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Neuzugang Tim Miller wechselte vor noch nicht allzu langer Zeit aus Dresden an den Niederrhein. Im Interview spricht er über seine ersten Eindrücke, das Team und seine Ziele für 2017/18.

 

Hallo Tim, Du hast nun einige Spiele für die Pinguine gemacht. Was sind Deine Eindrücke?

Ich denke, die Liga ist weit stärker als die zweite Liga. Es erinnert mich ein wenig an den Schritt von der ECHL zur AHL in Amerika. Das Hockey bisher war ziemlich gut. Die Spiele waren interessant und wir scheinen ein Team zu sein, dass stets gut anfängt und für das es dann darauf ankommt, den Schwung fürs zweite und dritte Drittel aufrecht zu halten. Da dürfen wir dann nicht zu viele Chancen hergeben. Aber man kann insgesamt sehen, dass die Liga sehr eng ist und dass jeder jeden schlagen kann, egal, ob es jetzt ein Team mit einem großen oder kleinen Etat ist. Wir haben Mannheim geschlagen, haben in Augsburg gewonnen und hatten jedoch auch einige harte Niederlagen gegen andere Teams.

 

In Augsburg habt Ihr in einem ganz wichtigen Spiel einen Sieg geholt. Wie hast Du das Spiel gesehen?

Ich denke, alle vier Reihen haben gut gespielt, wir haben während der kompletten Partie zusammengehalten, nicht zu viele Strafen genommen – auch wenn wir selbst zunächst nicht so viele Chancen gehabt haben. Unsere Leistungsträger hatten dann aber die Verantwortung übernommen und in entscheidenden Moment gute Aktionen gehabt. Das sind dann die Tore gewesen, die das Spiel für uns entschieden haben.

 

Danach seid Ihr dann mit den Fans im Zug zurückgefahren. Hast du so etwas schon einmal erlebt? Und wie hat es Dir gefallen?

Oh, das war schon ziemlich verrückt. [lacht] Ich habe sowas noch nie zuvor erlebt. Natürlich hat man schon einmal davon gehört, aber in Straubing oder Bremerhaven gab es das zu meiner Zeit nicht. In Straubing gab es ein Spiel innerhalb Bayerns, wo die ganzen Fans hingefahren sind und es dann entsprechend voll war. Es gab aber keine gemeinsame Rückfahrt. Die Augsburg-Tour hat mir großen Spaß gemacht. Schon beim Warmmachen waren die Fans super laut, haben uns unterstützt und angefeuert. Es war super, diese Unterstützung zu haben. Wir waren wirklich froh, das Spiel zu gewinnen und den Fans den Sieg schenken zu können. Im Zug hat es einfach Spaß gemacht! Wir sind herumgelaufen, haben mit vielen Leuten geredet, es war ein rundum schöner Tag!

 

In der AHL warst Du durchaus ein guter Scorer, hier spielst Du bislang vor allem defensiv. Wo siehst du Deine Stärken?

Ich versuche das umzusetzen, was der Trainer von mir verlangt. Egal, ob das jetzt eine defensive Rolle in der dritten oder vierten Reihe ist, wo ich stark in der eigenen Zone bin, oder ob eine Situation entsteht, in der das Team ein Problem hat, Verletzungen dafür sorgen, dass ich in einer Scoring-Rolle gebraucht werde. Dann versuche ich, dort mein Bestes zu geben. Aber ich denke, wir haben vier funktionierende Reihen, die viel Eiszeit bekommen und sehr ausgeglichen spielen. Ich denke auch, dass meine Reihe bislang gut gespielt hat. Wir hatten in der Offensive nicht das Scheibenglück, Tore zu machen, aber insgesamt haben wir unsere Aufgaben erfüllt und waren defensiv solide. Solange wir gewinnen ist das für mich in Ordnung.

 

In Bremerhaven hattest Du viele Strafminuten. Hier ist es bislang nur eine Strafe. Bist Du ein physischer Spieler, der auch mal Faustkämpfe führt? Wo siehst Du die Gründe für diesen Unterschied?

Das Problem, dass ich in der zweiten Liga hatte war, dass beim Gegner viele unerfahrene Spieler standen, die mit dem Kopf unten gespielt haben. Wenn Du dann einen größeren Check fährst, dann haben die Schiris das oft als schmutziges Foul angesehen, was es in Nordamerika oder – wie es bisher scheint – in der DEL nicht ist. Das Spiel in der DEL ist viel physischer und Schiris lassen hier Körperspiel mehr zu. Das ist der Hauptunterschied. Was Faustkämpfe angeht werde ich das öfter gefragt. Ich bin kein Spieler, der die Fights sucht. Ich bin aber definitiv da, wenn ich gefordert werde und stehe für meine Mitspieler ein, wenn die Situation es erfordert. Ich bin also bereit, suche den Kampf aber nicht.

