4:7 – weitere bittere Pleite in Augsburg

Kategorien
Spielberichte

Trotz einer über fast die komplette Spieldauer guten, streckenweise dominanten Leistung im Curt Frenzel-Stadion zu Augsburg mussten die Pinguine beim 4:7 (1:3, 2:3, 1:1) eine weitere ganz bittere Niederlage hinnehmen. Dabei mussten die Pinguine weiter auf eine ganze Reihe Leistungsträger verzichten. Im Vergleich zum so enttäuschenden Iserlohn-Spiel rückte immerhin Topscorer Jeremy Bracco wieder ins Team. Dafür musste Leon Niederberger passen. Bei Mike Hoeffel, bei dem Hoffnung auf eine Rückkehr bestanden hatte, reichte es am Ende nicht. Bei den Pinguinen begann erneut der zuletzt als Vielspieler aktive Sergey Belov im Tor. Ihm gegenüber stand Olivier Roy für die Panther.

Die Partie begann alles andere als nach Wunsch. Nur 41 Sekunden waren gespielt, da zog Matt Puempel im Krefelder Drittel auf und ließ einen knallharten Schlagschuss ab, mit dem er Belov überraschte und das Hartgummi genau in den Torwinkel knallte. Die Pinguine aber agierten keineswegs geschockt, sondern hatten gleich eigene Chancen. Und das zeigte in der 5. Minute Erfolg. Ein Schuss von der blauen Linie wurde abgeblockt und fiel genau auf den Schläger von Anton Berlyov. Der legte das Hartgummi zur Seite, verlud Roy und traf unter die Latte zum absolut verdienten Ausgleich. Die Pinguine waren jetzt das klar bessere Team und ließen die Scheibe gut laufen. Doch in der 9. Minute der Schock. Einen Schuss durch den Verkehr lenkte Belov gerade noch an den Pfosten. Die Scheibe sprang nach außen weg, doch TJ Trevelyan stocherte den Puck hoch in den Torraum und traf den zurückhechtenden Belov unglücklich an der Stockhand, so dass die Scheibe zum 2:1 ins Tor trudelte. Eine Minute später die erste Unterzahl für die Gäste. Diese sah zunächst gut aus, doch dann zog Brad McClure ab, Trevelyan hielt den Schläger rein und fälschte unmittelbar vor Belov unhaltbar zum 3:1 ab. Der Russe verließ jetzt frustriert seinen Kasten und machte Platz für Nikita Quapp. Die Pinguine erholten sich und kamen zu einigen Möglichkeiten, doch erneut Berlyov oder Laurin Braun verfehlten jeweils knapp das Ziel. Allerdings galt es auch, Die Gastgeber defensiv zu kontrollieren. In der 18. verfehlte Trevelyan das Tor knapp. Sekunden vor der Pause dann die große Ausgleichschance für Lucas Lessio. Der Torjäger lief allein auf Roy zu, legte eigentlich eine starke Körpertäuschung hin, doch der Schlussmann der Gastgeber war mit einem starken Schoner-Save zur Stelle und rettete den Seinen so das insgesamt eher glückliche 3:1 in die erste Drittelpause.

Das zweite Drittel brachte dann zunächst ein ausgeglichenes Spiel, dann aber ging die Topreihe der Pinguine an die Arbeit. Lucas Lessio versuchte den Bauerntrick, brachte die Scheibe aber nicht ganz auf das Tor. Diese lief parallel zur Torlinie am Ziel vorbei, doch da stand Jeremy Bracco, zog aus extrem spitzem Winkel sofort ab und zirkelte die Scheibe ins Ziel. Die Pinguine blieben jetzt dran und kamen in der 30. zum Ausgleich! Die Topreihe zirkulierte den Puck im Drittel und am Ende zog Maxi Glässl ab. Die Scheibe wurde von einem Augsburger Schläger abgefälscht. Auch Lessio war noch dran und der Puck schlug hoch zum absolut verdienten 3:3 ein. Die Pinguine waren jetzt drauf und dran, die Führung zu erzielen. Nach toller Vorarbeit von Bracco kam Dominik Tiffels aus kurzer Distanz zum Schuss, doch Roy hielt stark. Die Panther aber antworteten und in einer schnellen Kombination stand am Ende Puempel frei, kam zum Abschluss und traf zum 4:3 (33.). Die Pinguine waren eigentlich drauf und dran, erneut auszugleichen doch dann gewannen die Panther ein Bully im Krefelder Drittel. Blaz Gregorc zog ab und McClure fälschte unhaltbar ab und das Hartgummi schlug ein. Die Schiedsrichter bemühten den Videobeweis, doch ein eindeutiger Beleg für hohen Stock war in einer knappen Entscheidung nicht zu leisten und so stand das Tor. Bis dahin hatte das Team stark agiert, doch nun schien die Moral einen Knacks zu bekommen. Bradon Lamb nutzte einen Scheibenverlust im Krefelder Drittel, zog sofort ab und setzte das Hartgummi zum 6:3 in die Maschen. Die Pinguine kämpften und kamen zu Chancen zum Anschluss, aber nicht an Roy vorbei. So blieb es nach 40 Minuten bei einem 3:6-Rückstand, der zwar unglücklich zustande gekommen war, der aber dessen ungeachtet Bestand hatte.

