1:5 gegen Straubing – Pinguine in Überzahl zu harmlos

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Die Punkte-Serie der Krefeld Pinguine ist zu Ende. Am Sonntagnachmittag unterlag das Team den insgesamt clevereren Straubing Tigers mit 1:5 (0:2, 1:0, 0:3). Die Niederlage ist besonders bitte, da die Tigers ein direkter Konkurrent um die Playoffs sind. Bitter vor allem, dass das Team viele Überzahlchancen bekam, diese aber nicht zu nutzen verstand. Ihre Abschiedsvorstellung vor der rund zweiwöchigen Reise zur U-20-WM gaben die drei Youngster Nikita Quapp, der auf der Bank saß, Alex Blank und Justin Volek. Die Pinguine gingen nach den vergangenen Erfolgen und fünf Spielen, aus denen sie Zählbares mitnahmen (vier Siege) in Folge voller Selbstvertrauen in die Begegnung. Im Tor setzte Pinguine-Trainer Igor Zakharkin einmal mehr auf Oleg Shilin, der jüngst in Schwenningen einmal mehr die gegnerischen Stürmer verzweifeln ließ. Sein Gegenüber auf Seiten der Niederbayern war Tomi Karhunen.

Die Pinguine begannen gut und hatten gleich in den ersten beiden Wechseln gute Chancen durch Lucas Lessio und Alex Weiß, die aber beide an Karhunen scheiterten. Insgesamt aber entwickelte sich ein flottes Spiel, dem aber auf beiden Seiten klare Chancen fehlten. Gerade die Pinguine standen in der eigenen Zone extrem sicher und ließen nichts zu. Die bis dato beste Chance der Partie hatte in der zehnten Minute Anton Berlyov, der, freistehend vor dem Tor, noch einmal quer zu legen versuchte. Der Pass aber wurde abgefangen. Die Pinguine holten den Puck zurück und Sekunden später kam Arturs Kulda in gute Schussposition. Er wählte einen Schuss-Pass ans lange Eck, wo Laurin Braun bereit stand, den Puck aber beim Tip-in-Versuch um Millimeter verfehlte. Ein Konter der Tigers in der zwölften Minute führte dann zur ersten Unterzahl der Schwarz-Gelben. Zunächst spielten sie es sehr gut, doch 17 Sekunden vor Ablauf sprang ein Abpraller genau auf die Kelle von Taylor Leier und der zog ab und Shilin konnte den Puck mit einem Hechtsprung nicht mehr ganz erreichen, so dass er zur eher schmeichelhaften Gästeführung einschlug. Wenig später aber sogar fast das 0:2, doch Shilin hielt stark gegen Kael Mouillerat, der aus kurzer Distanz zum Abschluss kam. Insgesamt aber blieben die Pinguine auch weiterhin das spielbestimmende Team und in der 18. lenkte Karhunen einen Schuss von Mirco Sacher gerade noch um den Pfosten. Straubing aber konterte erneut eiskalt. Eine Minute später setzte sich Jason Akeson über die linke Seite durch und passte hart in die Mitte, wo Ian Scheid einfach nur den Schläger hinhielt und zum 0:2 einnetzte. Mit diesem Zwischenstand ging es auch in die Pause.

Glück hatten die Gastgeber dann in der 23., als ein abgefälschter Schuss an Shilin, aber auch ganz knapp am Tor vorbei trudelte. Im Gegenzug scheiterte Berlyov freistehend an Karhunen. Insgesamt aber zeigte sich Straubing nach dem zweiten Treffer aktiver und hatte in der 26. die nächste Topchance, doch Akeson verzog, als er am langen Eck frei an die Scheibe kam. Augenblicke später dann das erste Krefelder Powerplay. In diesem kam nach wenigen Sekunden Braun frei zum Schuss, Karhunen war aber noch leicht an der Scheibe. Dann kam Niclas Lucenius frei vor dem Tor zu Fall, der Puck aber rutschte in den Torraum, wo Alex Weiß knapp verpasste. Jesper Jensen-Aabo, Robert Sabolic und Jeremy Bracco hatten weitere gute Chancen, die aber keinen Erfolg brachten. So blieb die Strafe ungenutzt. Die Pinguine aber blieben dran und in der 32. war es so weit: Maxi Gläßl hielt an der blauen Linie die Scheibe gut in Drittel und bediente sofort Alex Weiß, der frei vor Karhunen stand und diesem mit einem schnellen Schuss auf die Fanghandseite keine Chance ließ. Eine Minute später dann fast der Ausgleich, doch Braun zog bei einem 2-auf-1 die Scheibe knapp am Torwinkel vorbei. Weiter blieben die Mannen von Igor Zakharkin dran und holten eine weitere Zeigerumdrehung später die nächste Strafzeit heraus. Wieder lief die Scheibe gut, es fehlte aber erneut der krönende Abschluss. Eine Minute vor Drittelende tauchte plötzlich Berlyov völlig frei vor Karhunen auf, war aber etwas zu dicht vor dem Tor, so dass er kaum Raum hatte, die Scheibe gefährlich auf selbiges zu bringen. Er holte den Puck aber zurück und mit einem schönen Solo die nächste Überzahl heraus. Die aber brachte in den ersten 48 Sekunden bis zur Pause nichts Zählbares. So blieb es nach 40 Minuten beim 1:2.

