten die Pinguine auf 2:4. Diesmal tauschten Costello und Berglund die Rollen: Berglund spielte als Vorbereiter einen scharfen Pass von der rechten Seite auf den langen Pfosten, Costello vollstreckte. Der Treffer hauchte dem KEV wieder etwas Leben ein. In der 46. Minute fehlte bei einem Tip-In-Versuch von Pietta nach einem Schuss von Bruggisser nicht viel. Nur eine Minute später stand Martin Schymainski vor dem Augsburger Tor frei und verpasste die Hereingabe von Bettauer nur knapp. Aufregung gab es in der 51. Minute. Augsburgs Thomas Holzmann checkte Daniel Pietta brutal in die Bande, Pietta hatte danach Mühe aufzustehen und war minutenlang benommen. „Er ist mit dem Kopf ins Plexi geknallt und hatte auch Schmerzen im Knie. Ich glaube aber, dass die Verletzung nicht besonders schlimm ist“, sagte Brandon Reid. Für Holzmann war das Spiel nach dem Foul beendet (5+ Spieldauer), für das anschließende Gerangel gingen Berglund und White für jeweils zwei Minuten auf die Strafbak. In der daraus resultierenden Überzahl machten die Pinguine zuerst viel Druck und dann das 3:4. Einen Schlagschuss von Bruggisser konnte Roy nicht festhalten, Saponari staubte ab und Krefeld war wieder im Spiel. Und ein Aussetzer von Trevalyan bescherte Krefeld eine doppelte Überzahl. Der Augsburger zog hinter dem Krefelder Tor Proskuryakov die Beine weg und wanderte auf die Strafbank – das hieß volle zwei Minuten 5 gegen 3 für Krefeld, ein Treffer fiel aber nicht.

Drei Minuten vor dem Ende gelang Berglund das Schlitzohr-Tor des Jahres: Bully von links, Berglund schießt vom Bullypunkt aus aufs Tor und der Puck rauscht durch Schoner von Roy – aus einem 1:4 hatten die Pinguine ein 4:4 gemacht. Endgültig drehte der KEV das Spiel in der Verlängerung. Wieder war es Berglund, der mit einer schöner Einzelleistung gleich zwei Augsburger aussteigen ließ und mit seinem 32. Saisontor den Zusatzpunkt sicherte.

„Ich glaube, dass unsere Top-Leute nach dem 1:4 mit sich unzufrieden. Wir haben uns ins Spiel zurück gekämpft und dann auch wieder mit System gespielt. Wenn wir das tun, haben wir Erfolg – das war die ganze Saison über so“, resümierte Brandon Reid. „Wir haben im ersten DEL-Jahr viel gelernt und waren mit vielen Entwicklungen zufrieden.“

Nach dem Spiel feierten rund 600 Fans auf und neben dem Eis mit ihrer Mannschaft ein versöhnliches Saisonende, welche die Pinguine mit Platz 11 beenden.

Tore

0:1 10. Min. Hans Detsch (Schmölz, Ullmann)

1:1 14. Min. Tim Miller (Seifert, Trettenes)

1:2 18. Min. Christoph Ullmann (Payerl, Holzmann)

1:3 22. Min. Adam Payerl (Sezemsky, Trevelyan) PP1

1:4 28. Min. Matthew Fraser (Trevelyan)

2:4 44. Min. Chad Costello (Berglund, Bettauer)

3:4 53. Min. Vinnie Saponari (Bruggisser) PP1

4:4 57. Min. Jacob Berglund

5:4 65. Min. Jacob Berglund (Bettauer, Schymainski)

Zuschauer: 4.370