3:6 – Pinguine schnuppern in Ingolstadt lange an der Überraschung

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Trotz einer starken Leistung beim großen Favoriten ERC Ingolstadt unterlagen die Krefeld Pinguine am Montagabend an der Donau mit 3:6 (1:2, 2:1, 0:3). Erst in der Schlussphase mussten sich die Mannen von Clark Donatelli, die über weite Strecken sogar die besseren Chancen hatten, dem Titelanwärter durch zwei sehr unglückliche Tore beugen. Die Pinguine mussten an der Donau auf zwei ganz wichtige Akteure verzichten: Topcenter und Ex-Ingolstädter Brett Olson, unter anderem bester Bullyspieler der Liga, blieb in Krefeld, da seine Frau ein Kind erwartet. Und auch Youngster Alex Blank trat die Reise in den Süden gar nicht mit an. Beim jungen Center kommt die Schulpflicht dazwischen. Im Tor setzte Trainer Donatelli einmal mehr auf den jungen Nikita Quapp, der sich mehr und mehr zum Stammgoalie der Schwarz-Gelben mausert. Ihm gegenüber stand in Kanadier Michael Garteig einer der statistisch besten Goalies der Liga, der sowohl nach Fangquote (9.) wie auch Gegentorschnitt (6.) in den Top-10 der DEL rangiert.
Die Hausherren um das Krefelder Urgestein Daniel Pietta, die gemeinhin als ernstzunehmender Meisterschaftskandidat gelten, begannen durchaus offensiv und suchten die frühe Führung, doch auch die Pinguine setzten immer wieder Konter, ohne aber zunächst zu klaren Gelegenheiten zu kommen. Die erste richtig gute Chance hatte in der sechsten Minute Martins Karsums, der freistehend zum Schuss kam, doch dieser ging über das Tor. Eine Minute später galt es dann, die erste Unterzahl zu überstehen. Die Panther ließen die Scheibe schnell laufen und am Ende stand Frederik Storm im Slot und vollendete in den Winkel zum 1:0. Die Pinguine aber waren keineswegs geschockt, sondern antworteten sofort: Nur 33 Sekunden später setzte sich zunächst Lucas Lessio stark durch. Artur Tyanulin übernahm und bediente in zentraler Position Landsmann Ivan Petrakov und der Russe vollendete per Direktabnahme zum sofortigen Ausgleich (8.). Eine Zeigerumdrehung später war Quapp sowohl gegen Tim Wolgemuth, als auch den Nachschuss von von Brandon DeFazio stark zur Stelle. Die 11. Minute sah dann sogar die größe Führungschance der Pinguine, als erneut Karsums völlig frei vor dem Tor der Gastgeber auftauchte. Doch Garteig parierte, ebenso wie Sekunden später gegen Lessio per Alleingang, stark. Die Gäste gestalteten die Partie jetzt absolut ausgeglichen, doch in der 14, Minute kam ein harter Pass vor das Krefelder Tor und dort stand völlig frei ausgerechnet Pietta und verwandelte sicher zur erneuten Führung des Favoriten. Die Pinguine kamen danach nicht mehr zu klaren Chancen, die Abwehr aber stand und so ging es mit 1:2 aus Gästesicht in die Pause.
Der zweite Durchgang sah dann zunächst ein weitgehend unverändertes Bild: Ingolstadt spielte aktiv, die Pinguine hielten aber gut mit. In der 25. Minute dann die erste Überzahl der Gäste. Dabei lief die Scheibe schnell und plötzlich lag sie freim im Torraum und am langen Eck wartete Lessio, der sie aber nicht an Garteig vorbei brachte. Doch Sekunden später fast die gleiche Szene: Wieder eine schnelle Passstaffette und wieder lag das Hartgummi vor Lessio frei und diesmal fackelte der Kanadier nicht lang und netzte zu seinem achten Saisontor und dem erneuten Ausgleich ein. Plötzlich waren die Pinguine das präsentere Team und erarbeiteten sich gegen sicht- und spürbar