4:5 n.P.: Pinguine holen Punkt in dramatischem Debütantenball in Köln

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In einem dramatischen Auswärtsspiel bei den Kölner Haien unterlagen die Krefeld Pinguine am Mittwochabend denkbar unglücklich mit 4:5 (2:2, 1:0, 1:2, 0:0, 0:1) nach Penaltys. Bei den Gästen feierte wie bereits spekuliert der junge Luca Hauf sein DEL-Debüt. Das 17 Jahre alte Supertalent begann als Linksaußen neben dem Russen-Duo Ivan Petrakov und Nikita Shatsky. Im Tor der Seidenstädter begann einmal mehr der zuletzt starke Marvin Cüpper. Ihm stand auf Seiten der Haie Hannibal Weitzmann gegenüber. Dominiert werden sollte die Begegnung aber von Debütanten verschiedener Couleur.
Das Spiel begann gleich mit einem Auftritt von Hauf, bei dem der Youngster zeigte, dass er keine Angst vor den Gegnern in der DEL hat. Denn kaum hatte er seine ersten Schritte auf DEL-Eis gemacht, da lieferte er sich ein intensives Handgemenge mit Nationalverteidiger Moritz Müller, das der junge Krefelder sogar für sich entschied. Danach aber lief es zunächst weniger gut aus Sicht der Gäste, denn in der vierten Minute war es Marcel Berinka, der zum 1:0 der Gastgeber einschoss. Die Pinguine aber wirkten keinesfalls geschockt, sondern hatten in der sechsten Minute ihre erste Überzahl und die nutzten sie schnell! Gerade 16 Sekunden waren gespielt, da schoss Niklas Postel auf das Tor. Kapitän und Geburtstagskind Martin Schymainski fälschte die Scheibe unhaltbar zum Ausgleich ab und machte sich damit selbst das schönste Geschenk. Neben Hauf gab es auch auf Kölner Seite einen Spieler, der sein erstes Profispiel verbuchte: Der 22 Jahre alte Marvin Ratmann. Und dieser war in der neunten Minute der Held, denn nach starkem Rückpass stand er richtig und schoss zum 2:1 ein. Kurz darauf überstanden die Gäste ein Unterzahlspiel sehr souverän. In der Folge kamen die Pinguine immer stärker ins Spiel und schnürten die Haie teilweise in ihrer Zone ein. Und das zahlte sich in der 17. Minute aus: Nach einer tollen offensiven Zirkulation stand plötzlich erneut Postel richtig und zog bei angezeigter Strafe ab. Und diesmal war kein Schläger dazwischen und so verbuchte der Junge Center mit wenigen Minuten Verspätung doch sein erstes DEL-Tor und setzte den Debütantenball fort – und auch für Assistent Leon Niederberger war es der erste Punkt im Pinguine-Trikot. Ein weiters Unterzahlspiel überstand das Team und brachte so das Unentschieden in die erste Pause.
Die erste Topchance des zweiten Durchgangs hatte in der 24. Minute Brett Olson. Nach schönem Querpass von Laurin Braun zog der Torjäger direkt ab und jagte das Hartgummi an den Außenpfosten. Insgesamt aber standen jetzt beide Teams defensiv sehr stabil und gaben keine großen Gelegenheiten ab. So war ein Nachschuss bereits in der 30. Minute die schwerste Prüfung, die Cüpper seit der Pause zu bewältigen hatte – und die bestand er souverän. Praktisch im Gegenzug wurde es wieder hitzig vor Kölns Tor, doch Lucas Lessio, Brett Olson und Kristofers Bindulis scheiterten im Gestocher im Slot. Im erneuten Gegenzug stand bei einem Zwei-auf-Eins Dominik Tiffels frei und zog ab, doch Cüpper klärte mit der Schulter. Besser machte es dann in der 33. Minute Lessio. Gemeinsam mit L. Braun nahm er Moritz Müller den Puck ab und setzte sich stark bedrängt vom Nationalverteidiger durch, um dann, weiter stark bedrängt, das Hartgummi zum 3:2 in die Maschen zu setzen. Kurz vor der Pause dann noch einmal ein Powerplay für die Gäste und nach tollem Zuspiel von Artur Tyanulin stand plötzlich Alex Blank völlig frei, scheiterte aber an Goalie Weitzmann. So blieb es nach 40 Minuten bei der knappen aber nicht unverdienten Gästeführung.