Der Schlussdurchgang sah dann Pinguine, die noch einmal alles versuchten. Dabei sprangen auch durchaus Chancen heraus, wie in der 45. durch Kapitän Arturs Kulda auf schönen Pass von Bracco, doch Roy blieb Sieger. Immer wieder kamen Pinguine in gefährliche Situationen, aber am Ende war stets ein Verteidigerschläger dazwischen. In der 48. dann die große Chance zum Ausgleich: Lessio fing die Scheibe ab, zog vor das Tor und wurde von hinten gefoult. Dafür bekam er einen Penalty zugesprochen, den Bracco souverän verwandelte! Der Treffer gab sichtbar Selbstvertrauen und immer wieder brachten die Schwarz-Gelben die Scheibe gefährlich auf’s Tor. Für Augsburg war es jetzt eine Abwehrschlacht, die Pinguine warfen alles nach vorn. Immer wieder sah nun Roy Gummi auf sich zufliegen. Die Pinguine feuerten aus allen Lagen. Die Chancen erfolgten im Takt weniger Sekunden. Doch dann eine Strafe für die Pinguine. Augsburg nutzte Die Gelegenheit vor allem, um Scheibenkontrolle zu haben. In Unterzahl schnappte sich dennoch Berlyov die Scheibe, ging aufs Tor, scheiterte aber an Roy. Auch weiter agierten die jetzt bürenstarken Pinguine selbst mit einem Spieler weniger aktiv und kontrollierten über weite Strecken den Puck und hatten die große Chance, doch Tomas Valkvae Olsen scheiterte nach toller Berlyov-Vorlage aus kurzer Distanz am besten Augsburger, Olivier Roy. Und so kam es, wie es kommen musste: Die aktive Spielweise der Gäste ließ natürlich Raum und so stand plötzlich Adam Payerl frei vor Quapp und ließ dem jungen Schlussmann keine Abwehrchance. Damit war die Entscheidung natürlich gefallen. Zwar gaben sich die Pinguine nicht auf, nahmen 34 Sekunden vor Schluss in Überzahl sogar noch einmal Quapp aus dem Tor, aber am Ende blieb eine weitere frustrierende Niederlage.

Diese ist umso bitterer, als die Pinguine eigentlich über 60 Minuten gleichwertig, im letzten Durchgang sogar drückend überlegen waren und beste Chancen vergaben. Andererseits aber leistete man sich einfach zu viele Fehler in der Defensive, wenn auch an diesem Abend viel zusammen kam und viele Treffer sehr unglücklich fielen. Dennoch muss die Defensivleistung am Sonntag in Nürnberg besser werden, soll dabei etwas Zählbares herausspringen.

 

Strafen:

Augsburg: 2

Krefeld: 4

 

Tore:

1:0 1. Puempel

1:1 5. Berlyov (Lessio, Glässl)

2:1 9. Trevelyan (Payerl, Gregorc)

3:1 11. Trevelyan (McClure, Gregorc) PP

3:2 24. Bracco (Lessio)

3:3 30. Lessio (Glässl, Lucenius)

4:3 33. Puempel (Payerl)

5:3 35. McClure (Gregorc, LeBlanc)

6:3 36. Lamb

6:4 48. Bracco PS

7:4 56. Payerl (Bergman, Puempel) PP