 

Was bist Du denn abseits des Eises für ein Typ? Was sind Deine Hobbys?

Im Sommer bin ich ein passionierter Golfer und spiele sehr gern. Ich bin nicht so gut, aber es wird immer besser. In den letzten Jahren bin ich im Sommer meist in Deutschland gewesen. Meine Freundin stammt aus Hannover. Ich werde wohl auch über den Sommer in Krefeld bleiben. Aber zum Hobby: Da ist Golf die Nummer eins.

 

Du sagst, Du bist nicht so gut. Also willst Du nicht über Dein Handicap reden?

[Lacht] Nein, ich bin nicht gut genug, um mich da mit wirklich guten Golfern zu messen. Aber ich bin gut genug, um halt wirklich auf Sieg zu spielen und hin und wieder mal ein Par zu spielen oder ein paar Birdies. Normalerweise bewege ich mich im Bereich von 85.

 

Hattest Du als Kind ein Lieblingsteam? Wenn ja, welches war es?

Ich bin ja in Michigan aufgewachsen und war daher immer ein Fan der Detroit Red Wings. Mein Vater stammt aus Chicago, daher mochte ich auch immer die Blackhawks. Bei uns waren es deshalb eigentlich immer die Red Wings, Blackhawks, Cubs und Tigers im Baseball. Immer zwischen diesen beiden Städten.

 

Aber Red Wings/Blackhawks und Cubs/Tigers sind durchaus bekannt für ihre großen Rivalitäten?!

Ja, absolut. Besonders in den späten 90ern waren da natürlich die Red Wings vorn. Die Wings waren damals und in den frühen 2000ern so unglaublich gut und toll anzusehen! Wir hatten da in der Familie immer einen Konflikt. Meine Mum und ich mögen die Detroit-Teams mehr als die Chicago-Teams. Bei meinem Dad und Bruder ist es genau umgekehrt. Besonders bei direkten Duellen ist das immer ziemlich hitzig bei uns. [lacht] Die Red Wings haben ja jetzt auch gerade das neue Stadion eröffnet. Leider war ich schon weg, als es eröffnet wurde, darum habe ich es noch nicht gesehen. Aber es soll wirklich toll sein und ich werde es mir sicher ansehen, wenn ich das nächste Mal da bin.

 

Und gibt es einen Spieler, der für Dich Dein Lieblingsspieler war und vielleicht auch bis heute ein Vorbild ist?

Also der populärste Spieler in Detroit war natürlich Steve Yzerman, er war natürlich auch mein Lieblingsspieler. Der konnte einfach alles, war ein großartiger Leader und hat gigantische Erfolge gehabt! Als Junge habe ich mir immer Clips von ihm angesehen. Auch von Bob Probert, der in unserer Familie auch sehr beliebt war. Er hat ja auch für unsere beiden Teams, die Red Wings und die Blackhawks, gespielt.

 

Dein Vertrag läuft derzeit bis Saisonende. Würdest Du gern über den Sommer hinaus bleiben?

Ja, ich würde sehr gern bleiben. Es ist eine richtig klasse Gruppe von Jungs und ich habe mich mit jedem im Team und mit dem Staff wirklich schnell sehr gut verstanden. Ich mag es hier zu spielen. Alles ist wirklich gut, ich habe keinerlei Beanstandungen. Wenn das Team mich nächste Saison will, komme ich liebend gern zurück! Meine Freundin und ich werden uns gegen Ende der Saison auch einen Hund anschaffen. Das wird dann mein zweites großes Hobby. Auch deshalb würde ich gern bleiben und nicht zu oft umziehen.

 

Welche Ziele hast Du Dir für die laufende Saison gesetzt – sowohl persönlich als auch für das Team?

Erst einmal kommt es darauf an, die Playoffs zu erreichen! Denn wenn die laufen, kann ohnehin alles passieren. Die Playoffs sind immer noch ein erreichbares Ziel, wir haben ein charakterstarkes Team. Persönlich bin ich kein Spieler, der punkten muss, um effektiv zu sein. Einige meiner besten Partien sind welche, wo ich nicht punkte, aber große Hits habe oder wichtige Schüsse blocke. Eigentlich kümmere ich mich nicht so sehr um Statistiken und versuche einfach, dem Team zu helfen, wann immer es mir möglich ist. Wenn das Team gewinnt, fühlt es sich für mich so an, dass ich selbst auch erfolgreich bin. Meine Ziele sind also Teamziele.

Tim, vielen Dank für Deine Zeit und viel Erfolg weiterhin!

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