1:4 – Pinguine verlieren Spiel und Laurin Braun

Kategorien
Spielberichte

Zum Saisonauftakt in der Corona-DEL-Saison unterlagen die Krefeld Pinguine bei den Grizzlys Wolfsburg mit 1:4 (1:0, 0:2, 0:2). Die Krefelder, bei denen Neuzugang Sergei Belov im Tor begann – sein Gegenüber war Chet Pickard – setzten auf ein ganz junges Team. Unter anderem kam auch der erst 18 Jahre alte Co-Trainersohn Alexander Blank zu seinem DEL-Debüt für die Pinguine. Aktuell ist der Center drittbester Scorer der Oberliga in Diensten des KEV81 an der Seite von „Meisterpinguin“ Adrian Grygiel. Am Ende aber setzte sich die größere Erfahrung des Teams aus der Autostadt durch.

Die Partie war von Beginn an zunächst ausgeglichen und sah Pinguine, die durchaus bemüht waren, mitzuspielen. So gab es auf beiden Seiten zwar gute Ansätze, zunächst jedoch keine klaren Gelegenheiten. Und wenn, dann waren die beiden guten Goalies sicher zur Stelle. Auch je ein Überzahlspiel blieb erfolglos. Dabei kontrollierten die Pinguine zwar die Scheibe bei eigenem Powerplay gut, kamen aber nur zu einer Chance durch Lucas Lessio, der aber den Puck nicht voll traf. In der 15 Minute dann aber der Angriff der Gäste, Artur Tyanulin zog über die linke Seite zum Tor und spielte hart in die Mitte auf Christian Bull, doch er traf den Schlittschuh von Wolfsburg-Verteidiger Ryan Button in der Mitte und von dort rutschte das Hartgummi zur umjubelten Führung und dem ersten DEL-Treffer des Neuzugangs aus Russland über die Linie. Gut eine Minute vor Drittelende fiel dann sogar fast der zweite Gästetreffer, als die Reihe um Leon Niederberger, Philipp Kuhnekath und Laurin Braun einen Konter fuhr, doch der Letztgenannte nagelte das Hartgummi per Direktschuss an die Querlatte. So ging es mit einem 1:0 für die in weiß spielenden Schwarz-Gelben in die erste Pause.

Der zweite Durchgang sah gleich zu Beginn eine gute Chance der Hausherren, doch Matti Järvinen scheiterte aus kurzer Distanz freistehend am guten Belov. Danach aber zeigte sich wieder das aus dem ersten Durchgang gewohnte Bild. Beide Teams arbeiteten gut in der Defensive und schafften es nicht, sich entscheidend in Szene zu setzen. In der 26. Minute dann führte Laurin Braun die Scheibe in der Ecke hinter dem Tor der Wolfsburger und bekam einen heftigen Check von Jeff Likens. Die Schiedsrichter ließen die Szene laufen und Brauns Bruder Constantin fühlte sich berufen, einzuschreiten und dem Grizzlys-Verteidiger einige ernste Worte zu sagen. Am Ende blieb die Szene zwar ohne Strafen, Laurin Braun aber ging verletzt in die Kabine und kehrte nicht mehr auf das Eis zurück. Wenig später dann aber gleich zwei Strafen binnen 20 Sekunden für die Gastgeber und so konnte Krefeld für 97 Sekunden mit zwei Spielern mehr agieren. In dieser Situation bekam sogar der junge Blank Eiszeit, was das Vertrauen der Coaches in den Nachwuchsstürmer zeigt, und dieser zeichnete auch für die beste Gelegenheit verantwortlich, doch Lessios Direktschuss nach seinem Pass wurde abgeblockt. So blieb die Gelegenheit zum zweiten Tor ungenutzt und wie so oft rächte sich das. Zwar ließen die Grizzlys zunächst ein eigenes Überzahlspiel verstreichen, doch in der 35. Minute war es, erneut in Überzahl, ausgerechnet ex-Pinguin Phillip Bruggisser, der nach einer diskutablen Strafe gegen Pinguine-Torwart Belov das folgende Überzahlspiel zum Ausgleich nutzte. Nur gut eine Minute später dann die nächste Überzahl der Gastgeber und erneut ließen diese die Scheibe blitzschnell laufen und am Ende stand Max Görtz völlig frei und traf per Direktschuss zum 2:1 für Wolfsburg. Mit diesem Zwischenstand ging es dann auch zum zweiten Mal an diesem Abend in die Kabinen.

Der Schlussdurchgang war dann nur 42 Sekunden alt, da fuhr Julian Melchiori um das Tor und passt erneut auf Görtz und der traf per Direktschuss zum 3:1. Jetzt wirkten die Pinguine spürbar geschockt und die Köpfe gingen etwas herunter und so kam es, wie es kommen musste: Nach knapp 45 Minuten gewannen die Gastgeber ein Bully im Krefelder Drittel. Den ersten Schuss von der blauen Linie vermochte Belov noch abzuwehren, doch Järvinen kam zum Abpraller und drückte diesen zur Vorentscheidung in die Maschen. Eine weitere Unterzahl überstanden die Mannen von Mike Svarinskis sicher und gestalteten das Spiel danach wieder ohne große Gelegenheiten auf beiden Seiten. Chancen aber sprangen nicht mehr heraus und so lief die Uhr in einem insgesamt nach dem vierten Wolfsburger Tor ereignisarmen Schlussdrittel herunter.

Am Ende stand eine Niederlage, die vor allem durch die Wolfsburger Qualität in Überzahl zustande kam. Für die Pinguine geht es nun darum, sich wieder zu konzentrieren, ehe am Mittwoch um 19:30 Uhr die Iserlohn Roosters zu Gast in der Yayla-Arena sind.

Strafen:
Wolfsburg: 8
Krefeld: 14

Tore:
0:1 15. Tyanulin (Postel, Bull)
1:1 35. Bruggisser (Görtz, Boucher) PP
2:1 37. Görtz (Festerling) PP
3:1 41. Görtz (Melchiori, Järvinen)
4:1 45. Järvinen (Busch, Machacek)