geschockte Ingolstädter weitere Chancen, die aber ungenutzt blieben. In der 31. Minute dann zunächst eine weitere gute Chance für die Pinguine, doch Tyanulin verpasste im Slot. Und nur Sekunden später der Schock, als die Scheibe plötzlich hinter Quapp im Tor lag, doch DeFazio hatte den Treffer, der zurecht keine Anerkennung fand, mit hohem Stock erzielt. Doch nur eine Minute später war es doch so weit. Ein verdeckter Schuss von der blauen Linie wurde kurz vor dem Schlussmann auch noch abgefälscht und rutschte diesem durch, um so eben über die Linie zu kullern. Sekunden später hämmerte Ryan Kuffner das Spielgerät ans Lattenkreuz. Die Pinguine aber blieben im Spiel, überstanden eine Strafzeit und schalteten danach wieder auf Offensive, ohne aber Garteig in echte Gefahr zu bringen. Die ganz große Chance zum erneuten Ausgleich hatten dann in der 37. Karsums und Laurin Braun bei einem Zwei-auf-Eins, doch der Ex-Panther im Pinguine-Dress traf per Direktschuss die Scheibe nicht voll. Doch nur Sekunden später eroberten die Gäste die Scheibe und Tyanulin schickte den gestarteten Lessio per Traumpass und der Torjäger verwandelte seinen zweiten Alleingang des Abends zum 3:3. Das war auch der Zwischenstand nach 40 Minuten.
Die Pinguine nahmen eine Überzahl mit in den Schlussabschnitt, ließen diese aber ungenutzt und als die Panther gerade komplett waren scheiterte zweimal Pietta freistehend. Im Gegenzug setzte sich Karsums überragend durch, brachte den Puck dann aber per Alleingang nicht an Garteig vorbei. In der 45. dann die nächste Topchance, doch Kapitän Martin Schymainski scheiterte ebenfalls freistehend. Die Pinguine waren jetzt das bessere Team, doch der Angriffsfluss wurde in der 47. jäh gebremst, als Filips Buncis wegen hohen Stocks eine doppelte kleine Strafe bekam. Die Gäste verteidigten hervorragend und ließen lange nichts zu, doch kurz vor Ablauf der Strafe dann doch der Pass in die Mitte und dort hielt Storm den Schläger rein und traf mit seinem zweiten Tor des Abends zum 4:3. Die Pinguine machten jetzt auf und spielten auf Risiko, doch die Panther waren eiskalt. Eine einfach in Richtung Tor geworfene Scheibe fälschte Wayne Simpson perfekt hinter dem eigenen Rücken mit dem Schläger so ab, dass das Hartgummi unhaltbar an den Innenpfosten schlug und von da in die Maschen ging – ein, das muss man neidlos anerkennen, zwar glückliches aber tolles Tor. Jetzt war der Widerstand der hart arbeitenden Pinguine gebrochen und in der 57. Minute verwandelte Mirko Höfflin trocken genau neben den Pfosten zum 6:3. Für Pietta endete die Partie gut zwei Minuten vor dem Ende nach Bandencheck mit einer 2+10-Minuten-Strafe vorzeitig. Die Überzahl blieb aber ungenutzt und so blieb es bei der Niederlage, die am Ende sicher etwas zu hoch ausfiel.
Damit bleibt das Team beim ersten Quervergleich mit einem Südteam ohne Zähler. Der Auftritt aber machte viel Mut für die weitere Zukunft. Lange war das Team mindestens gleichwertig, am Ende aber entschied die größere Abgeklärtheit des Süd-Dritten die Partie. Weiter geht es bereits am morgigen Dienstag in der Augsburger Curt-Frenzel-Stadion.

Strafen:
Ingolstadt: 8+10 Pietta
Krefeld: 10

Tore:
1:0 9. Storm (Aubry, Marshall) PP
1:1 9. Petrakov (Tyanulin, Lessio)
2:1 14. Pietta (Simpson, DeFazio)
2:2 25. Lessio (Karsums, Braun) PP
3:2 32. Wohlgemuth (Höfflin, Schütz)
3:3 38. Lessio (Tyanulin)
4:3 50. Storm (Höfflin, Marshall) PP
5:3 56. Simpson (Quaas, Pietta)
6:3 57. Höfflin