Zu Beginn des Schlussdrittels hatten die Pinguine folglich noch 1:12 Überzahl auf frischem Eis. Diese aber brachte nur einen Schuss von Robert Sabolic, der aber zu zentral kam. Anders die Tigers: Gerade komplett kamen sie zu einer Doppelchance und beim folgenden Bully zog Andreas Eder ab und traf durch die Beine des überraschten Shilin zum 1:3. Das Tor war ein Wirkungstreffer für die Pinguine, die sich nun im eigenen Drittel einschnüren und vier, fünf höchst gefährliche Abschlüsse der Gäste zuließen. Doch mit Glück und einem guten Shilin blieben diese ohne Folgen. Es folgte die vierte Überzahl der Partie ab der 45. Wieder lief die Scheibe gut und Thomas Valkvae Olsen hämmerte den Puck an den Pfosten. Die Pinguine machten weiter Druck und mit noch 55 Sekunden auf der Uhr bekamen die Tigers eine weitere Strafe. Die doppelte Überzahl aber brachte keinen Torerfolg, da Arturs Kulda und Sabolic scheiterten. Der vierte Straubinger war gerade wieder da, da blieb Berlyov nach einem Bully liegen. Die Gastgeber reklamierten auf Stockstich, die Schiedsrichter aber entschieden nach langer Beratung auf keine Strafe. So überstand der Gast die für ihn gefährliche Situation, nachdem Karhunen zweimal gegen Braun hielt. Die Pinguine bekamen nun einen weiteren Gegner in der Uhr und hatten in der 49. Glück, als Travis St. Denis freistehend nur den Pfosten traf. Sie ließen ein weiteres Powerplay ungenutzt und wieder schlug der Gast eiskalt zu. In der 53. fing Scheid einen Pass in der neutralen Zone ab und passte auf Eder, der mit einem trockenen Schuss auf die Stockhandseite das 4:1 und damit die Vorentscheidung erzielte. Bei den Pinguinen kam jetzt Frust hinzu und so holte sich Lucenius die erst zweite Strafe der Partie für seine Farben ab. In Unterzahl fuhren Alex Bergström und Leon Niederberger einen gefährlichen Konter, doch beide kamen mit gefährlichen Versuchen nicht an Karhunen vorbei. Die Unterzahl blieb zwar folgenlos, doch in der 57. kamen die Tigers erneut gefährlich vor Shilin und im Nachschuss war es erneut Leier, der zum 1:5 einschoss. Damit war die Begegnung natürlich endgültig entschieden. Es war auch der Endstand an einem aus Krefelder Sicht insgesamt enttäuschenden Nachmittag.

Damit mussten die Pinguine eine bittere Niederlage einstecken und verloren Platz 10 an die Tigers. Spielentscheidend war ohne Frage die Schwäche in Überzahl, wo gleich sechs Gelegenheiten ungenutzt blieben, während Straubing ein Tor bei zwei Versuchen verbuchte. Außerdem war der Gast im Abschluss schlicht effektiver. Für die Pinguine geht es nun am Freitag mit dem Heimspiel gegen den amtierenden Meister, die Eisbären Berlin, weiter.

 

Strafen:

Krefeld: 4

Straubing: 12

 

Tore:

0:1 15. Leier (Brandt) PP

0:2 19. Scheid (Leier, Akeson)

1:2 32. Weiß (Gläßl, Sabolic)

1:3 42. Eder (Lampl, Mulock)

1:4 53. Eder (Scheid)

1:5 57. Leier (Balisy)