1:6 – Traumtor gegen Berlin zu wenig

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Im Auswärtsspiel bei Tabellenführer Eisbären Berlin gab es für die Krefeld Pinguine trotz engagierter Leistung nichts zu holen. Mit 1:6 (0:2, 1:1, 0:3) unterlag das Team von Chad Donatelli sicher einige Tore zu hoch an der Spree. Die Gäste aus der Seidenstadt setzten im Tor erneut auf Marvin Cüpper, der am Vortag seinen 27. Geburtstag feierte. Ihm gegenüber stand Nationalgoalie Mathias Niederberger, der seinem Bruder Leon auf Krefelder Seite gegenüberstand.

Die Partie begann einigermaßen ausgeglichen, doch in der vierten Minute gab es die erste Strafe ders Abends, als das zweite Krefelder Geburtstagskinnd des Vortages, Nikita Shatsky (26), wegen hohen Stocks auf der Strafbank Platz nehmen musste. Damit musste sich das schwächste Unterzahlspiel der Liga des mit gut 22 Prozent sehr guten Powerplays der Gastgeber erwehren – und das misslang. Einen Schuss aus halbrechter Position konnte Cüpper zwar abwehren, doch die Scheibe rutschte ans lange Eck, wo ex-Pinguin Kris Foucault bereitstand und zur frühen Führung einnetzte (5.). Der Tabellenführer spielte fortan mit weiter gesteigertem Selbstvertrauen und in der 13. Minute war es Jonas Müller, der freistand und abzog. Mit seinem Schuss, der den Innenpfosten sogar noch tuschierte, ließ er dem ex-Eisbären im Pinguine-Tor keine Chance. Die ganz große Chance zum Anschluss hatte dann in der 16. Minute Martin Schymainski, als er am langen Eck freistand und von Alex Blank bedient wurde, doch im allerletzten Moment war ein Berliner Abwehrstock dazwischen und fälschte das Spielgerät so ab, dass der Pinguine-Kapitän knapp verpasste. In den letzten zwei Minuten vor der Pause überstanden die Pinguine ein weiteres Eisbären-Powerplay und so ging es mit einem leistungsgerechten 2:0 in die Pause.

Der zweite Durchgang sah dann ein komplett anderes Spiel. Die Pinguine steigerten sich deutlich und gestalteten dies Partie ausgeglichen und so kamen sie in der 22. Minute ihrerseits zu ihrem ersten Überzahlspiel. Und in diesem zeigte Pinguine-Topscorer Artur Tyanulin seine ganze Klasse. Im Stil eines Lacrosse-Spielers nahm er die Scheibe hinter dem Tor auf die Kelle und wollte sie in den Winkel legen. Zwar war M. Niederberger auf dem Posten, doch die Scheibe sprang zu Schymainski, der im Slot parkte und zum Anschluss einnetzte. Fortan drängten die Pinguine auf den Ausgleich, hatten aber zweimal Glück, als Pierre-Cedric Labrie und Marcel Noebels jeweils den Pfosten trafen. Die Gäste hatten ihrerseits durchaus Gelegenheiten, doch der Angriffsschwung wurde in der 33. Minute jäh gebremst, als Nationalstürmer Lukas Reichel auf Höhe der Torlinie an die Scheibe kam und Cüpper überraschte, indem er den Puck an dessen Schoner und von dort ins Tor manövrierte. So war der alte Abstand wieder hergestellt. Fortan kontrollierte der mehrfache DEL-Meister aus der Hauptstadt wieder das Geschehen und hatte in der 40. Minute zum dritten Mal Pech. Diesmal war es Parker Tuomie, der nur das Gestänge traf. So ging es mit 1:3 aus Pinguine-Sicht zum zweiten Mal in die Kabinen.

Eine kritische Situation für die Pinguine gab es dann gleich zu Beginn des Schlussabschnittes, als in der 43. Minute binnen 17 Sekunden gleich zwei Pinguine auf der Strafbank Platz nehmen mussten. Damit hieß es Drei gegen Fünf. Die Gäste aber arbeiteten hart und überstanden diese schwere Phase unbeschadet. In der 46. Minute aber startete Berlin einen starken Konter und Matt White lief allein auf das Tor zu und verwandelte durch die Beine des chancenlosen Cüpper zur 4:1-Vorentscheidung. Richtig heiß wurde es dann in der 47. Minute. Erst klärte Max Gläßl auf der Line und im unmittelbaren Gegenzug ging Lucas Lessio allein auf das Eisbären-Tor zu, doch M. Niederberger blieb Sieger im Duell. In der 53. Minute dann das nächste Überzahlspiel der Pinguine und gleich gab es die Chance, doch der Eisbären-Schlussmann hielt stark gegen Mirco Sacher. So blieb die Überzahl erfolglos. Wie es besser geht zeigte der Titelanwärter zwei Minuten vor dem Ende als Zachary Boycuk ebenfalls in Überzahl zum 5:1 einschoss. Das 6:1 Sekunden vor dem Ende hatte nur noch statistischen Wert.
So ging es ohne Punkte auf die lange Rückfahrt. Der Auftritt stellte dennoch einen Schritt in die richtige Richtung dar. Das Ergebnis spiegelt den Spielverlauf nur bedingt wider und fiel zwei, drei Tore zu hoch aus, obschon der Sieg des Tabellenführers an sich absolut verdient ist.

Strafen:
Berlin: 8
Krefeld: 14

Tore:
1:0 5. Foucault (Fiore, White) PP
2:0 13. Müller (Noebels, Ramage)
2:1 24. Schymainski (Tyanulin, Petrakov) PP
3:1 33. Reichel (Noebels, Hördler)
4:1 46. White (Ramage, Müller)
5:1 58. Boychuk (Noebels) PP
6:1 60. Hördler (Ramage, Boychuk)