Der Schlussdurchgang sah dann Haie, die auf den Ausgleich drängten – und das erfolgreich. In der 42. Minute ging Zach Sill ins Drittel und zog, von Jason Akeson freigespielt, ab und traf zum Ausgleich. Die Pinguine antworteten durch ein starkes Solo von Petrakov, der aber an Weitzmann scheiterte. Wenig später eroberte Hauf den Puck und legte auf Shatsky, dessen Schuss aus spitzem Winkel aber geblockt wurde. In der Folge waren die Hausherren aus der Domstadt feldüberlegen, die Pinguine aber blieben im Konter gefährlich. So zum Beispiel bei einem Abschluss von Filips Buncis, der per Schuss aus der Drehung in der 51. Minute knapp verpasste. Glück hatten die Pinguine dann in der 53. Minute, als die Haie bei einem Schuss aus dem Slot das Hartgummi ans Lattenkreuz setzten. Eine Minute später sprang der Puck quer vor dem Tor zu John Matsumoto, doch Cüpper hechtete herüber und hielt die Scheibe fest. Köln machte jetzt mächtig Druck und vier Miuten vor dem Ende verpasste Luca Dumont eine Hereingabe von Akeson knapp. Eine Minute später traf auf der Gegenseite Bindulis nur das Außennetz. Gut zwei Minuten vor dem Ende dann ein Wechselfehler der Haie und damit die goldene Chance zum Siegtreffer. Im Powerplay scheiterten zunächst Lessio und Tyanulin am stark reagierenden Weitzmann. Eineinhalb Minuten vor dem Ende nahm dann Clark Donatelli seine Auszeit und stimmte die Seinen auf die Überzahl ein – und das brachte Erfolg! 75 Sekunden vor dem Ende lief die Scheibe schnell durch die Reihen. Auf Zuspiel von Blank zog Olson ab. Den Abpraller nahm Tyanulin auf und verwandelte zur 4:3-Führung. Haie-Coach Krupp nahm jetzt seinerseits eine Auszeit und Torwart Weitzmann vom Eis. Die Haie gewannen ein Bully im Drittel der Pinguine, Cüpper wehrte einen Schuss von der blauen Linie ab, doch Frederik Tiffels verwandelte den Abpraller zum erneuten Ausgleich.
Die Overtime brachte zunächst keine klaren Gelegenheiten auf beiden Seiten. Zwei Minuten vor dem Ende dann ein Schuss von Lessio, der geblockt wurde. Im Gegenzug verzögerte er bei einem Zwei-auf-Eins der Haie die Gegner so sehr, dass Ex-Pinguin Marcel Müller nicht erfolgreich war. Dann scheiterte Constantin Braun. So blieb die Overtime torlos und es ging bis in den finalen Showdown: Das Penaltyschießen.
Cüpper hielt zunächst gegen James Sheppard ebenso, wie Weitzmann gegen Olson. Barinka verwandelte souverän per Rückhand und brachte die Haie zum zweiten Mal an diesem Abend mit 1:0 in Front. Petrakov versuchte es trickreich, doch Weitzmann hielt und Akeson machte den Heimsieg des Favoriten perfekt.
Damit endete eine dramatische Partie denkbar unglücklich. Gerade nach der Führung gut eine Minute vor dem Ende wäre fraglos mehr drin gewesen. Trotzdem war es einmal mehr eine gute Leistung des jungen Krefelder Teams, bei dem der junge Hauf in 6:42 Minuten Eiszeit ohne Punkte und mit ausgeglichener Plus-Minus abschloss. Weiter geht es nun am Sonntag um 19:30 Uhr erneut in der Lanxess-Arena.

Strafen:
Köln: 6
Krefeld: 4

Tore:
1:0 4. Barinka (Zerrssen, D. Tiffels)
1:1 7. Schymainski (Postel, L. Braun) PP
2:1 9. Ratmann (Zalewski, M. Müller)
2:2 17. Postel (Niederberger, Buncis)
2:3 33. Lessio (L. Braun)
3:3 42. Sill (Akeson, Dumont)
3:4 59. Tyanulin (Olson, Blank) PP
4:4 60. F. Tiffels (Edwards, Matsumoto) EA
5:4 65. Barinka GWPS